Taiwans Erfolgsrezept: Hohes Wachstum bei niedriger Inflation"
Taiwan hat nicht nur hohes Wachstum, sondern auch eine geringe Geldentwertung. Im September lag diese bei 1,25%. Das ist das niedrigste Niveau seit März 2021. Sie sank noch unter den Vormonatswert von 1,6% und ist geringer als mit 1,4% erwartet worden war. Grund: fallende Preise für Nahrungsmittel, Unterkunft und Ausbildung.
Die Notenbank bleibt entspannt
Die Währungshüterin hat in ihrem September-Treffen den Leitzins wie erwartet bei 2% belassen. Grund dafür ist die moderate Teuerung. Sie liegt komfortabel unter dem Ziel der Notenbank von 2%. Die Risiken aus Handelskonflikt, Geopolitik und die Wachstumsabschwächung in China erweisen sich bislang als weniger durchschlagend als befürchtet. Die Notenbank geht für 2025 von einer rückläufigen Teuerung auf 1,75% nach 2,18% in 2024 aus. Das Wachstum sieht sie bei 4,55%.
Politischer Richtungswechsel
Allerdings könnte sich die bisherige politische Richtung der Regierung des Instaates ändern. Mit der Wahl der charismatischen 55-jährigen Cheng Li-Wun als Parteivorsitzende der oppositionellen Kuomintang, gelang ein Paukenschlag. Nicht nur, dass der alteingesessenen Politik-Elite eine Absage erteilt wurde, könnte mit ihr eine Wende in der Politik mit China einhergehen. Sie könnte auch die künftige Außen- und Wirtschaftspolitik Taiwans positiv verändern, von dem auch der TWD profitiert. Anleger können daran mit Aktien aus Taiwan partizipieren.
Technologisch führend
Als führender Elektronik-Standort in Asien bietet Taiwan weltweit führende Unternehmen. Neben TSMC und Hon Hai ist dies auch UMC (United Microelectronics Corp.). Der zweitgrößte Auftragshersteller des Landes für Halbleiter ist in Deutschland über ein ADR (WKN A0M2R4) handelbar. Ein ADR verkörpert 5 Aktien. In den nächsten beiden Jahren soll der Umsatz um gut 7% per anno wachsen. UMC zählt Unternehmen wie Intel und Qualcomm zu seinen Kunden. Erwogen wird ein Asset-Light Geschäftsmodell, mit dem Kosten eingespart werden könnten. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis für nächstes Jahr wird auf 2,3 geschätzt, das Kurs-Buchwert-Verhältnis auf 1,5. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 13 wird eine Dividende mit 5,5% erwartet. Das Unternehmen reagiert sensibel auf Wechselkursschwankungen. Nur 36% der Umsätze werden im Heimatland erwirtschaftet und machen das Unternehmen sehr sensibel für Wechselkursveränderungen. 31% der Umsätze stammen aus dem übrigen Asien, 25% aus den USA und 7,7% aus Europa. Sollte der TWD um 1% abwerten, würde dies die Marge um 0,4-0,5%-Punkte anheben. Die Bilanz besteht aus zwei Dritteln Eigenkapital und ist damit solide.
Defensiv mit dem Telekom-Marktführer
Wem Chiphersteller zu zyklisch sind, findet bei Chungwha Telecom (ADR WKN A1H4PX) eine defensivere Alternative. Der zu gut 35% im Staatsbesitz befindliche Telekom-Major hat mit einer Eigenkapitalquote von knapp 75% eine noch solidere Bilanz. Mehr als 62% der überwiegend in Taiwan erwirtschafteten Umsätze entfallen auf private Kunden. Der Umsatz soll in den nächsten beiden Jahren um knapp 2% pro Jahr zulegen. Der Gewinn wird überwiegend ausgeschüttet. Die erwartete Rendite für nächstes Jahr liegt bei 3,8%. Bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 4,3 und einem Kurs-Buchwertverhältnis von 2,7 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 26.