Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2519
Italiens irre Forderungen

Mit der neuen Regierung in Rom kehren Europas Krisensorgen zurück

Italien schockt die Eurozone mit irren Forderungen aus den Reihen der voraussichtlichen künftigen Koalitionspartner. Obwohl die Umsetzung der Forderungen so gut wie keine Chance auf Realisierung hat, haben Roms Ausfälle doch Folgen.

Die Schuldenkrise kommt wieder auf die Tagesordnung. Eine Koalition aus Lega Nord und der Bewegung Fünf Sterne in Italien bringt den Euro unter Druck. Die neue Koalition rührt gleich an zwei Tabus:

  • Nimmt man die ausgabenwirksamen Wahlversprechen beim Wort, würde das Budgetdefizit auf 7% vom BIP hochschnellen – sofern es keine Gegenfinanzierung durch Ausgabenkürzungen gibt.
  • Zudem taucht im Koalitionspapier die Forderung nach einem Schuldenerlass für Italien auf. Beides weckt Befürchtungen vor einer neuen Schuldenkrise.

Die Pläne haben kaum Aussicht auf Realisierung. Doch sie verderben die Stimmung. Zudem bleiben die Konjunkturdaten aus der Eurozone eher schwach: Die Inflationsrate ging zuletzt leicht von 1,3% auf 1,2% zurück. Die Stimmung der Unternehmen trübt sich unter dem Eindruck schwächerer Auftragseingänge ein. Das zeigen die jüngsten Einkaufsmanager-Indizes.

Offenbar wirkte sich der zeitweise Anstieg des Euro auf die Industrieproduktion aus. Sie enttäuschte zuletzt ebenfalls. Vor diesem Hintergrund verpuffte die Nachricht, dass ausgerechnet der französische Zentralbankpräsident Francois Villeroy de Galhau steigende Euro-Zinsen trotz Abflachung der Konjunktur erwartet. Damit lässt sich der Euro nicht mehr stark reden. Zumal neben dem Problemfall Italien die Reformdiskussion den Euro wieder belasten wird. Denn mit den bedenklichen Signalen aus Rom wird speziell in Deutschland, aber wohl auch in Benelux, die Bereitschaft zur konstruktiven Auseinandersetzung mit den Vorschlägen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron weiter sinken.

Fazit: Der Euro wird fühlbar schwächer werden.

Empfehlung: Verstärkt in den US-Dollar umschichten und Zins- und Kursvorteile nutzen.

Neueste Artikel
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 19: Aktive Akzente in ruhigem Marktumfeld

Spiekermann & Co. dominiert mit Rotation, DGK überzeugt mit Struktur

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 9 (Stiftungsportfolio) reicht eine Handvoll Transaktionen aus, um deutliche Unterschiede zu erzeugen. Während das Benchmarkdepot vollständig passiv bleibt, greifen einzelne Vermögensverwalter gezielt ein. Struktur, Risikoappetit und selektiver Handel prägen die Woche. Konkrete Umschichtungen im sechsstelligen Bereich entscheiden über Out‑ und Underperformance – und machen Projekt 9 zu einem Lehrstück moderner Vermögenssteuerung. Erfahren Sie hier mehr.
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 19: Strukturqualität im Stresstest

Kaiser Partner, Spiekermann & Co. und DGK setzen sich vorne ab

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 8 (vermögensverwaltende Fonds) entscheidet nicht das Timing, sondern die Architektur der Portfolios. Alle Vermögensverwalter verzichten vollständig auf Wertpapiertransaktionen – und dennoch öffnen sich klare Leistungsunterschiede. Während das Benchmarkdepot marktgetreu und stabil verläuft, nutzen einzelne Häuser ihre strategische Aufstellung deutlich besser. Wer mehr Rendite erzielt, zahlt mit höheren Schwankungen. Wer maximale Ruhe sucht, bleibt zurück. Lesen Sie hier.
  • Wochenbericht zu Projekt VII: Bewegung, Mut und Momentum im Private Banking

Gewinner der Woche: Kaiser Partner und A&Q setzen sich vom Feld ab

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 7 (Private-Banking) nutzt ein Teil der Vermögensverwalter die Marktphase konsequent aus. Während das Benchmarkdepot ohne jeden Eingriff von der positiven Marktentwicklung profitiert, erzielen einzelne Häuser durch gezielte Allokationsentscheidungen deutlich höhere Vermögenszuwächse. Auffällig ist dabei: Sowohl aktives Handeln als auch disziplinierte Untätigkeit führen zu Outperformance. Der Unterschied liegt im Risikoprofil – und in der Qualität der Entscheidungen.
Zum Seitenanfang