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US-Wirtschaft: Arbeitsmarkt und Inflation sind herausfordernd

USA: Strukturelle Warnsignale vom Arbeitsmarkt

Die Fed steckt in der Zwickmühle. Steigende Ölpreise könnten die Inflation anheizen, während der schwächelnde Arbeitsmarkt eine expansive Geldpolitik rechtfertigt. Ein Blick auf den US-Dollar und Anleihen zeigt Anlagemöglichkeiten.

Die Fed sitzt zwischen zwei Stühlen. Die Inflation droht mit einem fulminanten Comeback, sollte der Ölpreis weiter steigen. Aber die Abschwächung auf dem Arbeitsmarkt würde eine expansive Politik rechtfertigen. Auf den ersten Blick wirkt die Arbeitslosenrate zwar niedrig. Im Juli meldeten sich 4,1% der Erwerbsbevölkerung arbeitslos (0,1% weniger als im Vormonat). Allerdings fiel die Partizipationsrate auf nur noch 61,4%. Zudem sank die Rate der Beschäftigten auf 58,9%. Beide erreichten damit Stände aus dem Kalenderjahr 2021.

Der Trend der Erwerbstätigen in den USA zeigt nach unten. Die restriktive Einwanderungspolitik und die anstehende Verrentung der Baby-Boomer, die auch in den USA zahlreich aus dem Arbeitsleben ausscheiden, machen sich zunehmend bemerkbar. In den zurückliegenden 12 Monaten schrumpfte die Arbeitsbevölkerung um 1,32 Mio. In der Zeit vor der Pandemie nahm diese zwischen 1 und 2 Mio. Menschen pro Jahr zu. Die Konsequenzen: Viele unbesetzte Stellen, weniger Einkommen, geringerer Konsum und auch die Steuereinnahmen leiden darunter.

Arbeitsmarkt sendet strukturelle Schwächezeichen

Seit geraumer Zeit schwächelt der Privatsektor. Seit 2022 fällt der Sechsmonatsdurchschnitt der neugeschaffenen Stellen. Im Juli lag dieser nur noch bei 44.000. Im Sommer 2022 waren es noch 450.000. Trotz Investitionsboom und Relokation von Produktionsstätten in die USA sparen private Unternehmen immer mehr an Personal, was auch eine Konsequenz der Implementierung künstlicher Intelligenz ist.

Die Notenbank zögert in diesem Umfeld mit Zinserhöhungen, wahrscheinlich mit Blick auf den Arbeitsmarkt auch zurecht. Ob die Teuerung auf dem niedrigen Niveau mittelfristig verbleibt, darf in Anbetracht der geopolitischen Lage und den daraus entstehenden Energieengpässen bezweifelt werden. Hätten die USA nicht die strategischen Erdölreserven angezapft, stünden die Ölpreise und mit ihnen auch Benzin und Diesel wesentlich höher. Eine Entwarnung von der Preisfront kann daher noch nicht gegeben werden.

Hoher Investitionsgrad in den USA

Der hohe Investitionsgrad ist ebenfalls ein Warnsignal. Vergleicht man den Stand der Geldmarktfonds im Vergleich zur Marktkapitalisierung des S&P500 liegt dieser heute mit knapp 12% wesentlich niedriger als bei den zurückliegenden Hochs der vergangenen Haussen in den USA. Zumal die Altersvorsoge jenseits des Atlantiks üblicherweise einen hohen Aktienanteil enthält. Sollte es zu einer konjunkturellen Verlangsamung kommen, dürften künftige Pensionäre vermehrt an ihr Erspartes gehen und für Verkaufsdruck sorgen.

Gehebelt dem Dollar folgen

Wer mit Blick auf die Zinsentwicklung und der Erwartung eines steigenden USD direkt auf eine Aufwertung des Greenbacks zum Euro setzen will, wählt Hebelinstrumente. Eine Möglichkeit bietet Vontobel mit der WKN VY9G13. Der Dollar-Call läuft bis zum 17. Dezember nächsten Jahres und hat eine Basis bei 1,05 USD EUR. Bei einem Hebel von mehr als 21 und einem Kurs von 0,48 Euro liegt der Break-Even bei 1,0446 USD. Das Aufgeld beziffert sich auf 9,6%.

Mit Anleihen ist sind Anleger defensiver unterwegs. Die Landesbank Baden-Württemberg bietet einen Hypothekenpfandbrief mit kurzer Laufzeit (WKN LB39ED). Das Papier ist am 04. Februar 2028 fällig und zahlt einen Kupon von 4,875%. Nächster Zinstermin ist der 04. Februar nächsten Jahres. Bei einem Kurs von 100,60% rentiert die Tripple-A-Anleihe effektiv mit 4,45%.

Fazit: In Krisenzeiten wird oft der US-Dollar gesucht. Dieser Überlegung folgend bietet sich die Währung direkt oder indirekt über Anleihen an.
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