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Währungen aus der Region Pazifik/Ozeanien

Südostasien: Zumeist schwache Währungen

In unserem Devisen-Wochenschwerpunkt blicken wir auf die Entwicklungen in Australien, Neuseeland, Indonesien, den Philippinen und Taiwan.

Zinssenkung

Das 1. Quartal bot mit 3,1% Wachstum zum Vorjahr ein beachtliches Bild. Dennoch sehen die Währungshüter Abwärtsrisiken. Sie haben daher ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte auf jetzt 1,5% gesenkt. Die dämpfende Wirkung des zyklischen Rückgangs der Investitionen mit dem Ende des Bergbau-Booms wurde bislang sowohl von einem überraschend starken Export als auch der Konsumnachfrage aufgefangen. Mittlerweile zeichnen sich aber weitere Schwächen ab, insbesondere im Außenhandel. Positive Impulse kommen nach wie vor von der weiter steigenden Beschäftigung, hinter der die Zuwanderung steht. Dieses Arbeitsangebot begrenzt den Lohndruck und damit die Inflation – zuletzt bei 1%. Das lässt der Geldpolitik jeden Spielraum für weitere Lockerungen.

Fazit: Der AUD dürfte durch die wachsenden Defizite und neue Spekulationen über Zinssenkungen erneut unter Druck kommen.

Druck auf den Kiwi

Neuseelands Währungshüter halten den Kiwi für zu teuer. Er behindert den ohnehin fragilen Export und hält die Inflation nahe Null (zuletzt 0,4%). Denn er schafft Druck auf die Preise der handelbaren Güter. Die Notenbanker entschlossen sich daher jüngst zur nächsten Zinssenkung um 25 Basispunkte auf jetzt noch 2%. Das Wachstum war im 1. Quartal mit etwa 2,4% beachtlich. Die Landwirtschaft lahmt allerdings. Das dürfte in erster Linie an der schwächeren Nachfrage Asiens nach Milch- und Fleischprodukten aus Neuseeland liegen. Die Binnenwirtschaft liefert weiter positive Impulse. Sie werden getragen vom wachsenden Arbeitskräfteangebot. Das schlägt sich in einer steigenden Zahl von Einkommen nieder. Vor allem der Ölpreis bremst das Preisniveau und die Defizite. Somit bleibt weiter Spielraum für Lockerungen, um den Kiwi zu drücken und der Binnennachfrage Impulse zu geben.

Fazit: Die weiter im Raum stehenden Zinsspekulationen werden für einen nachgebenden Kiwi sorgen.  

Ordentliches Wachstum

Indonesiens Wirtschaft wächst weiter. Nach 4,9% im 1. Quartal brachte das 2. Quartal 5,2% Zuwachs zum Vorjahr. Die entscheidenden Impulse kamen von der Binnennachfrage. Die Bautätigkeit legt kräftig zu. Dahinter steht die expansive Politik sowohl der Währungshüter als auch der Regierung. Sie sorgt mit starken Investitionen in die Infrastruktur für Schub.

Die Inflation liegt mit zuletzt 3,2% am unteren Rand des Zielbereichs von 3%-5%. Es besteht also noch Raum für weitere Lockerungen beim derzeit bei 5,25% liegenden Leitzins. Eine Andeutung in diese Richtung sehen wir in der Senkung des Satzes der Spitzenrefinanzierung um 100 Basispunkte auf jetzt 6%. Die offizielle Begründung dafür lautet allerdings, dass durch unveränderte 4,5% Einlagensatz und 6% Spitzenrefinanzierung ein symmetrisches Zinsspektrum mit je 75 Basispunkten Abstand zum Hauptsatz geschaffen werden sollte. Bedarf für weitere Lockerungen könnte vom Export kommen. Denn der Verkauf von Öl und Gas leidet unter den schwachen Weltmarktpreisen. Allerdings wirken dem auch die jüngsten Reformschritte entgegen, mit denen der Spielraum für ausländische Investoren deutlich vergrößert wurde.

Fazit: Die Perspektiven Indonesiens bleiben gut. Die Rupiah sollte sich auf dem aktuellen Niveau halten.

Problem Duterte

Nimmt man die Wirtschaftszahlen, sind die Philippinen zweifellos auf einem guten Weg. Das 1. Quartal brachte 6,9% Wachstum. Das wird sich im Laufe des Jahres allerdings auf etwa 6% beruhigen. Die Inflation liegt am unteren Rand des Zielbereichs von 2%-4%. Und die Leistungsbilanz liefert dank der Transfers der im Ausland beschäftigten Bürger ansehnliche Überschüsse. Die Frage ist nur, wie lange es so bleibt. Denn der neue Präsident Rodrigo Duterte tut exakt das, was er angekündigt hat: Er hat im Namen des Kampfes gegen den Drogenhandel eine unkontrollierte Welle der Gewalt losgetreten. In wenigen Wochen wurden Hunderte Menschen von verdeckt operierenden Polizeibeamten getötet – auf den vagen Verdacht hin, sie könnten etwas mit Drogen zu tun haben. Die Philippinen sind kaum mehr ein Rechtsstaat. Das wird den wirtschaftlichen Erfolg aushöhlen.

Fazit: Vorläufig profitiert der Peso von der guten Verfassung der Wirtschaft. Die längerfristigen Aussichten sind aber schwach.

Schwaches Bild

Der Taiwan-Dollar hat zuletzt wieder nachgegeben. Er spiegelt damit die wirtschaftliche Lage: Der Export und die Industrieproduktion sind rückläufig, die Wirtschaft scheint zu stagnieren. Die Inflation bei 1,2% deutet die schwache Nachfrage an. Ursache ist der Druck vom Festland her. Taiwan wird am stärksten von den chinesischen Überkapazitäten getroffen. Es spricht daher viel dafür, dass die Währungshüter die Geldpolitik weiter lockern werden. Das hält die Währung unter Druck.

Fazit: Wir erwarten einen eher schwachen TWD.

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus Ozeanien

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
AustralienAUD1,481,491,51sicher
3m-Zins2,052,051,95
NeuseelandNZD1,541,551,56sicher
3m-Zins2,62,572,31
IndonesienIDR14.94215.00014.850neutral
3m-Zins7,146,706,70
PhilippinenPHP52,3552,5052,80unsicher
3m-Zins1,481,601,60
TaiwanTWD35,7735,7035,50sicher
3m-Zins0,660,600,55
  • AUD: Der Aussie wird im Gefolge der Zinsspekulationen nachgeben.

  • NZD: Der Kiwi leidet unter Zinsspekulationen.

  • IDR: Die Reformpolitik kompensiert die Zinssenkungserwartungen gegen die Rupiah.

  • PHP: Präsident Duterte verspielt mit seiner Politik die Chancen der Philippinen.

  • TWD: Die Währungshüter lassen dem Taiwan-Dollar Raum für eine langsame Aufwertung.

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