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Bundesanleihen im Fokus

Deutschland: AAA-Rating in Gefahr

Die Zweifel am deutschen AAA-Rating sollten Anleiheinvestoren Sorgen bereiten. Denn ein Verlust des Top-Ratings würde wohl zu Kursverlusten führen.

Fitch-Ratings hat erste Zweifel an Deutschlands AAA-Rating geäußert - nun sieht auch Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Risiken. Dabei seien Schulden nicht per se schlecht. Die Frage ist aber, was mit den Schulden finanziert wird. Falls die Bundesregierung Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung über Kredite finanziere, würde damit das künftige Wirtschaftswachstum gestärkt.

Das Problem: Das Gegenteil sei aber der Fall, falls das Geld in den Sozialausgaben verschwindet, was sich bereits abzeichnet. „Unter den Ländern mit AAA-Rating ist Deutschland derzeit ein sehr unsicherer Kantonist. Deutschland könnte zu alter Wachstumsstärke zurückkehren, wenn die erforderlichen Sozialreformen und der Bürokratieabbau endlich angepackt werden“, sagt Gropp. Falls dies unterbleibt, könnte das deutsche AAA-Rating in wenigen Jahren Geschichte sein.

Gefahr für Anleihe-Investoren

Ein Verlust des Top-Ratings hätte für Besitzer deutscher Staatsanleihen gravierende Auswirkungen. Der Wert der existierenden Bundesanleihen würde deutlich sinken und die Verzinsung beträchtlich ansteigen. Das zeigt ein Vergleich zu Frankreich. Während die Franzosen für ihre zehnjährigen Staatsanleihen aktuell 3,945% Zinsen zahlen, müssen die Deutschen für die zehnjährigen Bundesanleihen lediglich 3,1452% bezahlen. Ein Unterschied von rund 80 Basispunkten. Ein Verlust des deutschen AAA-Ratings hätte darüber hinaus wahrscheinlich auch negative Folgen für die Staatsanleihen der übrigen Euro-Länder.

Dabei hat Deutschland im gegenwärtigen Umfeld auch Chancen. Denn die Eskapaden des US-Präsidenten Donald Trump beschädigen das Ansehen der USA und ihrer Institutionen. US-Staatsanleihen gelten daher längst nicht mehr als so sicher wie in der Vergangenheit. Wer also sichere Staatsanleihen sucht, hat immer weniger Auswahl.

Kaum Alternativen

Denn abgesehen von Deutschland sind sämtliche Länder mit AAA-Rating eher klein wie etwa die Schweiz, Norwegen oder Singapur. Die Anlagen dieser Länder sind damit weniger liquide, was für Großinvestoren ein Problem darstellt. Wenn also die USA künftig als „sicherer Hafen“ ausscheiden, drängen sich deutsche Staatsanleihen als Alternative auf. Aber nur, wenn die Bundesregierung ihre Hausaufgaben erledigt. „Deutschland hat eine Riesenchance“, sagt Gropp.

Fazit: Wer in deutsche Staatsanleihen investiert, sollte das Rating der drei großen Agenturen künftig genau verfolgen. Angesichts der Struktur des Bundeshaushaltes wachsen die Risiken für ein Downgrade.
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