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Zwischen Fed Cuts und Japans Ausgaben: Das bewegt Euro, Dollar und Yen

Was 2026 bringt: Euro fester, Dollar weicher, Yen später stärker

© Alex Slobodkin / Getty Images / iStock
Der Median dreht eurofreundlich, der Yen verliert klar, US-Kurzläufer fallen: Unterschiedliche Bankrevisionen erklären die Bewegung. CIBC und ING heben Euro Dollar deutlich an, Commerzbank und Pictet dämpfen. Wie unterschiedlich die Prognosen ausfallen und warum, erläutern FUCHS Devisen.

Der Median, der "Wert in der Mitte" des Spektrums für die Euro-Dollar-Prognose der sechs befragten internationalen Banken, setzt sich aus sehr unterschiedlichen Neubewertungen zusammen. Während Commerzbank und Pictet Wealth Management den Euro im Quartalsvergleich leicht schwächer sehen, stufen CIBC und ING den Euro deutlich nach oben. So steigt der Median im Dreimonatsvergleich dezent von 1,18 auf 1,195.

Beim Yen prägen kräftige Anpassungen die Mitte. Pictet Wealth Management und CIBC heben Dollar Yen spürbar an, die Commerzbank senkt dagegen. Daraus ergibt sich ein Mediananstieg von 148 auf 151,5. Euro Yen wird von Pictet und ING deutlich höher gesehen, die Commerzbank reduziert zu Lasten des Euro. Die Folge: Median von 165 auf 180.

Zinsen: kurz runter, lang zäher

Im US-Geldmarkt drücken vor allem ING, CIBC und Commerzbank ihre Erwartungen. Der Median fällt von 3,79 auf 3,30. Zehn Jahre USA bleiben seitwärts bei 4,30. Für den Bund sehen LBBW und ING höhere Renditen; der Median steigt von 2,70 auf 2,80.

Japan normalisiert mit breiter Basis. LBBW und ING heben die Langläufer an, der Median geht von 1,70 auf 2,00. Der Geldmarkt steigt von 0,80 auf 0,85. Im Zwölfmonatsblick springt der JGB-Median von 1,80 auf 2,35.

Wie die Bankebene den Median treibt

Euro Dollar, drei Monate: Commerzbank von 1,22 auf 1,20 und Pictet von 1,18 auf 1,15 dämpfen; CIBC von 1,11 auf 1,20 und ING von 1,10 auf 1,20 ziehen deutlich an. LBBW bleibt stabil. Ergebnis: Median plus 1,27 Prozent.

Dollar Yen, drei Monate: Pictet von 140 auf 158 und CIBC von 140 auf 157 erhöhen kräftig; Commerzbank von 150 auf 145 senkt. ING bleibt bei 150, LBBW hebt moderat. Ergebnis: Median plus 2,36 Prozent.

Zwölf Monate: Euro stabil, Yen schwächer

Euro Dollar, zwölf Monate: ING von 1,15 auf 1,22 und CIBC von 1,14 auf 1,18 stufen hoch; Commerzbank von 1,25 auf 1,21 und Pictet von 1,22 auf 1,20 stufen herunter. Die Mitte bleibt nahezu seitwärts (von 1,210 auf 1,205).

Yen, zwölf Monate: Pictet und CIBC sehen Dollar Yen deutlich höher; Commerzbank senkt. Euro Yen wird von Pictet und ING angehoben, Commerzbank reduziert von 188 auf 173. Der Median zeigt merkliche Yen-Schwäche. 

Die Euro‑Dollar‑Prognosen rücken zusammen: Commerzbank und Pictet WM nehmen etwas Euro‑Optimismus heraus, während ING und CIBC kräftig nach oben revidieren. Beim Yen streiten die Häuser über den Weg, nicht über das Ziel. Zinsen: vorne stabil, hinten mit leichtem Aufschlag.

Prognosen nähern sich an

Die Richtung ist klar, der Takt hat sich verändert. Commerzbank und Pictet Wealth Management hatten den Euro vor drei Monaten spürbar stärker gesehen als heute; sie haben das Tempo der erwarteten Dollar‑Schwäche heruntergenommen. ING und CIBC haben dagegen ihre früher zurückhaltenden Euro‑Dollar‑Werte deutlich angehoben. Ergebnis: Statt auseinanderzulaufen, konvergieren die Häuser – die Abstände in den Prognosen schrumpfen.

Die Story dahinter ist eine gemischte: In den USA wird die Notenbank wohl lockerer, aber nicht im Sprint. Gleichzeitig wirken Haushalts‑ und Politikrisiken als Gegenwind für den Dollar. In Europa gibt es Rückenwind, aber eher moderat – genug für einen leichten Vorteil des Euro, nicht für große Sprünge.

Gleiche Richtung, neuer Takt

Beim Dollar–Yen gehen Commerzbank und Berenberg von einer sanften Yen‑Erholung aus: sinkende US‑Zinsen und kleine Schritte der Bank of Japan sollen dem Yen nach und nach Halt geben. Pictet WM dreht die Reihenfolge: Erst lasten große Ausgabenpläne in Tokio auf der Währung, später setzt die schwächere Dollar‑Story die Wende. ING und CIBC wählen einen ruhigeren Mittelweg – weniger Ausschläge, mehr Mittelspur.

Im Kreuz Euro–Yen wiederholt sich das Muster. Commerzbank/Berenberg erwarten ein langsames Abrutschen über die Zeit, Pictet WM hält zunächst Zwischenhochs für möglich, bevor die Linie abflacht. Praktisch heißt das: Euro‑Zahlungen Richtung Japan gestaffelt absichern; wer verkauft, nutzt Zwischenhochs, wer kauft, verteilt Tranchen.

Zinsen: vorn verlässlich, hinten mit Aufschlag

Im Euroraum bleibt daskurze Ende die Konstante: die Erwartungen an die EZB sind stabil. Amlangen Ende rechnen die Häuser mit einem kleinen Aufpreis – mehr Emissionen, höhere Defizite, etwas mehr Laufzeitprämie. Die Unterschiede liegen weniger in der Richtung als in der Höhe dieses Aufschlags.

In den USA prallen zwei Lesarten aufeinander. Die eine setzt auf zügigere Zinssenkungen und nur begrenzt steigende Langläufer. Die andere unterstellt zähere Senkungen und spürbarere Aufschläge hinten – getragen von hartnäckigen Preistreibern, großen Defiziten und einer üppigen Emissionspipeline. CIBC markiert hier eher die obere Kante bei den langen Renditen; ING lässt die kurzen Sätze anfangs straffer stehen. Beides dämpft die ganz große Dollar‑Delle – ohne sie zu negieren.

Was daraus folgt

Der Trend bleibt: tendenziell weicherer Dollar, robuster Euro, Yen‑Comeback mit Anlauf. Der Streit dreht sich um den Zeitplan, nicht um das Ziel. Für die Praxis gilt: Absicherungen staffeln (drei/zwölf Monate), beim Yen Zwischenphasen nutzen, bei Anleihen die Laufzeit dosieren – kurze Sicherheit behalten, lange nur wohldosiert beimischen.

Fazit: Die Prognosen klaffen spürbar auseinander: Euro Dollar wird von einzelnen Häusern angehoben, von anderen gedämpft; beim Yen reichen die Anpassungen von deutlich höher bis klar niedriger. Der Median signalisiert nur die Tendenz, nicht die Sicherheit. Das Gesamtbild bleibt vor allem beim Yen und den US Kurzläufern unscharf.
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