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Südkorea: Wirtschaftlicher Aufschwung und geopolitische Risiken

Südkorea: Von Wachstum zu Vorsicht

© Nikita Vasilchenko / stock.adobe.com
Südkoreas wirtschaftliches Umfeld stabilisiert sich seit der Wahl von Lee Jae-myung, was sich positiv auf den Kospi-Index auswirkt. Doch geopolitische Spannungen durch den Iran-Krieg könnten die Stimmung kippen. Während Verbraucher zuversichtlich bleiben, bergen die Rohstoffpreise und die Inflation Risiken. Anleger haben Handlungsbedarf.

In Südkorea verbessert sich das Umfeld. Die Wahl von Lee Jae-myung zum Präsidenten sorgt seit Mitte 2025 für mehr Stabilität. Ablesbar ist das am Kospi. Der Leitindex in Südkorea legte in den vergangenen 12 Monaten um mehr als 146% zu. 

Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch hochgewichtete Tech-Titel aus der Samsung-Gruppe. Beispiel: Das GDR von Samsung Electronics (WKN 896360) legte seit unserer Empfehlung um mehr als 120 % zu (FD 22.03.2024). Der ETF von Franklin Templeton (WKN A2PB5X), den wir als Index-Engagement vorstellten, verbesserte sich seitdem um mehr als 110% (FD vom 30.08 2024).

Risiken steigen

Durch den Iran-Krieg kommt Südkorea nun aber unter Druck. Neben dem mit den Kursen gestiegenen Bewertungsrisiko werden jetzt auch die geopolitischen Risiko größer. Es könnte nun zu einem Stimmungsumschwung kommen. Die Zuversicht unter südkoreanischen Unternehmern ist bereits im Februar auf 72 Zähler gefallen (-1). Auftragseingänge, Lagerbestände und Produktion setzten zurück, allerdings von einem hohen Niveau aus. 

Die Verbraucher bleiben derweil zuversichtlich. Die Umfrage unter Verbrauchern verfehlte für Februar mit 112,1 Punkten nur knapp den Top-Wert vom November 2025. Insbesondere verbesserte sich die Bewertung der konjunkturellen Lage und der Blick in die Zukunft. Der Einzelhandel erlebte in 2025 eine Erholung. Die Umsätze stiegen um 0,5%. Angesichts des Iran-Krieges könnte sich das Blatt hier aber wenden, die Stimmung weiter eintrüben. 

Inflation sinkt

Im Januar gab die Teuerung auf 2% nach (Vormonat 2,3%). Der Trend fallender Preisanstiege führte die Teuerung auf den niedrigsten Stand seit August zurück. Hier sehen wir Risiken mit Blick auf die akute Entwicklung des Öl- und Gaspreises. Die Inflationserwartungen könnten also wieder anziehen. 

Die Notenbank bleibt noch gelassen. Der Leitzins ist konstant. Hintergrund: Zur Stimulierung der Konjunktur reduzierte sie den Zins seit Oktober 2024 um 100 Basispunkte. Das Wirtschaftswachstum erwartet sie im laufenden Jahr bei 2% bei einer Inflationserwartung von 2,2%.

Gewinne realisieren und absichern

Anleger sollten wachsam sein. Die erste Krisenreaktion der Börse war heftig. Angesichts der hohen Kurssteigerungen ist das zu verkraften. Bei stark gelaufenen Aktien sollten Investoren aber Teilgewinne realisieren und Stopp-Kurse setzen. Es bleibt abzuwarten, ob das jüngste Tief hält.

Grundsätzlich aussichtsreich ist weiterhin der Automobilsektor in Südkorea. Weltweit rangieren die Hersteller Hyundai und Kia unter den drei größten Autoproduzenten. Trotz der US-Zölle verzeichnen PKWs mit umweltfreundlichen Antrieben eine steigende Nachfrage. Die Ausfuhren von Hybridfahrzeugen stiegen um 30% auf einen Rekordwert von 14,8 Mrd. USD.

Fazit: Das wirtschaftliche Umfeld hatte sich stabilisiert, könnte nun aber wieder deutlich wackeliger werden. Auch der Won steht unter Druck. Anleger realisieren Gewinne (oder sichern ab).
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