Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1724
Währungen aus Amerika (ex USA)

Kleine Lichtzeichen in Südamerika

In unserem Devisen-Wochenschwerpunkt blicken wir auf die Entwicklungen in Kanada, Mexiko, Argentinien, Brasilien und Chile.

Wieder Wachstum

Kanadas Wirtschaft hat die Rezession des ersten Halbjahrs hinter sich gelassen. Im 3. Quartal gab es einen Zuwachs von 0,6% oder annualisiert 2,3%. Den entscheidenden Schub lieferte der Export. Er legte wieder zu. Der private Konsum lieferte dagegen keine Impulse. Die Unternehmens-Investitionen belasteten das Ergebnis. Die jüngsten Zahlen vom aktuellen Rand sind allerdings nicht sehr verheißungsvoll: Die Umsätze des Einzelhandels waren überraschend rückläufig: -0,5% statt Konsens +0,3% zum Vormonat. Ebenso negativ die Überraschung bei den Umsätzen der verarbeitenden Industrie (manufacturing). Sie gaben im Monatsvergleich um 1,5% nach (Konsens +0,4%). Schon der Vormonat war mit -0,2% rückläufig. Die Inflation liegt mit 1% am unteren Rand des Zielbereichs von 1%-3%. Das deutet auf eine schwache Nachfrage hin. Die Währungshüter blieben daher beim expansiven Leitzins von 0,5% und verwiesen auf die Probleme: Die gefallenen Rohstoffpreise haben durch den negativen Terms-of-Trade-Effekt zunächst für schwaches Wachstum gesorgt. Schwächere Investitionen der Rohstofffirmen haben diesen Effekt verstärkt. Positiv macht sich dagegen die wachsende US-Nachfrage bemerkbar. Zumal der zum Dollar schwächere CAD den Export beflügelte. Insgesamt dominieren aber – wie schon an den aktuellen Daten erkennbar – die Abwärtsrisiken. Die Bank of Canada erwartet schwächeres Wachstum für das laufende Quartal. Letzteres liefert beachtliche Argumente für eine weitere Zinssenkung – nicht zuletzt im Licht der niedrigen Inflationsrate.

Fazit: Wir erwarten aufkommende Zinsspekulationen und von daher einen eher schwächeren CAD.

Lateinamerikanischer Musterknabe

Die Inflationsrate Mexikos bleibt mit zuletzt 2,5% weiter knapp unterm Ziel der Notenbank. Dieses beträgt 3%. Mexikos Wachstum legte mit zuletzt 2,6% im 3. Quartal weiter leicht zu. Damit nähert es sich seinem Potenzial. Das Land profitiert von der Erholung in den USA sowie von den Strukturreformen. Diese haben nicht zuletzt auch ausländische Investoren angelockt. Schwachpunkt bleibt das Ölgeschäft aufgrund des Einbruchs der Preise. Dieser hat offenbar auch in Mexiko zu einem fühlbaren Rückgang der Produktion geführt. Die Währungshüter stehen von daher nicht unter Handlungsdruck. Sie werden auf den US-Trend erst dann mit einer Anpassung reagieren, wenn es tatsächlich zu einer Zinsentscheidung in Washington kommt.  

Fazit: Der Peso bleibt durch Abflüsse ausländischer Anlagen verwundbar. Derzeit sind aber kaum Auslöser dafür erkennbar. Der allgemeine Trend gegen die Emerging Markets im Vergleich zum Dollar dürfte aber für kleinere Rückgänge sorgen.

Neue Chancen nach der Wahl

Argentiniens Wähler haben dem Land eine neue Chance gegeben, die Wirtschaft wieder in Gang zu setzen. Der Kandidat der konservativen Opposition, Mauricio Macri, hat sich in den Präsidentschaftswahlen durchgesetzt. Zur Stabilisierung gehört einserseits eine Lösung im Streit mit den Eigentümern der Altanleihen aus dem Default von 2001. Andererseits ein stabiler Peso-Außenwert ohne Kapitalverkehrskontrollen. Nur damit lassen sich der Schwarzmarkt und die verzerrenden Spannen zwischen offiziellen und irregulären Kursen ausschalten sowie die schrumpfenden Reserven schützen. Das setzt eine Abwertung des offiziellen Kurses und konsequente Inflationsbekämpfung voraus. Lokale Analysten gehen davon aus, dass die Abwertung zu etwa 12 Peso je Dollar führen müsste (aktuell 9,71).

Fazit: Die Macri-Administration findet freundliches Interesse, das dem Peso zugute kommt. Für mehr als gute Stimmung sind aber konkrete Pläne nötig.   

Rousseff vor Amtsenthebung?

Was vor kurzem noch undenkbar schien, rückt in Reichweite: Eine Amtsenthebung für Präsidentin Dilma Rousseff. Das wäre die Chance für einen Neuanfang. Denn Teile der eigenen Arbeiterpartei versagen ihr mittlerweile die Gefolgschaft. Das eröffnet die Chance auf Verhältnisse, die eine geordnete Konsolidierung der Staatsfinanzen ermöglichen. Das politische Chaos in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat die Rezession verschärft. Im 3. Quartal ging das BIP um 1,7% zum Vorquartal und 4,5% zum Vorjahr zurück. Die Inflation ist unterdessen wieder fast zweistellig (zuletzt 9,9%). Das wird die Notenbank bald zu weiteren Zinserhöhungen (Leitzins aktuell 14,25%) zwingen. Sie werden das Wachstum blockieren. Eine Zinserhöhung auf 14,75% haben die Währungshüter jüngst mit 2:6 Stimmen abgelehnt.

