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Währungen aus Asien

Schwache Konjunktur in Indien, Wachstum in Malaysia

In unserem Devisen-Wochenschwerpunkt blicken wir auf die Entwicklungen in Korea, Malaysia, Thailand, Vietnam und Indien.

Den Yen im Nacken

Koreas Wirtschaft bleibt unter ihren Produktionsmöglichkeiten. Die Exporteure leiden unter der Konkurrenz Japans. Erwartungsgemäß trägt Korea die Hauptlast des schwachen Yen, da Korea und Japan weitgehend identische Angebote machen. Von der steigenden japanischen Nachfrage nach Rohstoffen und Zulieferungen profitiert Korea kaum. Die Währungshüter haben wenig Raum für Impulse über Leitzinssenkungen. Die Fiskalpolitik könnte am ehesten für Schub sorgen. Allerdings dürften die Zuflüsse aus dem Ausland angesichts der Zinsvorteile anhalten, zumal Korea einen stabilen Rahmen bietet.  

Fazit: Sofern es nicht zu politischen Störungen kommt, wird der Won trotz des wenig beeindruckenden Wachstums um 3,5% noch zulegen.

Robustes Wachstum

5,6% Wachstum sind auch in Asien ein achtbares Ergebnis. Daher besteht kaum Korrekturbedarf für den Kurs der Wirtschaftspolitik. Die Regierung nutzt die niedrigen Ölpreise zum Abbau der Subventionen. Sie hat zudem ihre Kassen durch eine neue Verbrauchssteuer gefüllt. Der private Konsum dürfte trotzdem weiter als Konjunkturmotor fungieren. Die Lage des Fiskus bleibt dennoch schwierig. Denn der schwache Ölpreis nagt an den Fördereinnahmen. Das Budget-Defizit dürfte bei etwa 3,5% vom BIP liegen. Weniger übersichtlich ist die Lage bei den Investitionen. Sie trugen bisher zwar ebenfalls zum Wachstum bei. Aber sie treffen immer wieder auf diskriminierende Regelungen, wie etwa die Strafzölle für den Erzexport. Mit ihnen will die Regierung die Verhüttung im eigenen Land erzwingen. Stabilitätsprobleme sind dagegen nicht zu erkennen. Die Inflation liegt leicht unter dem Ziel. Und die Leistungsbilanz weist einen Überschuss aus.

Fazit: Der Ringgit sollte sich stabil halten können, mit leichter Tendenz, stärker zu werden.

Zinssenkung

Die Wirtschaftspolitik der Militärs schlägt kaum an. Die indirekte Kritik der Währungshüter wurde trotzdem leiser. Die regierenden Generäle schätzen einen robusten Umgangston nur gegenüber anderen. Indes bleibt das Wachstum enttäuschend. Die Notenbank versucht mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte auf jetzt 1,75% die Binnennachfrage anzuregen. Einkommen und Beschäftigung fallen seit dem Antritt der Militärregierung. Diese erweist sich nach wie vor als unfähig, selbst die in Programmen bereit gestellten Mittel auszugeben. Stattdessen verschlechtert sich die Sicherheitslage. Die Investitionen bleiben angesichts der politischen Unsicherheit schwach. Das wird zunehmend auf den Baht ausstrahlen.

Fazit: Wir erwarten eine eher nachgebende Währung. Zumal eine weitere Zinssenkung im Raum steht.   

Wachstum an der Werkbank

Vietnam dürfte sein Wachstumsziel von 6,2% im laufenden Jahr erreichen. Die im Land produzierenden ausländischen Unternehmen sorgen für kräftige Umsätze. Die Zuwächse von der "verlängerten Werkbank" strahlen noch nicht auf vietnamesische Unternehmen aus. Das sollte sich aber ändern. Die Konsumneigung wächst dank steigender verfügbarer Einkommen. Unterdessen sorgten abweichende Handelsbilanzzahlen für Unruhe. Die amtliche Statistik hatte zunächst für das 1. Quartal ein hohes Defizit von rund 3 Mrd. Dollar gemeldet. Das brachte den Dong unter Druck. Der löste sich erst, nachdem die Zollverwaltung aufgrund genauerer Umsatzdaten das Bild auf rund 2,1 Mrd. Dollar korrigierte. Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen dürfte anhalten. Das wird das Wachstum stärken und den Dong stabilisieren.

Fazit: Wir erwarten einen stabilen bis leicht nachgebenden Dong.

Einfach schwach

Die Daten am aktuellen Rand sind wenig erfreulich. Die Industrieproduktion legte per März mit nur noch 2,1% gegenüber dem Vorjahr zu. Das ist unter dem Februarwert (+4,9%) und unter den Erwartungen (Konsens +2,8%). Der Einkaufsmanager-Index verheißt nach seinem Rückgang auf 51,3 Punkte nur bescheidenes Wachstum. Die Inflation ist mit 4,9% (Vormonat 5,25%) ebenfalls auf dem Rückmarsch. Die Exporte sind rückläufig. Die Augen richten sich auf die Währungshüter, die wohl bald die Zinsen weiter senken werden. So macht sich Enttäuschung breit, nicht zuletzt bei den Nachbarn Indiens. Sowohl Japans als auch Chinas Regierung haben jeweils Investitionspläne in zweistelliger Milliardenhöhe mit Indien vereinbart. Die aber stocken, weil die Regierung Modi mit ihren Reformen nicht vorankommt, die die Märkte für ausländische Investoren öffnen sollen.

Fazit: Regierungschef Narendra Modi ist es noch immer nicht gelungen, den Ankündigungen Taten folgen zu lassen. Die jetzt fällige Konjunkturanregung via Zinssenkung wird die Rupie unter Druck bringen.

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus Asien

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
KoreaKRW1.2151.2003,07neutral

3m-Zins1,751,808,5
Malaysia MYR3,993,954,32unsicher
3m-Zins3,363,300,1
Thailand THB37,2537,7541,00unsicher
3m-Zins1,671,551,30
VietnamVND24.30023.50022.500unsicher
3m-Zins4,56n.v.n.v.
Indien 

INR67,376869,5neutral
3m-Zins8,238,257,95
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