Überraschender Strategiewechsel
Die Abwertung des philippinischen Pesos alarmiert die Notenbank und löst einen Strategiewechsel der Geldhüter aus. In den vergangenen Monaten war die Notenbank mit den Zinsen nach unten unterwegs. Seit August 2024 senkte sie den Leitzins von 6,5% auf 4,25%. Im jüngsten Zinsentscheid votierte sie aber für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 4,5%. Die Geldhüter reagieren abrupt auf den sprunghaften Anstieg der Preise.
Inflation springt an
Die Inflation kletterte im März auf 4,1% (Vormonat: 2,4%). Neben den anziehenden Ölpreisen schürte die Abwertung des Peso den Preisauftrieb. Die Transportpreise zogen um 9,9% an, die durch die sprunghaft gestiegenen Benzin- und Dieselpreise mit plus 27,3% und 59,5% getrieben wurden. Die Kerninflation zog mit 3,2% um den höchsten Wert seit April 2024 an.
Der breite Kostenanstieg auf den Philippinen ergreift sämtliche Lebensbereiche und hebt auch die Kerninflation. Für 2026 und 2027 sehen die Währungshüter nun einen Anstieg über ihr Zielband. Weitere Zinsanhebungen sind die Konsequenz, um die anziehenden Inflationserwartungen in den Griff zu bekommen. Die Entwicklung drückt auf die Wirtschaft. Das Geschäftsklima taucht ab. Der Iran-Krieg belastet und untergräbt auch das rückläufige Konsumentenvertrauen.
Kupons für Defensive
Wer an einer Trendwende des Pesos partizipieren möchte, jedoch das Kursrisiko von Aktien ausschließen will, findet Zinspapiere supranationaler Emittenten. Ein Beispiel ist der Bond der EBRD mit der WKN A4EMMT. Das Papier läuft noch bis zum 16. Juni 2031 mit einem Kupon mit 4,75%. Bei einem Kurs von 95,08% rentiert die Anleihe effektiv mit 5,88%.
Philippine Long Distance Telephone Company, heute PLDT Inc., ist der Telekom-Marktführer auf den Philippinen und in Deutschland über ein ADR (WKN A2APXA) handelbar. Das Unternehmen hält im Mobilfunk circa 50% Marktanteil und verfügt über das umfangreichste Festnetz- und Glasfasernetzwerk auf dem Inselstaat. Im Wireless-Segment werden 44% des Umsatzes erzielt, mit Festnetzdiensten 56%. Größter Aktionär ist NTT aus Japan mit einem Anteil von gut 20,3%. In den nächsten drei Jahren erwarten Analysten ein Umsatzwachstum von gut 2,5%. Bei einem Kurs-Umsatzverhältnis für dieses Jahr von 1,2 bezahlen Anleger den 8-fachen Gewinn. Die in Aussicht stehende Dividende mündet in einer Rendite von 7,8%.