Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2382
Geldpolitische Normalisierung und die neue Rolle des Yen

Japan: Neues Zins-Regime

Die Bank of Japan steht vor einer bedeutenden Zinsanpassung. Die zeigt an: Japan beginnt sich von seiner Politik extrem niedriger Zinsen zu lösen. Diese Veränderung könnte weitreichende Auswirkungen auf internationale Kapitalströme, den Yen und Unterenehmen haben.

Erst die Europäische Zentralbank, dann die Bank of Japan: Morgen (Dienstag) dürfte die BoJ den Leitzins von 0,75% auf 1% anheben. Auch wenn das Zinsniveau im internationalen Vergleich moderat ist, markiert die Zinserhöhung eine strukturelle Zäsur: Japan entfernt sich schrittweise von einer jahrzehntelangen Ausnahmepolitik extrem niedriger oder negativer Zinsen.

Japan auf dem Weg zu einem neuen Zins-Regime

Die Zinsanpassung ist nicht Teil eines normalen Straffunszyklus. Japan vollzieht einen längerfristigen geldpolitischen Anpassungsprozess hin zu einem neuen Zins-Regime. Entscheidend ist darum nicht die Einzelmaßnahme, sondern der dahinterliegende Pfad. Der Normalisierungspfad bleibt zwar „low and slow“. 

Der Wechsel des Zins-Regimes ist strukturell. Auslöser ist die inzwischen verfestigte Inflation in Japan. Die Inflationsrate liegt bei 1,4% (BIP-Wachstum +0,5%). Der schwache Yen hebt die Inflation zusätzlich an, denn sie wird über die Rohstoffseite importiert. Das führt seit Monaten zu kräftigen Lohnabschlüssen. Reagiert die BoJ nicht, wachsen die Risiken, dass sich in Nippon eine kräftige Lohn-Preis-Spirale zu drehen beginnt. Wir erwarten, dass die BoJ weitere kleine Schritte vollzieht. Diese wird sie so lange wie möglich strecken. 

Unternehmen sollten Yen-Veränderungen im Blick behalten

Unternehmen sollten das sich abzeichnende neue Zins-Regime sukzessive einpreisen. Noch sind die Zinsdifferenzen zwischen den USA/Europa und Japan groß. Die Phase extrem niedriger Zinsen, die über Jahrzehnte Kapitalabflüsse begünstigt hat, läuft aber aus. Finanzierungen in Yen und Carry-Trades werden riskanter. 

Die Reallokation japanischer Auslandsinvestitionen dürfte im Trend an Bedeutung gewinnen. Das könnte neue Kanalisierungen bei den Kapitalströmen zur Folge haben, weil japanische institutionelle Investoren zu den größten globalen Kapitalgebern zählen. Bereits kleine Änderungen im heimischen Zinsumfeld können mittelfristig spürbare Auswirkungen auf internationale Kapitalströme haben. Dieser Prozess wirkt potenziell stabilisierend für den Yen.

Fazit: Die Zinsen in Japan werden weiter steigen, der Normalisierungspfad bleibt dabei flach. Die BoJ kalibriert weiter in Richtung Zinsneutralität. Stellen Sie sich darauf ein, dass der Yen Rückenwind bekommt.
Neueste Artikel
  • Gesamtschau und Wochenbericht in KW 29 für PP V, PP VII, PP VIII und PP IX

FUCHS-Performanceprojekte: Risikodisziplin bleibt der entscheidende Erfolgsfaktor

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Vier Projekte, hunderte Anlageentscheidungen und völlig unterschiedliche Strategien. Dennoch zeigt die aktuelle Auswertung der FUCHS-Performance-Projekte ein erstaunlich einheitliches Bild. Nicht die aggressivsten Portfolios stehen vorne, sondern die Manager mit der konsequentesten Risikokontrolle. Während einzelne Häuser spektakuläre Vermögensstände erreichen, überzeugen andere durch außergewöhnliche Stabilität. Lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 29: Vermögensverwalter im Belastungstest

BTV, Berliner Sparkasse, Deka und LLB vor der Benchmark

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Benchmarkdepot setzt auch in Projekt 9 (Stiftungsportfolio) hohe Maßstäbe. Dennoch gelingt vier Vermögensverwaltern der Sprung über die Referenzmarke. Während die Bank für Tirol und Vorarlberg das Feld beim Vermögensstand anführt, überzeugen Berliner Sparkasse, Deka Vermögensmanagement und die Liechtensteinische Landesbank mit konstant starken Ergebnissen. Die aktuellen Zahlen zeigen, wer Risiken kontrolliert und warum die Mehrheit der Teilnehmer hinter der Benchmark zurückbleibt.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt VIII: Sieben schlagen die Benchmark

Genève Invest, Hansen & Heinrich und FV Frankfurter Vermögen vorne

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Benchmarkdepot gilt in Projekt 8 als Messlatte für aktives Fondsmanagement. Dennoch haben sieben Vermögensverwalter den Referenzwert inzwischen übertroffen. Während Genève Invest den größten Vermögensvorsprung erzielt, überzeugt FRÜH & PARTNER mit einer außergewöhnlichen Kombination aus Rendite und Risikokontrolle. Viele bekannte Namen bleiben dagegen hinter dem Maßstab zurück. Die aktuellen Zahlen zeigen, wer echten Mehrwert schafft und wer Anlegern aktuell wenig Mehrertrag bietet.
Zum Seitenanfang