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Zentralbanken | Geldpolitik

Der wankende Grund der EZB

Der neue Quartalsbericht der BIZ enthält Studien, die die Lockerungspolitik der EZB zweifelhaft machen.
Der neue Quartalsbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, BIZ, entzieht der Europäischen Zentralbank (EZB) in Teilen den Argumentationsboden für ihre geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen (QE). Der Bericht enthält zwei Studien, die zentrale Begründungen der Zentralbank für deren massives Staatsanleihenkaufprogramm entkräften. Es soll ja den Preisentwicklungstrend in der Eurozone umkehren und die Kreditbedingungen für Unternehmen verbessern helfen. Deflation – über einen längeren Zeitraum niedrige und sinkende Verbraucherpreise – beeinflusst kaum das Wirtschaftswachstum. Gefährlich für das Wachstum sollen dagegen längere Phasen mit rückläufigen Aktien- und Immobilienpreisen sein. Das will die BIZ in einer groß angelegten Stichprobenuntersuchung herausgefunden haben. Auch litten Staaten mit hohen Schuldenpegeln nicht besonders unter Deflation. Das dämpft die insbesondere von US-Ökonomen gepflegte Panik vor einer europäischen Deflation erheblich. Eine von der Weltwirtschaftskrise traumatisierte Ökonomenriege verallgemeinert deren negative Wirkungen offenbar unzulässig. Vielmehr zeigt sich in der BIZ-Untersuchung erneut das enorme negative Potenzial von Aktien- und Immobilienpreisblasen – die ja gerade als Folge der monetären Entspannungspolitik drohen und sich in Teilen auch schon abzeichnen. Zudem hat die monetäre Lockerung so gut wie keine messbaren positiven Folgen für Investitionen. Verbesserte Kreditbedingungen für die Unternehmen waren aber die zweite Triebfeder für die drastischen geldpolitischen Maßnahmen der EZB. Entscheidend für die Unternehmen seien vielmehr Wirtschaftsaussichten und Gewinnerwartungen der Firmen. Dem stehen die möglichen Folgewirkungen dieser Geldpolitik entgegen. Bill Gross, Investmentchef bei Janus Capital, einem US-Anleihespezialisten, glaubt, dass tatsächlich ein Währungskrieg aller gegen alle laufe, der nicht zu gewinnen sei. Die Weltwirtschaft könne schließlich nicht gegen sich selbst abwerten. Inzwischen betrage das Volumen von Wertpapieren mit negativer Rendite allein in der Eurozone 2 Billionen US-Dollar. Gross fürchtet, dass diese Geldpolitik Geschäftsmodelle zerstöre, die für das Funktionieren unserer modernen Wirtschaften lebenswichtig seien: die von Pensionsfonds und Versicherungen. Negativzinsen könnten seiner Ansicht nach schwaches Wirtschaftswachstum eher befördern als abwenden.

Fazit: Die Argumente gegen die aggressive Geldpolitik der EZB bekommen immer mehr Nahrung. Die Gefahr wächst, dass diese geldpolitisch hinter der Kurve liegt.

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