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Japans Notenbanker mit gebundenen Händen

Nur theoretische Möglichkeiten weiter zu lockern

Der Yen bleibt trotz des Rücksetzers stark. Diese Stärke ist der japanischen Politik hinderlich. Indes ist kein praktikables Instrument mehr für eine weitere Lockerung erkennbar.
Trotz des Rücksetzers bis 107 Yen zum Dollar bleibt der Yen relativ stark. Diese Stärke der japanischen Währung ist den Verantwortlichen sowohl in der Regierung als auch in der Notenbank ein Dorn im Auge. Denn die Währungsstärke konterkariert die jahrelangen Bemühungen um eine Lockerung und Abwertung, mit der die Binnennachfrage angeschoben und die Inflation ein wenig in Richtung des Ziels 2% gehoben werden soll. Von diesem Ziel sind die aktuellen Daten weit entfernt. Die Inflationsrate lag per Juni (letzter verfügbarer Wert) bei 0,1%, die Kernrate war mit 0,4% nicht sehr viel höher.

Die kleine Abschwächung von 105 auf 107 USD|JPY war die Reaktion auf eine verbale Intervention von Notenbank und Finanzministerium. Die wurde aus unserer Sicht an den Märkten aber überbewertet. Die japanischen Währungspolitiker haben ihren Spielraum bereits voll ausgereizt. Sie können aus eigenen Möglichkeiten heraus kaum mehr etwas tun. Es bliebe allenfalls die Möglichkeit einer auf G3- oder G7-Ebene vereinbarte gemeinsame Intervention der Notenbanken im Stil der 70er oder 80er Jahre. Unter den heutigen Voraussetzungen ist das aber eher nicht denkbar. Daher werden die Zuflüsse in den sicheren Hafen „Yen“ auch weiter für einen starken Yen sorgen.
Fazit: Der Yen bleibt mindestens stabil auf dem aktuellen Niveau. Speziell gegenüber dem Dollar dürfte er weiter zulegen. Das Risiko liegt daher bei etwaigen Zahlungsverpflichtungen, die abgedeckt werden sollten. Eine kleine Spekulation auf Währungsgewinne mit Yen-Positionen mit entsprechenden Derivaten (wie den bereits vorgestellten) sind denkbar.
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