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Die EZB hilft mit Zinssenkungen vor allem den Regierungen

Unschöne Überraschungen

Mit Zinssenkungen hilft die EZB angeblich der Konjunktur auf die Beine. Doch was ist da dran? Die Zinsen sind ja historisch gesehen immer noch niedrig.

Das deutsche BIP ist im 2. Quartal "überraschend" um 0,1% ggü. Vorquartal geschrumpft. Zum vierten Mal in Folge liegt die größte Volkswirtschaft der Eurozone leicht im Minusbereich. Gründe sind geringen Investitionen der Unternehmen und eine schwache Bauwirtschaft bei nur moderat höheren privaten Konsumausgaben. Für das 2. Halbjahr zeichnet sich bislang kaum eine Belebung ab.

Wenig spricht dafür, dass eine Zinssenkung durch die EZB das ändern könnte. Mehr als die Hälfte derjenigen Unternehmen, die 2023 ihre Investitionen zurückfuhren, gab in einer Umfrage der Bundesbank an, dass das schlechte makroökonomische Umfeld ihre Investitionstätigkeit drückte. Die gestiegenen Energiekosten sowie die hohen Lohnkosten waren außerdem für jeweils knapp die Hälfte der Unternehmen wichtige Gründe für den Investitionsrückgang. Ebenso relevant für jeweils circa ein Drittel dieser Unternehmen waren der Arbeits- und Fachkräftemangel, die Unsicherheit über den regulatorischen Rahmen sowie die hohe Steuer- und Abgabenbelastung. Weitere Umfragen deuten darüber hinaus darauf hin, dass die Regulierungsdichte die Investitionstätigkeit im Inland belastet.

Inflation in der Eurozone wieder gestiegen

Die Zahl der Zombie-Unternehmen, deren Gewinne nicht ausreichen, um ihre Kredite dauerhaft zu bedienen, nimmt bereits stark zu. Insofern findet am Markt ein gesunder Bereinigungsprozess statt, werden Überkapazitäten abgebaut.

Dafür ist die Inflation in der Eurozone erneut gestiegen – „überraschend“ natürlich. Auf 2,6 % im Juli gegenüber 2,5 % im Juni. Der Anstieg ist vor allem auf einen Anstieg der Kernwaren und einen starken Anstieg in Italien zurückzuführen.
Fazit: Wenn die EZB die Zinsen runternimmt, tut sie das, um den Regierungen in der Eurozone zu helfen. Damit verletzt sie ihren Auftrag. Anklagen kann sie dafür niemand. Abstrafen schon. Man sieht es am Eurokurs und dem rückläufigen Vertrauen in Europas wirtschaftliche Resilienz.
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