Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
1803
Kanada: Starke Wirtschaftsindikatoren wecken Hoffnung, während Inflation sinkt und Energieaktien Momentum gewinnen

Kanadas Einkaufsmanagerindex: Hoffnungsschimmer für die Wirtschaft

© metrokom / iStock / Thinkstock
Kanadas Leitzins im März blieb, wie erwartet, bei 2,25% unverändert. Die konjunkturellen Folgen des Konfliktes im Mittleren Osten könnte die Notenbank jedoch zu Anpassungen veranlassen. Mit den Energiepreisansteigen wird eine anziehende Inflation verbunden. Die Teuerung gibt vorerst Entwarnung. Solange das Wachstum nicht einbricht, dürften die Zinsen unverändert bleiben. Der üblicherweise wachstumsdämpfende Effekt erhöhter Energiekosten hilft kanadischen Exporteuren.

Kanadas Einkaufsmanagerindex für Februar gibt Hoffnung. Mit einem Stand von 56,6 Zählern übertraf er die erwarteten 51,1 deutlich und lag über dem Vormonat mit 50,9 Punkten. Der Subindex für die Zulieferungen lag niedriger und der für Lagerbestände legte zu. Die Erhebung für die Preisentwicklung signalisiert günstigere Einkaufsbedingungen und ist Vorbote für die Inflation.

Inflation fällt weiter

Nach der rückläufigen Tendenz im Januar setzte die Teuerung mit Dynamik im Februar diesen Trend fort. Mit 1,8% fiel sie tiefer als mit 1,9% erwartet und auf den niedrigsten Stand seit Juli vergangenen Jahres. Auch die Erwartungen der Bank of Canada (BOC) wurden erfüllt und ihr Inflationsziel von 2% unterboten. Die Kernrate fiel stärker als erwartet und legte nur noch mit 2,3% zu.

Risiken steigen allerdings

Obwohl der Preisrückgang breit angelegt war, weisen Analysten auf den Basiseffekt aus dem Vorjahr hin, der durch Steuervergünstigungen entstand und das Bild verzerrt. Ebenso dürfte der kriegsbedingte Preisanstieg vieler Rohstoffe, insbesondere bei Energieträgern, einen Preisschub nach sich ziehen. Firmen, in diesem Bereich profitieren von anziehenden Verkaufspreisen.

Energie-Big-Cap mit Momentum

Die Aktie von Canadian Natural Resources (WKN 865114) spiegelt dies bereits wider und liegt auf sechs Monate um mehr als 46% vorne. Canadian Natural Resources ist Kanadas führender Öl- und Gasproduzent. Mit seinen Reservekapazitäten in Ölsanden blickt der Energie-Major auf deren Nutzung für weitere 30 Jahre. Das Ölfeld in der Nordsee dürfte noch für weitere 15 Jahre abbaubar sein. Ratingagenturen bescheinigen eine solide Bonität. Moody`s bewertet das Unternehmen mit einem Baa1 und somit mit einem guten Investmentgrade. Die Eigenkapitalquote beziffert sich auf 46%. Bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3,7 für dieses Jahr und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,8 bezahlt der Investor den 16-fachen erwarteten Gewinn. Die in Aussicht gestellte Dividende mündet in eine Rendite von 3,8% bei einer Ausschüttungsquote von knapp 62%. Die Gesellschaft erwies sich als zuverlässigen Dividendenzahler mit einer vierteljährlichen Ausschüttungspolitik.

Fazit: Kanada profitiert von Bodenschätzen. Nicht nur der Sektor Energie wird mit den geopolitischen Krisen immer wichtiger, sondern auch die breite Palette von Metallen gibt der Konjunktur Rückenwind. Die Ausfuhr zum direkten Nachbarn und größten Handelspartner USA gibt verlässliche Exporteinnahmen.

Empfehlung: Aktien im Energiebereich belohnen bereits mit Kursgewinnen. Die Erwartung auf höhere Dividenden ist realistisch. Der Loonie dürfte davon profitieren und veredelt die Rendite.

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • BFH: Steuerfreiheit von Corona-Sonderzahlungen bestätigt

Corona-Sonderzahlungen bleiben steuerfrei

Der Bundesfinanzhof hat eine wegweisende Entscheidung zur Steuerfreiheit von Corona-Sonderzahlungen getroffen. Die ist für Unternehmen positiv.
  • Fuchs plus
  • Immobilien und Steuern: Wie Vermögende ihre Belastung reduzieren können

Immobilien: Steuerstrategien für Vermögende

Gerüchte über eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes werfen Fragen zur Steueroptimierung auf. Strategien wie die Immobilien-GmbH, Ehegattenschaukel und Einbringung in eine GmbH & Co. KG bieten Möglichkeiten zur Reduzierung der Steuerlast.
  • Fuchs plus
  • Firmenfahrzeug: Wann der Kostenabzug scheitert

Privat-Pkw auf Dienstreisen

Ein Arbeitnehmer nutzte seinen Privatwagen für Dienstreisen, obwohl ein Firmenwagen zur Verfügung stand. Kann er die Kosten dafür steuerlich geltend machen?
Zum Seitenanfang