NOK läuft wie geschmiert
Der Dollar hat zuletzt gegenüber dem Euro verloren, der Aufschwung der Norwegischen Krone geht ungebremst weiter. Am Donnerstagnachmittag gab es für den Euro nur noch 11,0683 NOK. Seit Jahresbeginn hat sich die Krone gegenüber dem Euro um 6,6% verteuert, womit sie sich als eine der festesten Währungen erweist.
Norwegen gehört zu den wenigen europäischen Ländern, die vom Iran-Krieg wirtschaftlich profitieren. Denn das skandinavische Land fördert täglich etwa 2 Mio. Barrel Öl, wovon rund 1,7 Mio. Barrel exportiert werden.
46 Mio. Dollar pro Tag mehr
Während das Barrel der Nordseesorte Brent vor dem Krieg lediglich 72,48 US-Dollar kostete, waren es am Donnerstagnachmittag 95,67 Dollar, ein Plus von knapp einem Drittel. Damit erlöst Norwegen rein rechnerisch täglich gut 191 Mio. Dollar und damit mehr als 46 Mio. Euro mehr als vor dem Krieg. Aufs Jahr gerechnet kassieren die Norweger also rund 16,8 Mrd. Dollar mehr als mit den Februarpreisen.
Dabei hat der Ölpreis in den vergangenen Tagen nachgegeben. Ende März hatte das Barrel Brent noch 118,35 Dollar gekostet. Tatsächlich haben die Norweger also im März zeitweise deutlich mehr verdient.
Zinsniveau deutlich höher als in der Eurozone
Neben den sprudelnden Petrodollars lockt die Norwegische Krone auch mit hohen Zinsen. Der Leitzins beträgt in dem skandinavischen Land 4%; in der Eurozone sind es dagegen magere 2%.
Die 10jährigen norwegischen Staatsanleihen verzinsen aktuell mit 4,38% und damit fast 1,4-Prozentpunkte mehr als die 10jährigen Bundesanleihen mit 3,0027%. Unterdessen ist das Ausfallrisiko norwegischer Staatsanleihen gleich Null. Denn der norwegische Staatsfonds sitzt auf einem Vermögen von aktuell etwa 1,8 Billionen Euro.