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Wechselkurs- und Zinsprognose für das 2. Quartal

Rendite-Einbruch in den USA

Pünktlich zum zweiten Quartal hat die US-Administration unter Donald Trump aggressive Zölle angekündigt. Das hat dem Euro unerwartet kräftige Flügel verliehen. Doch die strukturellen Schwächen des Euro könnten ihn bald wieder unter Druck setzen. Welche Wendungen auf dem Forex-Markt zu erwarten sind, erklären wir in der FUCHS-Devisenprognose.
Pünktlich zum Beginn des zweiten Quartals hat die US-Administration um Donald Trump den befürchteten Zoll-Hammer ausgepackt (FD vom 10.01). Die Marktreaktion war heftig und kam drei Monate eher als wir erwartet hatten. Insbesondere der Euro hat Fahrt aufgenommen und abrupt die Richtung gewechselt. 

Zoll-Hammer zerbröselt Dollar-Kurs - vorerst

Parallel zur Ankündigung der weltweiten Strafzölle hat der Euro in den Vorwärtsgang geschaltet. Wir hatten die Gemeinschaftswährung für den Beginn des zweiten Quartals bei 1,00 bis 1,05 erwartet. Auf diesem Niveau lag der Euro bis zur Zoll-Ankündigung. Binnen weniger Tage ist die Gemeinschaftwährung dann von 1,03 auf aktuell fast 1,12 EUR|USD nach oben geschossen. Das ist eine selten zu beobachtende Rallye von atemberaubender Geschwindigkeit. 

Unsere Prognose für das zweite Quartal müssen wir darum kräftig revidieren. Der Euro wird nun nicht mehr wie im Januar von uns erwartet um die Dollar-Parität schwingen, sondern wohl in der Bandbreite von 1,10 bis 1,15 EUR|USD. Allerdings erwarten wir nicht, dass der Euro jetzt weiter steil nach oben zieht. Denn innere Stärke hat er nicht vorzuweisen. Die hohen schuldenfinanzierten Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung in Europa werden zwar die Konjunktur stützten, aber strukturell schwächen sie den Euro. Das wird vor allem dann der Fall sein, wenn wenn die Inflation anziehen, die EZB aber weiter die Zinsen senken wird.

Dollar wird wieder aufdrehen

Kurzfristig hat der Euro aber Rückenwind. Der wird vor allem von der Zinsseite her gestützt. Die US-Renditen zerbröseln aktuell praktisch. Sie sind von 4,80% zu Jahresbeginn auf aktuell unter 4% gefallen. Das ist - im Verbund mit den Zinsen am kurzen Ende bei 4,31% Rezessions-Anzeichen. Die US-Notenbank dürfte darum auch in den USA unter Druck kommen, die Leitzinsen zu senken.

Die Markterwartung für US-Leitzinssenkungen ist aber noch sehr ausgeprägt. Die kurzfristigen US-Zinsen notieren weitgehend konstant bei 4,30%. Ganz anders das Bild in Europa. Hier notieren im Gegensatz zu den USA die Renditen konstant, allerdings drücken die kurzfristigen Zinsen steil nach unten. Vor einem Jahr lagen die kurzfristigen Euro-Sätze bei 3,75%, vor drei Monaten bei 2,5%. Nun fallen sie zügig in Richtung 2,00%. Hier preisen die Märkte offenbar zügige Zinsschritte der EZB nach unten ein. 

EZB wird Zinsen kräftiger als Fed senken

Wir beobachten für die Leitzinserwartungen also ein deutliches Auseinanderlaufen. Wir erwarten, dass die Fed den Leitzins ebenfalls senken wird. Sie wird es aber langsamer und später tun als die EZB. Darum gehen wir für EUR|USD davon aus, dass der Greenback sich bald wieder fängt und den Euro wieder zurückdrängen wird. 

Im Währungsfokus bleiben auch weiter Yen und Franken. Hier sehen wir aber keine veränderte Prognose. Wir erwarten für beide Währungen weitere Aufwertungen. Insbesondere der Yen ist gegenüber dem Greenback aber schon weit gestiegen. Im zweiten Quartal dürfte dieser steile Einbruch vom Dollar gegenüber dem Yen korrigiert werden. Im Franken sehen wir weiter gute Kaufgelegenheiten bei Rücksetzern. Es ist unwahrscheinlich, dass der Euro echte innere Stärke gegenüber der Währung der Eidgenossen entwickeln wird. 
Fazit: Wir halten den Dollar-Rücksetzer für übertrieben und sehen darin eine gute Möglichkeit, den Greenback zu kaufen - vor allem gegenüber dem Yen. Genaueres Augenmerk wird der Zinsentwicklung dies- und jenseits des Atlantiks geschenkt werden müssen. Zentrale Frage: Signalisieren die US-Zinsen zurecht eine Rezession und wie lange wird diese dauern?
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