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Japan in der demografisch-wirtschaftlichen Sackgasse

No way out

Trotz Probleme ist der Yen vorläufig stabil und in Krisenlagen stark. Copyright: Pixabay
Seit den 90er Jahren befindet sich Japans Wirtschaft in einer anämischen Phase. Notenbank und Regierung haben massiv interveniert. Mit mäßigem Erfolg. Die Staatsverschuldung ist auf einem kaum tragbaren Niveau. Dabei gilt Nippon auch dem IWF als Modell für Europa.

Japan gilt als Modellfall für die seit der Krise 2007/8 erkennbaren Probleme der westlichen Industriestaaten. Diese Neue Normalität mit schwachem Wachstum und gegen null tendierender Inflation bei ultra-expansiver Geld- und Fiskalpolitik ist dort schon seit Ende der 90er Jahre zu beobachten.

Die aktuelle IWF-Einschätzung zeigt das ganze Dilemma. Auch in Japan schwächt sich das Wachstum fühlbar ab, wie der Tankan zum 4. Quartal (FD 20.12.19) und der nochmals deutlich gefallene Einkaufsmanager-Index (composite 48,6 nach 49,8 Punkten) zeigen.

Zum Gegensteuern fehlt der Spielraum

Zum Gegensteuern fehlt der Spielraum. Die Leitzinsen wurden bereits 1998 auf nahe null herunter gefahren. Sie wurden zuletzt 2016 auf -0,1% geändert. Zugleich hat die quantitative Lockerung durch den Ankauf von Staatsanleihen die Notenbank zum größten Gläubiger des Staates gemacht. Und mit der Erweiterung der Käufe von Aktien und Fonds auch zu einem der größten Aktionäre des Landes.

Die laufenden Offenmarkt-Käufe sollen nicht zuletzt eine steigende (normale) Zinsstruktur fixieren. Die Geldmarktsätze bleiben negativ, die Rendite bei null. Das soll dem Bankensystem positive Zinsmargen sichern.

Renditen sind im negativen Bereich und müssten über null gehievt werden

Das Problem: Die Renditen rutschten bereits in den negativen Bereich. Sie schufen eine leicht inverse Zinsstruktur. Die Renditen müssten hochgefahren werden. Doch das läuft auf eine unerwünschte Straffung hinaus.

Das analoge fiskalische Dilemma wurde mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer von 8% auf 10% per Oktober deutlich. Dieser Schritt zur Konsolidierung des Etats (Staatsverschuldung rund 250% vom BIP) wurde durch parallel gewährte Steuererleichterungen für Unternehmen sowie Häuslebauer und Autokäufer konterkariert, um die Konjunktur zu stabilisieren.

Das Yen-Paradox

Diese Blockaden sind bedrohlich. Denn die staatlichen Soziallasten steigen im Zuge der Überalterung der Bevölkerung bereits sichtbar an.

Trotz dieser Probleme ist der Yen vorläufig stabil und in Krisenlagen stark. Er wird durch die vergleichsweise niedrige Inflation (unter 1%) sowie die Rolle als sicherer Hafen für asiatische Investoren unterstützt.

Fazit: Wir sehen einen stabilen bis festen Yen, der sich mangels Zinserträgen allerdings nicht als Anlagewährung eignet, sofern man nicht mit Derivaten auf kurzfristige Bewegungen wetten will.

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