Fazit: Der Real wird unter dem Druck der Misere weiter nachgeben.

Besserung – ganz langsam

Chile ist durch den Verfall des Kupferpreises in Schwierigkeiten. Infolge schwacher Investitionen im Bergbau bremsen sie die Wirtschaft insgesamt. Eine klimabedingte Schwäche der exportorientierten Landwirtschaft kommt hinzu. Unterm Strich drück das die Stimmung. Die Fortschritte sind vergleichsweise klein: Das Wachstum legte vom 2. auf das 3. Quartal von 2,2% auf 2,3% zu. Die Inflation ging auf 4% zurück. Im August waren es noch 5%. Damit ist sie jetzt zurück im Zielbereich von 2%-4%.

Fazit: Der Peso bleibt durch die enge Abhängigkeit vom Kupferpreis weiter stark anfällig.  

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus Amerika

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
KanadaCAD1,4561,441,47sicher
3m-Zins0,890,80,7
MexikoMXN18,2518,118,2neutral
3m-Zins3,263,33,5
ArgentinienARS10,631211,80unsicher
3m-Zins27,32625
BrasilienBRL4,0984,124,15neutral
3m-Zins12,991313,5
ChileCLP765,7770780neutral
3m-Zins3,53,53,4
  • CAD: Die Schwäche der Rohstoffe schwächt den CAD, zumal auch Spekulationen über Zinssenkungen aufkommen werden.

  • MXN: Die guten Daten stützen den Peso. Allerdings bleiben Risiken durch Ansteckungseffekte.

  • ARS: Die Abwertung des ARS als erster Schritt zur Normalität scheint unvermeidlich, ihr sollte eine kräftige Erholung folgen.

  • BRL: Der BRL wird durch die Doppelkrise in Politk und Wirtschaft weiter nach unten getrieben.

  • CLP: Der CLP wird vom Kupfer her schwächer. 


Meist gelesene Artikel
  • Geldtipp-Podcast #7

Immobilien im Privatvermögen

Das Logo zum Geldtipp-Podcast. © Springernature
Geldtipp – Pferdchen trifft Fuchs. Stefanie Burgmaier, das Pferdchen und verantwortlich für das Wissensportal springerprofessional.de, und Ralf Vielhaber, der Fuchs und Herausgeber der Fuchsbriefe, sprechen über wichtige Themen rund ums Geld. Diesmal im Fokus: Immobilien im Privatvermögen.
  • Fuchs plus
  • Analyse nach FUCHS-Bewertungskriterien

Platin vom Asteroiden

Asteroid fliegt an Erde vorbei. © adventtr / Getty Images / iStock
Auf der Erde werden manche Rohstoffe knapp. Doch im Weltraum ist das Potenzial schier unbegrenzt. Erste Abenteurer machen sich daher auf den Weg. Und mutige Anleger können sich per Token beteiligen.
  • Fuchs plus
  • Corona-Maßnahmen werfen Sonderverwaltungszone immer weiter zurück

Hongkong erneut in einer Rezession

Hafen von Hongkong. (c) XtravaganT - Fotolia
Zum zweiten Mal binnen drei Jahren ist die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong in die Rezession abgerutscht. Schuld daran sind vor allem die unverändert scharfen Corona-Maßnahmen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bald rollen H2-LKW über die Autobahnen

Mega-Deal in der Wasserstoff-Branche

Wasserstoff-LKW. © AA+W / stock.adobe.com
Es ist einiges los in der Wasserstoff-Wirtschaft. Als "Energieträger der Zukunft" planen immer mehr Firmen darauf umzusatteln. Im Verkehrsbereich hat nun das Unternehmen Clean Logistics den bislang "dicksten Fisch" an Land gezogen.
  • Fuchs plus
  • Pflanzen auf dem Dach sind mehr als nur ein Hingucker

Energieverbrauch senken, dank Dachbegrünung

Ökologische Architektur: Haus mit begrünter Fassade und Dach. © Arndale / stock.aobe.com
In Frankreich sind Dachbegrünungen auf Neubauten in Gewerbegebieten bereits seit einigen Jahren Pflicht. Das ist hierzulande nicht der Fall. Dennoch sollten gerade Unternehmen eine Bepflanzung ihrer Dächer in Erwägung ziehen.
  • Fuchs plus
  • Marktanalysten erwarten Preisspitze im vierten Quartal

Diesel wird noch teurer

Diesel wird in den Tank eines LKW gefüllt. © Stephen Dewhurst / stock.adobe.com
Diesel wird in den kommenden Monaten nochmals teurer, denn die EU hat bisher einen guten Teil des Kraftstoffs aus Russland importiert. Der Preisabstand zu Benzin wird stark ansteigen, so die Prognose wichtiger Energieanalysten.
Zum Seitenanfang