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Malaysia: Wirtschaftswachstum leidet unter steigenden Ölpreisen

Ringgit hat Aufwertungsspielraum

Der Nahostkonflikt geht nicht spurlos am relativ rohstoffreichen Malaysia vorbei. Circa 40% des Rohölbedarfs deckt das Land mit Importen, die durch die Straße von Hormus geliefert werden. Das schwere Rohöl aus den Golfstaaten wird üblicherweise zu niedrigeren Preisen gehandelt als das leichte, welches im eigenen Land exploriert wird. Um die Benzinpreise im Zaun zu halten, subventioniert der Staat Verbraucher an der Zapfsäule. Die Kosten steigen rapide.

Der Nahostkonflikt geht nicht spurlos am relativ rohstoffreichen Malaysia vorbei. Circa 40% des Rohölbedarfs deckt das Land mit Importen, die durch die Straße von Hormus geliefert werden. Die Energierechnung verteuert sich somit heftig für Malaysia.

Die gestiegenen Treibstoffpreise rauben Kaufkraft und belasten das Wachstum. Die Subventionen des malaysischen Staates für Benzin drücken seit Ausbruch des Irankonflikts auf die Staatskasse. Vor dem Konflikt beliefen sich die Kosten noch auf 180 Mio. USD pro Monat. Schätzungen gehen nach dem Kriegsausbruch von einer Mrd. USD allein für den Monat Juni aus.

Ölpreis bremst die Wirtschaft aus

Die Entwicklung belastet das Wirtschaftswachstum. Im vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaft noch mit 5,2%. Für dieses Jahr liegen die Schätzungen zwischen 4,4% bis 4,7%. Die gestiegenen Energiepreise belasten auch die Cash-Flows der Unternehmen und leeren die Geldbeutel der Privathaushalte. Nach einer Umfrage des Industrieverbands der produzierenden Unternehmen beklagten 70% der Befragten höhere Kosten für Logistik und Vorprodukte.

Inflation im Aufwärtstrend

Die Teuerung ist im Mai auf 2,0% nach 1,9% im Vormonat gestiegen. Mit dem Maiwert erreicht sie den höchsten Stand seit Sommer 2024 und könnte eine Bodenbildung abschließen. Auf ihrer Sitzung im Juli beließen die Währungshüter den Leitzins bei 2,75%. Sie verwiesen auf die robuste Konjunktur bei beherrschbarem Preisdruck. Dass dies nach den jüngsten Ölpreisen weiterhin so ist, bezweifeln wir. Die nächste Sitzung ist erst am 03. September und gibt den Markt Möglichkeit zu weiter steigenden Preisen. Der Ringit könnte davon profitieren und die Rendite der Anlagewerte aus Malaysia versüßen.

Anlagechancen in Malaysia

Die Handelbarkeit von Vermögenswerten in Ringit ist auf deutschen Börsenplätzen begrenzt. Neben einem ADR auf den Versorger Tenaga Nasional Berhad (WKN 120608) steht ein ETF aus dem Hause xtrackers (WKN DBX0GW) zur Verfügung.

Ein interessante Anlage ist Tenaga Nasional Berhad, der größte Energieversorger Malaysias mit einem Marktanteil von 54% an der inländischen Stromversorgung. Gleichzeitig ist das Unternehmen größter Netzbetreiber. Kohle und Erdgas sind die hauptsächlichen Energieträger. Wasserkraft und Solarenergie ergänzen das Portfolio. Das Unternehmen ist mit einer Eigenkapitalquote von nahezu 25% ausgestattet. Der Umsatz wuchs in den zurückliegenden sieben Jahren im Durchschnitt mit gut 4%. Bis 2028 soll er nochmals um 3% per anno zulegen. Bei einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17,3 liegt die Dividendenrendite bei 3,7%.

Breit gestreut über einen ETF einsteigen

Diversifizierter ist ein Kauf über den ETF von xtrackers möglich. Der Fonds beinhaltet 21 Positionen mit einer Allokation in Höhe von gut 51% im Finanzbereich, bei Versorgern 13,7%, bei Industriewerten 10,1% und Grundstoffen 9%. Die jährliche Gesamtkostenquote des physisch replizierten ETFs liegt bei 0,5%. Erträge werden thesauriert. Die zehn größten Positionen vereinen mehr als 74% des Fondsvermögens auf sich.

Fazit: Malaysia ist eine aussichtsreiche Portfolio-Beimischung. Die im Vergleich zu Europa höheren Wachstumsraten und die moderatere Staatsverschuldung ziehen Kapital an. Der Ringit hat Aufwertungsspielraum.
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