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Türkei: Technologie-Investitionen und Exportboom trotz Lira-Abwertung

Türkei: Chancen für Investoren in einem stabileren Umfeld

Die Türkei investiert kräftig in Technologie und Rüstung, während die Abwertung der Lira Exporte fördert. Die Rahmenbedingungen für Anleger verbessern sich weiter. Risikobereite Anleger können gute Chancen finden.

Die Türkei zeigt hohe Investitionen in den Technologie- und Rüstungsbereich. Die Abwertung der Lira verteuert zwar Energie und Rohstoffe, hilft aber dem Export. In diesem Umfeld hat sich die Türkei inzwischen als hochkompetitive Werkbank Europas etabliert.

Ein Wachstumstreiber ist die relativ junge und wachsende Bevölkerung. Die dürfte bis 2030 um 2,5% auf 88 Mio. Einwohner anwachsen. Der Privatverbrauch steuert nahezu 60% zum BIP bei. Die Einzelhandelsumsätze legten im Mai um 2,4% zu.  Das Wirtschaftswachstum soll von 3,4% in diesem Jahr auf 3,5% im Folgejahr und auf 3,8% in 2028 anziehen.

Rahmenbedingungen verbessern sich weiter langsam

Die fiskalischen und monetären Rahmenbedingungen sind inzwischen wieder stabiler. Sie leiten das Land in ein neues Fahrwasser, weg vom ehemals schuldengetriebenen High-Speed-Wachstum. Die Notenbank beließ zuletzt den Leitzins bei 37% und verwies auf die Inflationsrisiken aus dem Nahostkonflikt. Bis zum Erreichen von Preisstabilität wird sie ihren restriktiven Kurs fortsetzen. Das Inflationsziel hob sie für Ende 2026 auf 24% und für 2027 auf 15% an. Die Juli-Teuerung lag bei 32% konstant. 

Risikobereite Anleger finden einige interessante Lira-Anlagen. Die EBRD bietet mit WKN A3LUD4 einen AAA-Bond an. Mit dem partizipieren Anleger bis zum 13. Februar 2029 am Verlauf der Türkischen Lira. Bei einem Kupon von 27,5% und einer Notiz bei 80,69% rentiert der Bond mit 41,1% per Verfall. Nächster Zinstermin ist der 13. Februar 2027.

Aktien direkt oder über ETF

Wer gezielt eine Einzeltitelstrategie auf den Türkischen Aktienmarkt verfolgt, findet mit dem ADR auf die zweitgrößte Privatbank des Landes Türkiye Garanti Bankasi (WKN 909386) eine Möglichkeit. Ein Hinterlegungszertifikat repräsentiert eine Aktie. Die zu mehr als 85% zur spanischen BBVA gehörende Bank wurde 1946 gegründet. Der Umsatz soll in den nächsten drei Jahren um durchschnittlich knapp 29% pro Jahr wachsen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis wird auf 3,9 geschätzt. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei 1,2. Das Unternehmen soll in diesem Jahr die Dividendenzahlung wieder aufnehmen mit einer erwarteten Dividendenrendite von 4,5%.

Wer Einzeltitelrisiken scheut, greift zu einem ETF. Neben Amundi bietet Ishares mit der WKN A0LEW5 eine ausschüttende Variante, die auf elf große Unternehmen in der Türkei fokussiert. Der physisch vollständig replizierte ETF hat eine Gesamtkostenquote von jährlich 0,74%. Die Ausschüttungsrendite liegt bei 1,9%. Industriewerte sind mit mehr als 35% der größte Sektor, gefolgt von Finanztiteln mit 26% und von Basiskonsumunternehmen mit gut 16%.

Fazit: In der Türkei gibt es wieder zunehmend Chancen. Der Abwertungstrend der Lira zum Euro ist zwar weiterhin intakt. Renditestarke Investments können das aber kompensieren. Der Aktienmarkt ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 relativ günstig. Geduldige Anleger bauen wieder sukzessive Positionen auf. Die Türkei wird wieder eine Wachstumsstory. Die Lira hat Potenzial.
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