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Frankreich, USA, Japan: Zinsanstieg durch Politik

Politische Risiken treiben Anleihezinsen weltweit

Die langfristigen Zinsen steigen weltweit – nicht wegen der Zinserwartungen, sondern wegen wachsender politischer Risiken. Was das für Anleihen, Währungen und Investoren bedeutet, erläutern FUCHS-Devisen anhand aktueller Daten aus den USA, Europa und Japan. Anleger sollten jetzt genau hinschauen, wo und wie sich Chancen und Risiken verschieben.

Die Zinsen für 30-jährige Staatsanleihen steigen. Und das weltweit. Doch nicht die Notenbanken sind der Grund, sondern die Politik.

Seit 2022 ist der Risikoaufschlag (Term Premium) für 30-jährige US-Staatsanleihen um 75 Basispunkte gestiegen. In Frankreich beträgt der Anstieg sogar 105 Basispunkte, in Italien 85, in Deutschland 84 und im Vereinigten Königreich 101 Basispunkte. Diese Aufschläge spiegeln das Misstrauen der Märkte gegenüber der langfristigen fiskalischen Stabilität wider.

Frankreich und USA im Fokus der Märkte

Frankreichs politische Unsicherheit – zuletzt verstärkt durch den Rücktritt von Premierminister Lecornu – lässt die Risikoaufschläge französischer Anleihen auf das Niveau Italiens steigen. Der Spread zwischen beiden Ländern ist so gering wie seit Einführung des Euro nicht mehr. Die Haushaltslage bleibt angespannt: Das Defizit dürfte 2026 bei rund 5,5 Prozent des BIP verharren.

In den USA sorgt der Haushaltsstreit für institutionelle Unsicherheit. Zwar bleibt der Großteil der Ausgaben unangetastet, doch das Vertrauen in die fiskalische Steuerungsfähigkeit leidet. Die Folge: Die Rendite 30-jähriger US-Treasuries steigt auf ein Mehrjahreshoch. Für 2026 wird ein Haushaltsdefizit von 7,3% des BIP erwartet – trotz höherer Zolleinnahmen.

Japan: Inflationsrisiko statt politischer Krise

In Japan treibt nicht die Politik, sondern die Angst vor Inflation die Zinsen. Die neue LDP-Führung unter Sanae Takaishi setzt auf Steuersenkungen und Konjunkturprogramme. Das könnte das Haushaltsdefizit jährlich um einen Prozentpunkt erhöhen. Die Folge: Der Risikoaufschlag für 30-jährige JGBs steigt um 38 Basispunkte – ein historischer Höchststand.

Diese Entwicklungen wirken sich direkt auf die Währungen aus. Der US-Dollar dürfte durch Kapitalzuflüsse gestützt werden, sofern Investoren auf höhere Renditen setzen. Der Yen hingegen steht unter Druck – nicht zuletzt wegen der expansiven Fiskalpolitik. Der Euro bleibt anfällig, insbesondere wenn Frankreichs politische Krise eskaliert. 

Fazit: Langläufer meiden, Duration verkürzen: Die steigenden Risikoaufschläge auf 30-jährige Anleihen – plus 105 Basispunkte in Frankreich, +75 BP in den USA – zeigen, wie stark politische Unsicherheit die Märkte treibt. Anleger sollten auf kürzere Laufzeiten setzen, Währungsrisiken absichern und bei Euro-Anlagen besonders wachsam sein.
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