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Kanada: Ende der Niedrigzinsphase

Kanadas Wirtschaft zieht an, Anleger folgen

© metrokom / iStock / Thinkstock
Die Niedrigzinsphase in Kanada endet, da Inflation und wirtschaftliche Aktivität zunehmen. Anleger haben in diesem Umfeld gute Chancen.

In Kanada geht die Niedrigzinsphase zu Ende. Denn es gibt deutliche Anzeichen für eine anziehende Inflation und auch für eine zunnehmende wirtschafftliche Aktivität. Das wird die Notenbank nicht ignorieren können. Daraus dürften sich für Anleger gute Chancen ergeben.  

Die Teuerung ist im Mai mit 3,2% stärker gestiegen und setzt dynamisch den im Februar begonnenen Aufwärtstrend fort. Sie erreichte den höchsten Stand seit Dezember 2023. Die Benzinpreise sprangen um mehr als 33% nach oben. Die breiter gefassten Energiepreise verteuerten sich um 9% und übertrafen damit sogar den Vormonatswert (+7,6%).

Die Zinsen werden steigen

Daher spricht viel für steigenden Zinsen. Wir bezweifeln, dass die Notenbank trotz der von ihr beobachteten Kernrate, die bei im Durchschnitt 2,1% verbleibt, unbeeindruckt bleibt. Zu hoch ist die, wenn auch zeitlich versetzte Korrelation zwischen Energiepreisen und dem allgemeinen Preisniveau. Am 15 Juli steht die nächste Zinsentscheidung an. Der Ausgangspunkt für die Bank of Canada von 2,25% seit Oktober letzten Jahres ist niedrig. Ein 25-Basispunkte-Schritt würde den Leitzins weiter expansiven belassen.

Der Einkaufsmanagerindex signalisiert im Mai eine weitere Verbesserung. Der Index stieg von 57,7 im April auf 58,2. Neben fallenden Lagerbeständen und einer soliden Arbeitskräftenachfrage war es vor allem die Preisentwicklung die Aufmerksamkeit auf sich zog. Der Subindex stieg von 76,6 auf 78 und spiegelte nachhaltigen Preisdruck über alle Sektoren wider.

Stimmung in der Wirtschaft ist gut

Die Einzelhandelsumsätze legten im Mai trotz der steigenden Energiekosten den fünften Monat in Folge zu (+1%). Der Arbeitsmarkt ist in einer guten Verfassung. Im Mai sank die Arbeitslosenrate auf 6,6% und markierte den niedrigsten Stand seit Januar.

Die steigenden Energiepreise haben für Kanada auch eine positive Seite. Denn Kanada lebt weiterhin von Energieexporten. Die Genehmigung einer Pipeline von Enbridge (WKN 885427, FD vom 30.01), dem führenden Pipelinebetreiber in Kanada, könnten den Exporterlös mit Erdgas und Erdöl erhöhen. Außerdem könnte die Pipeline im Handelsstreit mit den USA die Kräfteverhältnisse mehr in Richtung Kanada verschieben.

Asien gewinnt an Bedeutung

Obwohl die USA der dominante Handelspartner sind, dürften die Diversifikations-Bestrebungen Ottawas in Washington mit Argusaugen beobachtet werden. Der asiatische Markt, getrieben von China und Südkorea, gilt als der mit dem dynamischsten Wachstum, insbesondere für LNG.

Wer Aktienrisiken momentan wegen der hohen Bewertung scheut, findet bei Endbridge aussichtsreiche Zinspapiere. Die mit einem Aa2 und damit einem guten Investmentgrade-Rating bewertete WKN A2R82L Anleihe läuft noch bis zum 03. Oktober 2029. Der Kupon von 2,99% wird halbjährlich fällig und am 03. Oktober das nächste Mal fällig. Bei einem Kurs von 98,6% wirft der Bond eine effektive Rendite von 3,44% ab.

Fazit: Kanada ist als Beimischung attraktiv. Der Loonie profitiert vom Rohstoffreichtum Kanadas. Die Wirtschaft zieht an und Anleger folgen. Investoren mischen Loonie-Anleihen stabiler Schuldner bei.
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