Schweiz: Stabilität und Chancen für Euro-Anleger
Der Schweizer Franken hat Überraschungspotenzial und wird weiter eine der besten Diversifikations-Währungen für Euro-Anleger bleiben. Daran ändert sich auch nichts dadurch, dass sich die wirtschaftlichen Eckdaten aktuell etwas eintrüben.
Die Konjunktur ist derzeit etwas fragil, belastet von gestiegenen Energiepreisen. Die Schweizer Wirtschaft soll dennoch um rund 1% wachsen. Die Umfrage bei Schweizer Unternehmen zeigte im Mai kein einheitliches Bild. Finanzdienstleister meldeten positive Trends, während Produzenten von Belastungen berichteten. Die Umfrage unter Einkaufsmanagern aus dem produzierenden Gewerbe überraschte dagegen. Mit 57,3 Punkten lag der Mai höher als der Vormonat (54,3). Der höchste Wert seit Juli 2022 ging einher mit anziehender Produktion und steigenden Auftragseingängen.
Stabile Konjunkur, starker Franken
Die durchschnittliche Teuerung dürfte bei 0,5% für dieses und nächstes Jahr liegen. Im Jahr 2028 wird eine Inflation von 0,6% erwartet. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) trifft sich wieder am 18. Juni. Gut möglich, dass die SNB erneut auf das Risiko einer deutlich höheren Inflation hinweist. Der starke Franken fängt allerdings auch viele Inflationseffekte ab.
In diesem Umfeld gibt es gute Anlagechancen. Defensive Anleger greifen zu geldmarktnahen Papieren oder zu einem entsprechenden Fonds. Eine ausschüttende Variante bietet Vontobel mit dem Swiss Money (ausschüttend WKN 578795, thesaurierend WKN 578796). Der Fonds wird aktiv gemanagt und setzt auf unterjährige Geldmarktpapiere. Bis zu 5% können in forderungs- und hypothekenbesicherten Anlagen allokiert werden. Auch Derivate dürften zu Absicherungszwecken eingesetzt werden. Das Agio beträgt bis zu 5%, die laufenden Kosten beziffern sich auf 0,34% per anno. In den zurückliegenden fünf Jahren legte der Teilfonds mehr als 21% zu. Die Total Expense Ratio liegt bei 0,34%, die maximale Verwaltungsgebühr bei 0,55%.
Telekom-Major mit attraktiver Dividende
Der Marktführer in der Telekommunikation in der Schweiz ist Swisscom (WKN 916234). Gut 45% der Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen über Fastweb in Italien. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um gut 36%, allerdings gehebelt durch eine Übernahme. Knapp 51% der Swisscom-Anteile hält der Schweizer Staat. Das geschätzte Kurs-Umsatz-Verhältnis für dieses Jahr liegt bei 2,3. Bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 24 sind 4,1% Dividendenrendite in Aussicht gestellt. Die Eigenkapitalquote liegt bei mehr als 33,9%.
Zinspapier als Alternative
Die Swisscom offeriert auch Zinspapiere mit mittelfristiger Laufzeit. Ein Beispiel dafür ist der Bond mit der WKN A3LZB4. Die Anleihe läuft noch bis zum 29. November 2031 und trägt einen Kupon von 3,5%. Bei einem Kurs von 100,34% beträgt die effektive Rendite 3,42%. Nächster Zinstermin des mit einem A2 bewerteten Bonds ist der 29. November.
Fazit: In der Alpenrepublik könnte sich sogar ein Überraschungspotenzial auf der Zinsseite auftun. Wendet sich die SNB von der Nullzinspolitik ab, bekommt der Franken einen Turbo.