Schweden: Aufschwung in Sicht
Die ausgeprägte Zyklizität der schwedischen Wirtschaft lässt Konjunktur und Aktienmarkt gerade verletzlich erscheinen. Die Zollpolitik der USA betrifft auch schwedische Erzeugnisse, insbesondere Stahl. Dennoch zieht die Krone an. Wir sehen gute Anlagechancen in Schweden.
Die Arbeitslosenrate lag im November bei 8,2% (Vorjahr 7,4%). Allerdings war sie im Monatsvergleich leicht rückläufig. Auffällig ist dennoch: Insbesondere junge Menschen bis 24 Jahre waren beschäftigungslos. Sollte der Export wieder an Fahrt gewinnen, dürften aber wieder mehr Arbeitskräfte nachgefragt werden. Der Konsum steuert immerhin knapp 45% zum BIP bei. Eine Belebung des Arbeitsmarktes dürfte darum die Inlandsnachfrage anschieben.
Zinssenkungszyklus beendet
Die Stimmungsindikatoren deuten auf eine Verbesserung hin. Die Zuversicht legte im November auf 105,8 Zähler zu. Der Index erreichte das höchste Niveau seit Juli 2022. Alle Sektoren berichteten über eine anziehende Nachfrage. Im anstehenden Quartal sehen die meisten befragten Firmen ein Anziehen ihrer Arbeitnehmerzahl. Die Verkaufspreise sollen stärker als gewöhnlich zulegen.
Obwohl die Inflation nur noch bei 0,3% im November liegt, könnte die Riksbank ihren Zinssenkungszyklus beenden. Im Oktober beließ sie ihren Leitzins bei 1,75%. Gleichzeitig liegt ihre beobachtete Inflationsmeßgröße über ihrem Zielwert von 2%. Sollte die Stimmungsverbesserung tatsächlich in eine höhere Beschäftigung münden, dürften auch die Bedenken vor einer Inflationsrückkehr zunehmen.
Aktien haben Vorfahrt
Für risikogeneigte, die an einer weiteren Aufwertung der Krone partizipieren möchten, würden sich Qualitätsaktien des Landes eignen. Anleger finden in Schweden gute Möglichkeiten, z. B. bei den starken Maschinenbauern, die im laufenden Rohstoffzyklus von einer Zunahme der Investitionen bei Minenunternehmen profitieren. Dazu gehört Atlas Copco (WKN A3DLE9-A, WKN A3DLJK-B). Das Unternehmen ist ein wichtiger Ausrüster für die Bergbauindustrie mit Druckluft- und Gastechnik sowie Bohrgeräten.
Auch Investor AB (WKN A3CMTG-B, WKN A3CMTF-A) ist lukrativ. Die Beteiligungsgesellschaft der Familie Wallenberg hält Anteile an namhaften Unternehmen des Landes, so auch an Atlas Copco und ermöglicht damit eine Teilhabe an deren Entwicklung. Für nächstes Jahr wird eine Dividende für die B-Aktie von 0,55 EUR erwartet, was in einer Rendite von 1,9% mündet.
Fazit: Schwedens Wirtschaft fährt noch mit angezogener Handbremse. Aber die Aussichten sind gut, die Stimmung bessert sich schon. Die ausgeprägte Zyklizität bietet Anlegern Chancen. Risikobereite Investoren antizipieren die wahrscheinliche Belebung.