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Währungen aus der Region Pazifik-Ozeanien

Stabile Wirtschaft, stabile Währungen

In unserem Devisen-Wochenschwerpunkt blicken wir auf die Entwicklungen in Australien, Neuseeland, Indonesien, den Philippinen und Taiwan.

Sehr ruhig

Die Währungshüter der RBA haben ihren Leitzins auf jetzt 2% gesenkt. Die dafür ausschlaggebenden Gründe waren schon bei unserem letzten Pazifik-Ozeanien-Update erkennbar: Fallende Erzpreise haben die Investitionen der Bergbaugesellschaften und damit das Wachstumstempo insgesamt gebremst. Expansive Impulse kommen derzeit nur vom offenbar schon überhitzten Immobilienmarkt. Der bekommt derzeit neuen Schub durch ausländische Investoren. Sie drängen vor allem auf den Markt der Metropole Sydney. Der private Konsum liefert keinen Schub mehr. Die Arbeitslosenquote stagniert bei 6% und die Inflation lag zuletzt mit 1,3% unter dem Zielbereich der Notenbank bei 2%-3%. Damit spricht von dieser Seite her nichts gegen eine weiter klar expansive Politik, solange das Wachstum, wie von der RBA angenommen, unterhalb des Potenzials bleibt.

Fazit: Der mittlerweile ausgeprägtere, schwache Trend des Aussie wird sich in den nächsten Monaten fortsetzen – aufgrund schwächerer Rohstoffpreise und Spekulationen über Zinssenkungen.

Zuwanderung treibt die Bautätigkeit

Die Binnenkonjunktur Neuseelands entwickelt neuen Schwung. Angetrieben wird sie von einer starken Zuwanderung, die ihrerseits die Bautätigkeit anheizt. Die Inflation fiel unterdessen auf 0,1% zurück. Hingegen scheint die Bewertung des Kiwi den Währungshütern der RBNZ nach wie vor zu hoch zu sein. Darüber werden die Wachstumsaussichten auch von Problemen der stark exportorientierten Landwirtschaft belastet. Daraus ergibt sich für Neuseeland ein Szenario sinkender Zinsen. Selbst der schwächelnde Außenhandel spricht kaum dagegen, da diese Schwäche vom Export her rührt (zuletzt -5,5% zum Vorjahresmonat). Die mittlerweile erkennbare Schwäche des Kiwi dürfte somit als Starthilfe für die Konjunktur erwünscht sein.

Fazit: Zinssenkungen liegen in der Luft, solange die Inflation nicht anspringt und die Währungshüter den Kiwi ohnehin als überbewertet ansehen.

Enttäuschung über Jokowi

Die Inflation ist auf zuletzt 7,1% angestiegen. Sie liegt damit über dem oberen Limit der Notenbank von 3 - 5%. Die Währungshüter haben dennoch bei den Leitzinsen still gehalten. Sie beließen diese bei 7,5%, da das Wachstum ohnehin bereits von 5% auf 4,7% zurückging. Ursache war eine schwächere Binnennachfrage, nicht zuletzt ein Rückgang der Bautätigkeit. Allerdings dürften die Exporte Richtung USA und Europa zulegen. Zudem hat die Regierung neben den derzeit allerdings stockenden Reformen auch ganz konkrete Investitionsprogramme für die Infrastruktur angeschoben. Allerdings macht sich langsam Enttäuschung über die Politik breit. Denn die von Präsident Joko Widodo erhofften Reformen lassen auf sich warten. Stattdessen sind immer stärkere protektionistische und anti-westliche Tendenzen erkennbar.

Fazit: Die Rupiah sollte ihr derzeit schwaches Niveau halten können. Neue Spekulationen könnten für kleinere Kursgewinne sorgen. Die gute Stimmung nach der Wahl Widodos verfliegt zusehends.

Stimmungsbarometer zeigt Hoch

Das Wachstum liegt bei 6% und dürfte eher noch anziehen. Die Stimmungsbarometer zeigen jedenfalls klar nach oben. Die Binnennachfrage insgesamt zieht an. Der Tourismus und zunehmend auch Infrastrukturinvestitionen der Regierung liefern Impulse für die ganze Wirtschaft. Demgegenüber kommt die Inflation bei jetzt 2,2% dem unteren Rand des Zielbereichs näher. Dennoch besteht nach wie vor kein Korrekturbedarf. Auch die Außenwirtschaft legt auf beiden Seiten ohne größere Ungleichgewichte zu. Die Politik bleibt die größte Belastung. Der amtierende Vizepräsident Jejomar Binay ist mittlerweile ins Visier der Korruptionsermittler geraten. Zudem hat der Chef der Zollverwaltung sein Amt unter Protest gegen politische Einmischung und Korruption aufgegeben. Darüber verliert der amtierende Präsident Benigno Aquino trotz seiner wirtschaftlichen Erfolge rapide an Zustimmung.  

Fazit: Der Peso ist schwächer geworden als von uns erwartet, offenbar weil langsam aufkommende Zinsspekulationen und die politische Unsicherheit belasten. Das dürfte anhalten.

Starker Außenhandel

Der Außenhandel Taiwans bleibt stark. Die jüngsten Daten zeigen deutliche Überschüsse in der Handels- und der Leistungsbilanz. Deren Aufwertungsdruck neutralisierte die Notenbank durch Aufstockung der Reserven. Daneben sind keine ernsthaften Probleme mehr erkennbar. Der positive Trend könnte derzeit nur durch einen Schock von außen gebrochen werden.   

Fazit: Nach wie vor könnte der TWD nur von der Geldpolitik her unter Druck kommen.

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus Ozeanien

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
AustralienAUD1,4561,491,52sicher

3m-Zinsn.v.--
NeuseelandNZD1,5721,591,62sicher
3m-Zinsn.v.--
IndonesienIDR14.92015.30015.500neutral
3m-Zinsn.v.--
PhilippinenPHP50,4352,253,5neutral
3m-Zinsn.v.--
Taiwan

TWD34,63134,534,5neutral
3m-Zinsn.v.--
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