Starker Dollar dank Fed-Chef Kevin Warsh
Japan ist der größte ausländische Finanzier der USA und hat seine Bestände an US-Staatsanleihen deutlich reduziert. Die Mittel werden zum Kauf von Energie (vor allem Öl) genutzt, die überwiegend in Dollar gehandelt wird. Außerdem wird das Kapital auch zum Kauf von Yen eingesetzt, um diesen zu stützen. China setzt seine Dollar-Diversifikation ebenfalls fort. Allerdings kauft das Reich der Mitte vor allem Gold und verkauft im Gegenzug US-Titel. Dennoch hat der Dollar Potenzial nach oben.
Der Greenback scheint gegenüber dem Euro seinen Boden gefunden zu haben. Seit Erreichen des Tiefs bei 1,18 EUR|USD im Juni 2025 geht das Währungspaar seitwärts und verteidigte diese Marke mehrmals. Nach der ersten Notenbank-Sitzung unter Kevin Warsh hat der Greenback ohnehin Rückenwind bekommen. Denn Warsh hat sich als klar gegen die Inflation positioniert. Damit erteilte er Hoffnungen auf Zinssenkungen eine Absage und verärgerte US-Präsident Donald Trump.
US-Inflation zieht an
Denn die Entwicklung der Inflation ist ein Treibsatz. Im Mai kletterte die Inflationsrate von einem Vormonatswert von 3,8% auf 4,2%. Die Erwartung, dass sich nach einem Deal mit dem Iran der Preisauftrieb verlangsamt oder umkehrt, dürfte mit Blick auf die Service- und Produzentenpreisentwicklung verfrüht sein. Will die Fed ihre Glaubwürdigkeit nicht riskieren, wird sie die Zinsen sogar anheben müssen und macht den Greenback damit attraktiver.
Der Dollar bekommt somit eine Aufwärtsperspektive. Der seit September 2022 etablierte Abwärtstrend bei circa 1,07 EUR USD ist im Falle einer Greenback-Aufwertung Kursziel. Risikobereite Anleger setzen auf den Dollar mit Hebel. Das geht z. B. mit einem Put von Goldman Sachs (WKN GW80F1) auf das Währungspaar EUR|USD. Der Warrant läuft noch bis zum 11. Juni 2027 und hat einen Basispreis bei 1,15 USD. Bei einem Kurs von 1,74 EUR beträgt das Aufgeld gut 2,3%. Der Hebel liegt bei knapp 18,5.
Dollar-Anlagen mit Rückenwind
Eine Alternative für defensive Anleger sind Geldmarktanleger. Lukrativ ist der Amundi USD Fed Fund Rate UCITS ETF (WKN LYX0T3). Der passive Fonds bildet den Solactive Fed Funds Effective Rate Index synthetisch ab. Die thesaurierende Geldmarktanlage hat eine Gesamtkostenquote von 0,1% per anno. Der Fonds liegt auf ein Jahr mit mehr als 4% im Plus.
Wer aktives Management bevorzugt wird bei Deka mit dem Dekalux-Geldmarkt USD (Dis) mit der fündig (
WKN 974557). Der ausschüttende Fonds wird nach interner Bonitätsprüfung in Geldmarktinstrumente und Bankguthaben auf USD angelegt, die eine gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit von maximal 12 Monaten aufweisen. Derivate können zu Absicherungszwecken eingesetzt werden. Die laufenden Kosten betragen 0,57% pro Jahr. Der Fonds schüttete am 13. Februar 3,82 USD aus (ca. 3,9%) und legte in den zurückliegenden 12 Monaten 3,9% zu.
Fazit: Der Greenback hat kurzfristig Potenzial und dürfte weiter steigen. Kurzfristig orientierte Anleger mit hoher Risikobereitschaft nutzen Hebel, daran zu partizipieren.