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Norwegen investiert in Öl und Gas

Rohstoff-Anlagechancen in Norwegen

© Norges Bank
Norwegen setzt im Trend weiter auf Gas und Öl. Die Regierung investiert verstärkt in fossile Ressourcen, während die Notenbank die Zinsen senkt. Trotz steigender Schulden und demografischer Herausforderungen genießt das Land hohen Wohlstand dank des Ölfonds und erneuerbarer Energien. FUCHS-Devisen sehen gute Anlagechancen in Norwegen.

Norwegen reduziert seine Abhängigkeit von Gas und Öl nur langsam, die Währung hängt aber dennoch an der Preisentwicklung. Denn über 32% des Exports des Landes sind Gas, knapp 30% Erdöl. Nur 35% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) tragen Exporte bei. Und: Mit umgerechnet 729 Mrd. Euro Auslandsverschuldung hängt Norwegen an Deviseneinnahmen. Auch in Norwegen steigen die Schulden zügig. Vor zehn Jahren lag die Auslandsverschuldung noch bei circa 470 Mrd. Euro. Die Demografie (niedrige Geburtenrate) bremst das Bevölkerungswachstum. 

Dennoch dürfen sich Norweger über einen großen Wohlstand freuen. Mit mehr als 90.000 Dollar BIP pro Kopf ist Norwegen spitze. Der Ölfonds mit seinem Volumen von rund 1,6 Billionen Euro ermöglicht die Alterssicherung und zukunftsweisende Investitionen. Norwegen ist Vorreiter bei erneuerbaren Energien. Nahezu 100% des inländischen Stroms werden durch Wasserkraft gedeckt.

Norwegen schiebt Investitionen in Fossile an

Jetzt schiebt die Regierung große Investitionen in fossile Energien an. Zur langfristigen Sicherung der Förderkapazitäten initiierte die Regierung die bisher größte Lizensierungsrunde. Derzeit fließt circa 27 mal mehr Kapital in die Öl- und Gaswirtschaft als in Erneuerbare. Steigende Reallöhne treiben parallel den Konsum und der Wohnungsbau erholt sich. Die Notenbank unterstützt mit niedrigeren Zinsen.

Die Notenbank hat einen Zinssenkungszyklus gestartet. Sie senkte am 19. Juni das erste Mal den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25%. Seit Dezember 2023 war der Zinssatz bei 4,5% auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren konstant. In diesem Jahr will sie noch weitere Senkungen vornehmen, möglicherweise schon am 14. August. Hintergrund: Die Teuerung lag im Juni bei 3% auf dem Vormonatsniveau. Die Kernrate ohne Energie ist mit 3,1% höher als erwartet ausgefallen und lag um 0,3%-Punkte über dem Vormonatswert. Das Zinsniveau ist damit weiterhin restriktiv.

Anlagechancen in Norwegen

Neben der rückläufigen Entwicklung der Einzelhandelsumsätze im Juni fiel auch die Umfrage bei den Verbrauchern für das zweite Quartal negativer aus als im Vorquartal. Das Geschäftsklima der Industrie sank im zweiten Quartal auf 0,9 nach 3,4 im Vorquartal. Die Stimmung der Einkaufsmanager fiel im Juni unter die Expansionsschwelle auf 49,3 Zähler von 51,2 im Vormonat.

Eine interessante Anlagechancen sehen wir bei TGS ASA (WKN 919493). Das Unternehmen fokussiert auf geowissenschaftliche Daten für Gas- und Öl-Unternehmen, mit denen sie gezielter explorieren können. Nach einem Gewinnrückgang in diesem Jahr wird für den Small-Cap für 2026 ein Gewinnanstieg auf 0,68 Euro je Aktie prognostiziert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis läge dann bei unter 10 bei einer in Aussicht stehenden Dividende, die in eine Rendite von knapp 8% mündet.

Fazit: Anleger können ihren Investments in Norwegen die Krone aufsetzen, die wir als gute Währung für eine Diversifizierung sehen. Interessant: Es wurde ein weiterer Staatsfonds (1,3 Mrd. Euro Startvolumen) ins Leben gerufen, der in kleinere börsennotierte Unternehmen im nordeuropäischen Raum investieren soll. SmallCaps aus dem Norden dürften Sonderchancen haben. 

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