Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
768
Stabilisierende Geldpolitik in Russland

Schwache Wirtschaft, stabiler Rubel

Der Rubel ist stabil, trotz schwächelnder wirtschaft. Copyright: Pixabay
Russlands Wirtschaft ist im Abschwung. Die Projektionen der internationalen Prognose-Institute werden nach unten geschraubt. Neben dem internationalen Marktumfeld sind viele hausgemachte Probleme die Ursache. Dennoch bleibt der Rubel wenig beeindruckt. Das können Investoren nutzen.

Mit Russlands Wachstum geht's bergab. Die russische Notenbank CBR nahm im Zuge der jüngsten Zinssenkung ihre Wachstumsprojektion auf unter 1% zurück. Der IWF hatte wenige Wochen zuvor im jüngsten Artikel IV-Bericht die Prognose auf 1,2% gesenkt; im allgemeinen Frühjahresausblick (WEO) waren noch 1,6% genannt worden.

Es gibt mehrere Ursachen. Sie liegen zunächst bei den Problemen im internationalen Handel. Natürlich leidet auch Russland unter den Folgen des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits. Daneben sehen die Währungshüter die eher schwache Entwicklung der Ölpreise. Die vergleichsweise verhaltene Reaktion der Märkte auf die Angriffe auf die saudi-arabischen Ölanlagen belegt, dass von den Energierohstoffen her derzeit keine neuen, starken Impulse zu erwarten sind.

Die Verwaltung setzt nur unzureichend Projekte um

Vor allem aber stellt die CBR-Analyse eine Investitionsschwäche heraus. Deren Ursachen liegen vor allem bei Regierung und Verwaltung. Die Umsetzung der geplanten und im Etat dotierten Infrastrukturprojekte kommt nicht voran. Damit rührt die CBR sehr vorsichtig an die strukturellen Schwächen des Putin-Regimes: eine Überbürokratisierung, die den Nährboden für vielfältige Korruption bildet, die nicht nur die üblichen Verluste an Effizienz bringt, sondern grundsätzlich die Eigentumsrechte der Marktteilnehmer infrage stellt.

Diese Umstände tragen zwangsläufig zur schwachen Investitionsneigung in Russland bei. Diese sorgt wiederum für die schwache langfristige Perspektive. Das Wachstumspotenzial wird von der Notenbank auf eine Größe um 2,5% geschätzt, wie aus einer ausführlichen Analyse des neutralen Zinssatzes zu ersehen ist. Das ist für sich genommen ein sehr schwacher Wert für einen Emerging Market und dennoch optimistisch geschätzt. Diesen Schwachpunkten steht allerdings die konsequente Inflationsbekämpfung gegenüber, die den Rubel stützt.

Fazit: Der Rubel dürfte auch zum Euro leicht nachgeben (aktuell EUR|RUB: 71,4).

Empfehlung: Dennoch bieten kurz laufende Rubel-Anleihen Chancen; darunter ein noch 8 Monate laufendes Papier (Mai 2020) mit fast 6,5% Rendite (RU 000 A0J TYA 5).

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Rothschild Bank AG: Wissenswertes TOPS 2020

Rothschild Bank AG: Die Königsmacher

Die Rothschild Bank in Zürich gibt es erst seit gut 50 Jahren, das Bankenimperium der Rothschilds dagegen schon seit Ende des 18. Jahrhunderts. Aus einfachen jüdischen Verhältnissen stammend arbeitet sich der Gründer Mayer Amschel Rotschild empor, seine Nachfolger bewahren und mehren den Reichtum der Familie – bis heute, in der mittlerweile 9. Generation.
  • Fuchs plus
  • Bank Gutmann AG: Wissenswertes TOPS 2020

Bank Gutmann AG: Tradition und Kontinuität

Die Bank Gutmann ist eine Wiener Privatbank mit Fokus auf den Heimatmarkt Österreich. Auch wenn schon seit vielen Jahren die Gründerfamilie Gutmann nicht mehr Eigentümer des auf Vermögensverwaltung spezialisierten Hauses ist, steht der Name doch nach wie vor für Solidität und ein auf Partnerschaft basierendes Management.
  • Fuchs plus
  • Proteste im EZB-Direktorium werden lauter

Selbst geschaffene Stabilitätsrisiken im Euroland

Kritisiert offen die Politik der EZB: François Villeroy de Gallhau Copyright: Picture Alliance
Immer deutlicher wird: Die EZB fährt in der Geldpolitik einen zunehmend riskanten Kurs. Die Geldstabilität ist gefährdet. Dafür sprechen Äußerungen aus dem „inner circle".
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Tiefer Fall des Ölpreises möglich

Ölpreis vor kritischer Marke

Die Aussichten für Öl sind mittelfristig schlecht.
Der Ölpreis hat sich ein letztes Mal aufgebäumt – jetzt ist die Richtung vorgegeben. Und der Richtungspfeil zeigt nach Süden. Dafür sind fundamentale wie technische Gründe Ausschlag gebend. Doch für Investoren ist eine solch eindeutig abwärts gerichtete Situation alles andere als beklagenswert.
  • Fuchs plus
  • Im Oktober steht ein erneuter Dreh bevor

Der schwache Real drückt den Kaffeepreis

Der Kaffeepreis leidet deutlich unter zwei Entwicklungen in Lateinamerika: Den idealen Wetterbedingungen für die Kaffeeernte im Hauptproduktionsland Brasilien. Und dem schwachen Brasilianischen Real (BRL). Doch der Oktober ist für Kaffee ein besonderer Monat.
  • Fuchs plus
  • An einem Kryptogeld führt im Zeitalter von Industrie 4.0 kein Weg vorbei

Europas Politik sollte Libra als Chance erkennen

Libra geht in eine kritische Phase über. Copyright: Pixabay
Ob Libra oder E-Euro: An einem Kryptogeld auf Blockchain-Basis führt im Zeitalter von Industrie 4.0 kein Weg vorbei. Denn mit Kryptogeld verbindet sich viel mehr als die reine Zahlfunktion. Europas Politik könnte erneut eine große Chance verpassen.
Zum Seitenanfang