Neuausrichtung der EZB
EZB-Direktorin Isabel Schnabel tritt vorzeitig zurück und wechselt zum IWF. Diese Personalveränderung und hartnäckige Gerüchte um EZB-Chefin Christine Lagarde deuten auf einen grundlegenden Umbau der Notenbank hin.
Vor wenigen Wochen hatten wir es hier angedeutet (FD vom 04.09.), jetzt ist es klar: EZB-Direktorin Isabel Schnabel tritt vorzeitig von ihrem EZB-Posten zurück und geht zum Internationalen Währungsfonds (IWF). Schabel wird die Zentralbank im Januar verlassen. Auch um EZB-Chefin Christine Lagarde halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass sie vor dem Ende ihrer Amtszeit die EZB verlassen könnte. Zudem endet im Mai nächsten Jahres die Amtszeit des EZB-Chefvolkswirtes Lane.
Stühlerücken in der EZB
Die EZB steht damit vor einem fundamentalen Umbau. Bisher wird die Notenbank als relativ streng wahrgenommen. Das könnte sich mit den Personalwechseln an den zentralen Stellen ändern. Wer die vakant werdenden Positionen füllen wird, ist noch sehr unsicher. Von Bloomberg befragte Ökonomen sehen mehrheitlich den früheren Notenbankgouverneur Spaniens, Pablo Hernandez de Cos, als Favorit für Lagardes Nachfolge. Bundesbankpräsident Nagel werden hingegen kaum Chancen eingeräumt. So hat die die deutsche Regierung bisher keine Anstalten gemacht hat, seine Kandidatur zu unterstützen.
Hintergrund: Schon die vergangenen anderthalb Jahre waren bei der EZB aus Personalsicht turbulent. Im 27-köpfigen EZB-Rat gab es insgesamt acht Neuzugänge. So haben bei insgesamt sieben nationalen Notenbanken die Spitzen gewechselt, im Januar kam mit Bulgariens Beitritt zum Euroraum ein weiterer Notenbankgouverneur hinzu, so die Commerzbank.
Fazit: Die grundsätzliche geldpolitische Richtung der EZB steht zur Disposition. Sie hängt an den Personen, die auf die vakanten Stellen nachrücken. Sollte de Cos die Nachfolge Lagardes antreten, würde eine geldpolitische Taube eine weitgehend neutrale Präsidentin ersetzen, meint die CoBa.