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Bundesbankpräsident zur Teuerungsrate

Nagel rechnet mit weiterem Zinsanstieg

Die hohen Energiepreise werden sich in den kommenden verstärkt im Preisniveau niederschlagen. Zur Bekämpfung der Inflation schließt die Bundesbank weitere Zinserhöhungen nicht aus.

Bundebankpräsident Joachim Nagel hat angekündigt, dass die EZB im Kampf gegen die Teuerungsrate auch weitere Leitzinserhöhungen nicht ausschließt. „Wir sind entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig beim Zielwert von 2% stabilisiert. Im Juli trifft sich der EZB-Rat zur nächsten geldpolitischen Sitzung. Dabei halten wir uns alle Optionen offen“, sagt Nagel.

Laut dem Bundesbanker haben sich in der Juni-Projektion des Eurosystems die Inflationsaussichten verschlechtert. Danach werden sich vor allem die hohen Energiepreise, Inflationstreiber Nummer 1, jetzt zunehmend in den Verbraucherpreisen widerspiegeln. Aber auch das Risiko, dass hohe Lohnforderungen die Preise zusätzlich treiben, sei derzeit nicht mehr auszuschließen. Im Mai war die Inflationsrate auf 3,2% gestiegen. Vor diesem Hintergrund hatte der EZB-Rat beschlossen, die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte zu erhöhen.

Ölpreis treibt Teuerungsrate

Bundesbankpräsident Nagel weist zudem darauf hin, dass selbst bei der von den USA und dem Iran angekündigten Öffnung der Straße von Hormus, die ab Ende der Woche wieder befahrbar sein soll, es noch Monate dauert, bis sich das Ölangebot normalisiert. Erschwert werde dieser Prozess noch dadurch, dass Produktionsstätten in der Region teilweise beschädigt oder außer Betrieb gesetzt sind und auch die Reserven kleiner werden. In Deutschland, so Nagel, dürfte der Preisdruck nochmals steigen, wenn der Tankrabatt auslaufe. Dieser habe die Inflationsrate im Euroraum im Mai um 0,4 Prozentpunkte gedämpft.

Obwohl der Krieg in der Golfregion die Konjunktur in Deutschland eingetrübt habe, ist laut Nagel das Winterhalbjahr besser als erwartet gelaufen. Die Bundesbank prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft 2026 real um 0,5 % wächst. Die Prognose vom Dezember ist damit von den Frankfurter Währungshüter nur geringfügig um 0,1 Prozentpunkte nach unten korrigiert worden.

Konjunktur nimmt Fahrt auf

Da es in diesem Jahr überdurchschnittlich viele Arbeitstage gibt, rechnet die Bundesbank 2026 mit einem realen Wachstum von 0,7%. Für das kommende Jahr soll sich der Anstieg des BIP kalenderbereinigt auf 0,8% und dann im Folgejahr auf 1,4% beschleunigen. „Bis 2028 dürfte die Konjunktur also wieder an Fahrt gewinnen“, sagt der Bundesbankpräsident. 

Fazit: Die EZB kann der Teuerungsrate nur mit weiteren Zinsschritten begegnen. Solange die Straße von Hormus gesperrt bleibt, ist der Einfluss der Währungshüter auf die Inflationsarte aber begrenzt.
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