Wachsende Schuldenlast, wachsender politischer Druck
Die hohe Schuldendynamik in der Eurozone dürfte wieder wachsenden politischen Druck auf die EZB verursachen. Das war in der vorigen Schuldenkrise ebenfalls schon so. Anleger sollten sich darauf einstellen.
Die hohe Schuldendynamik dürfte einen wieder wachsenden politischen Druck auf die EZB zur Folge haben. Vorbild dafür könnte ausgerechnet US-Präsident Donald Trump sein. Der hatte vor wenigen Monaten massiv Druck auf die US-Notenbank ausgeübt und sie offen zu Zinssenkungen aufgefordert. Dieser offene Druck hat nun etwas nachgelassen, weil Trump seinen Favoriten Kevin Warsh im Fed-Board durchgesetzt hat.
In der Eurozone könnte der politische Druck sogar noch viel größer werden. Dafür spricht, dass die Schulden einiger Länder besonders stark steigen und kritische Größen erreichen (z. B. Frankreich). Das könnte zur Folge haben, dass aus vielen unterschiedlichen Ländern politischer Druck auf die EZB ausgeübt wird. Ein Blick auf die jüngste Schuldenkrise untermauert diese Vermutung. Damals gab es harte Zinssenkungs-Forderungen aus Italien und Frankreich und sogar aus Finnland. Aus Belgien gab es Forderungen nach aktiver Stützung von Banken.
Fazit: Wir erwarten, dass der politische Druck auf die EZB wieder steigen wird. Für Anleger ist das wichtig. Denn eine an kurzfristigen Wahlzyklen orientierte Geldpolitik führt zu chronisch höherer Inflation.