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Euro, Dollar, Zins: Was sich jetzt im 3 und 12 Monats Blick ändert

Wechselkursprognosen – Die Ruhe vor dem Sturm

Die Wechselkursprogosen wichtiger Banken zeigen gegenüber dem Jahresanfang an der Oberfläche wenig Bewegung. Doch darunter bewegen die Iran-Risiken, die Energiepreise und mögliche Änderungen der Zinspfade die Strömungen in wechselnde Richtungen. Derzeit gilt (noch): Das Währungspaar EUR|USD legt im 3-Monats-Blick zu, auf 12 Monate geht es im Mittel der Prognosen seitwärts. Aber: Energiepreise, Inflation und Geldpolitik können im Zeichen des Irankrieges die Erwartungen rasch verschieben.

EUR|USD steigt im Konsens kurzfristig auf 1,195 nach 1,165 im Vorquartal. Auf 12 Monate bleibt es im Mittel bei 1,210. Das signalisiert kurzfristig einen stärkeren Euro und einen schwächeren Dollar, ohne Richtungswechsel im Jahresausblick.

Für die Zinsen gilt derzeit: Der Geldmarktsatz im Euro liegt auf 3 Monate voraus im Median um 0,18 Basispunkte höher als Anfang Januar, die 10-Jahres-Rendite im 12-Monats-Blick um 0,13 Punkte über Vorquartal. Das lässt steigende Langfrist-Risikoprämien erahnen.

Was die Daten für den Yen zeigen

Der 3-Monats-Median für USD|JPY steigt auf 155 nach 146. Das markiert auf kurze Sicht einen stärkeren Dollar zum Yen. Der 3-Monats-Median für EUR|JPY steigt auf 182,25 nach 176,5, was einen stärkeren Euro gegenüber dem Yen anzeigt. Für EUR|USD bleibt die 12-Monats-Prognose unverändert bei 1,210, was eine Seitwärtsannahme trotz höherer geopolitischer Risiken zeigt.

Was die Banken sagen

Berenberg erklärt die jüngste Dollarstärke mit höheren Energiepreisen und Risikoaversion sowie damit verbundenen Belastungen für die Eurozone. Im Basisszenario erwartet Berenberg eine Entspannung und EUR|USD bei 1,19 zur Jahresmitte und 1,22 zum Jahresende 2026. Die EZB würde temporäre Inflationsschübe weitgehend ignorieren („durchsehen“) und den Einlagesatz um 2,0 Prozent belassen.

Pictet WM sieht den Dollar kurzfristig durch Geopolitik und höhere US Renditen gestützt und erwartet EUR|USD bei 1,18 in 3 Monaten sowie 1,20 in 12 Monaten, also eine leichte Euro-Erholung im Jahresverlauf.

Warum die Unsicherheit hoch ist

Die kleinen Medianänderungen verdecken die erheblichen Prognoserisiken. Ein anhaltender Energieschock würde Inflation und Wachstum in der Eurozone stärker belasten als in den USA und könnte die Geldpolitik neu ausrichten. Berenberg skizziert hierfür ein Negativszenario mit längerer Blockade, höheren Öl- und Gaspreisen und wachsendem Zinsdruck.

Das heißt aus Sicht von FUCHS-DEVISEN: Die Mediane könnten sich im nächsten Quartal deutlich verschieben, wenn die Inflation anzieht, die Notenbanken reagieren (müssen) und die Konjunktur dies- und jenseits des Atlantiks spürbar nachgibt. Die aktuelle Seitwärtsannahme bei EUR|USD auf 12 Monate liefert dafür keine Absicherung.

Einordnung für die Zinskurve

Der Anstieg der 10-Jahres-Rendite im 12-Monats-Blick deutet auf höhere Laufzeit-Prämien hin. Also auf einen Zuschlag für längere Laufzeiten bei unsicherem Inflationspfad. Der nur leichte Anstieg des Geldmarktsatzes zeigt, dass der Markt noch keine harte EZB-Wende einpreist.

Pictet verweist auf die US Renditeüberlegenheit als Dollarstütze, was bei einer Entspannung an den Energiemärkten an Wirkung verlieren kann.

Fazit: Hält der Irankrieg mit seinen Auswirkungen auf die Energiemärkte an, hat eine deutliche Revision der Prognosen im Folgequartal eine hohe Wahrscheinlichkeit. FUCHS-DEVISEN sehen dieses Risiko bei mehr als 60%.

Empfehlungen: USD-Zahlungen gestaffelt absichern. Euro-Einnahmen mit Optionen gegen Rückschläge schützen. Zinsseite im Euroraum mit längeren Bindungen glätten. Szenario Prüfungen auf Energiepreise und Inflation vierteljährlich aktualisieren.

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