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Eine Euro-Anlagestrategie für das 2. Halbjahr 2023

Wie viele Zinsschritte kommen noch?

Mehrere 2-Euro-Münzen. © Olivier Le Moal / stock.adobe.com
Die Euro-Inflationsrate ist rückläufig, die Konjunktur kühlt spürbar ab. Kann die EZB also aufhören die Zinsen anzuheben? Noch nicht! Aber wie viele Schritte kommen noch? Und was bedeutet das für Anleger? FUCHS-Devisen geben einen Ausblick.
Der Eurozone steht ein konjunkturell schwieriges zweites Halbjahr 2023 bevor. Die Inflationsrate auf Jahresbasis sank im Mai zwar deutlich von 7,0% auf 6,1%. Das liegt aber vor allem am Basiseffekt und der sich eintrübenden wirtschaftlichen Tätigkeit. Im Monatsvergleich stagnieren die Preise dagegen. Eine deutliche Abwärtsdynamik bei der Inflation ist das also nicht. 

Konsumenten zurückhaltend, Wirtschaft pessimistisch

Die stagnierende Monatsinflation ist auch ein Hinweis auf die zurückhaltende Käuferlaune. Das europäische Verbrauchervertrauen stagniert derzeit bei -17,40 Zählern. Auch das Kreditgeschäft kühlt deutlich ab. Das Wachstum der Privatkredite verlangsamt sich im Jahresvergleich auf 2,5%. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 4,5%.

Die jüngst veröffentlichten Wirtschaftsindikatoren deuten allesamt auf eine konjunkturell trübe zweite Jahreshalbzeit hin. Das von der EU-Kommission ermittelte wirtschaftliche Vertrauen sank im Mai von 99,3 Punkten auf 96,5. Die Stimmung im Dienstleistungssektor ging von 10,5 auf 7,0 Zähler zurück. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe notiert bei 44,8 Zählern und damit deutlich unter der Expansionsschwelle. 

Wie viele Zinsschritte kommen noch?

Der Zinserhöhungszyklus der Europäischen Zentralbank wird dennoch erst langsam ein Ende finden. So sei zwar ein großer Teil des Straffungskurses geschafft, meint EZB-Vize-Präsident Luis de Guindos. Noch ist aber die Inflation weit vom Zielwert entfernt. Sein estnischer Kollege Madis Müller rechnet daher mit zwei weiteren Zinsschritten um 25 Basispunkte im Juni und Juli. Fraglich ist, ob dann Schluss ist oder es im September zu einem weiteren (finalen) Zinsschritt kommt. Das wird von den dann erreichten Inflations-Daten abhängen.

Differenzierter Währungsausblick

Im Währungsgefüge wird sich der Euro im zweiten Halbjahr uneinheitlich verhalten. Wir sehen Aufwertungspotenzial der Gemeinschaftswährung gegenüber US-Dollar, GBP, CAD, NZD und CHF. Gegenüber den nordischen Währungen NOK und SEK, sowie AUD und JPY dürfte er hingegen schwächer tendieren.

Fazit: Die Euro-Inflationsrate tendiert nach unten, ist aber noch lange nicht da, wo die EZB sie haben will. Zwei weitere Zinsschritte sind mindestens wahrscheinlich. Die EZB dürfte sich auf der Zinsseite somit ein Stück von der Fed entkoppeln und ihren Zinsrückstand aufholen.
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