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Vietnam profitiert von Deglobalisierung

Rendite-Booster Dong

Flagge Vietnams ©picture alliance / Zoonar | BUTENKOV ALEKSEY
Das asiatische Schwellenland kann mit einer jungen und gut ausgebildeten Gesellschaft aufwarten. Über 60% der Vietnamesen sind unter 30 Jahre alt. Neben dem Tourismus punktet das produzierende Gewerbe, welches ausländische Direktinvestitionen anzieht. Die relativ niedrigen Herstellungskosten in dem knapp 100 Mio. Einwohner zählenden Küstenstaat sorgen für volle Auftragsbücher. Die Administration in Vietnam steuert das Land mit wachstumsfreundlichen Maßnahmen.

Der Abwärtstrend des Vietnamesischen Dong verliert an Dynamik. Kurzfristig trifft die Devise bei 28.000 EUR|VND auf Unterstützung. Wir erwarten, dass der VND wieder nach oben dreht. Er bekommt als Drehkreuzwährung international eine größere Bedeutung.

Starke Impulse für den Dong kommen aus der Wirtschaft. Das produzierende Gewerbe boomt. Der Einkaufsmanagerindex legte im April auf 50,3 zu und stieg damit das vierte Mal in Folge. Getrieben ist die gute Stimmung von anziehenden Auftragseingängen, mit dem schnellsten Anstieg seit August 2022 und auch von den Exporten.

Vietnams Wirtschaft wächst

Im ersten Quartal legte die Konjunktur um 5,7% zu. Allerdings war das BIP-Wachstum etwas schwächer als im vorigen Quartal (6,7%). Neben dem Konsum gaben das produzierende Gewerbe und der Export nach. Mit Blick auf die künftige Wirtschaftsentwicklung geben die ausländischen Direktinvestitionen die Richtung vor. Sie wuchsen in den ersten vier Monaten um 7,4% (6,3 Mrd. Dollar). Im Vorjahr hat Vietnam insgesamt 23,2 Mrd. Dollar angezogen (+3,6% ggü. 2022).

Im Einklang damit legte die Inflation im April um 4,4% zu. Das war mehr als im Vormonat mit knapp 4%. Sie wird getrieben durch anziehende Lebensmittelpreise und Transportkosten. Im Vergleich dazu liegt der Leitzins mit 6% aber noch relativ hoch. Im März senkte die Notenbank bereits andere Kreditbarometer und deutete weitere Zinssenkungen an. Dies dürfte der Konjunktur zu noch mehr Dynamik verhelfen und auch den Dong anschieben.

Geschlossener Fonds mit hoher Konzentration

Eine Anlagemöglichkeit ist der unter anderem in London börsengelistete geschlossene Fonds Vietnam Holding (WKN A2PE3T). Der Fonds bietet Zugang zu einem konzentrierten Portfolio mit circa 25 Positionen, von denen die Top 10 mehr als 60% des Fondsvermögens auf sich vereinen. Gemäß dem Fondsmanagerbericht für das zweite Halbjahr 2023 konnte mit einem Anstieg im NAV von 4,8% das Ergebnis des Vietnam All Share Total Return Index übertroffen werden.

Aktiv und passiv in Vietnam investieren

Eine etwas breitere Streuung bieten die beiden Fonds, mit denen Investoren seit unserer Empfehlung (März 2023) bereits vorne liegen. Wer passiv von einer Dong-Aufwertung profitieren möchte, findet dazu bei dbx trackers den FTSE Vietnam ETF (WKN DBX1AG). Der synthetisch replizierte Fonds thesauriert seine Erträge und wird vorrangig in großen Werten veranlagt. Die Zusammensetzung wird vierteljährlich überprüft, wobei der größte Titel auf 15% Gewicht begrenzt wird. Die jährliche Gesamtkostenquote liegt bei 0,85%. Immobilien und Finanzen stellen jeweils mit circa 26% die größten Sektoren. 

Für aktives Management steht der Lumen Vietnam Fund (WKN A2AQSF). Der in Liechtenstein domizilierte Fonds hat laufende Kosten von 2,43% o.a. und einen Ausgabeaufschlag von bis zu 3%. Das Management verfolgt auch Nachhaltigkeitsziele in der Auswahl der Aktien.

Fazit: Die langfristigen Treiber in Vietnam sind intakt und geben Rückenwind. Neben der Verlagerung von Produktionsstätten und der Neuorganisation der Lieferketten sind es auch die Demographie und die soliden Staatsfinanzen, die locken. Aktienmarktkorrekturen sind Kaufgelegenheiten, der Dong wird als Rendite-Booster wirken.
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