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Zinsentscheidungen der Fed: Ein Blick auf die US-Wirtschaft

Die starke Wirtschaft macht der Fed das Leben schwer

Die US-Wirtschaft gibt Hinweis für eine überraschende Wendung in der Zinspolitik. Während die offiziell ausgewiesene Inflation sich dem Ziel der Federal Reserve nähert, bleibt Unsicherheit aufgrund hoher Verbraucherpreise und anhaltender Verschuldung bestehen. Was bedeutet das für die Zinsentscheidung im November nach der US-Präsidentschaftswahl?

Die US-Wirtschaft schafft Raum für mögliche Überraschungen in der Zinspolitik. Die US-Notenbank (Fed) steht vor einer wichtigen Zinsentscheidung am 6. und 7. November 2024. Alle Welt rechnet mit einer Absenkung der Leitzinsen von 25 Basispunkten. Doch die Fed fährt auf Sicht und richtet sich nach den hereinkommenden Daten. Die aber fallen immer wieder besser als erwartet aus. 

Schon jetzt sprechen Ökonomen von der ausgebliebenen Rezession in den USA. Auch wenn der Verbraucherpreisindex (CPI) im September nur noch 2,4 % betrug, zeigen andere Indikatoren, dass die Inflation noch immer nicht vollständig unter Kontrolle ist. Ein Beispiel sind die Preise für Halloween-Süßigkeiten. Aufgrund des Kakaomangels sind sie in den USA um 7,5 % gestiegen.

Herausforderungen der Inflation

Die hohen Preise für Waren und Dienstleistungen bleiben eine Belastung. Die Lebensmittelpreise sind um 22 % gestiegen, Eier sogar um 87 %, die Kfz-Versicherungen um fast 47 % und Benzin um 16 %.

Die Entwicklung der Preise

Die „klebrigen Preise“ wie Mieten, Versicherungen und Gesundheitskosten steigen weiterhin um 4 %, während flexible Preise wie Benzin und Lebensmittel gefallen sind. In einigen Bereichen wie der Kerninflation (ohne Lebensmittel und Energie) liegt die Rate immer noch bei 3,3 % (CPI) bzw. 2,7 % (PCE). Und obwohl alles teurer wird, konsumieren die Amerikaner weiterhin stark: Im zweiten Quartal 2024 betrug der private Konsum fast 20 Billionen USD.

Auswirkungen auf die Kreditaufnahme

Die Haushaltsverschuldung hat sich seit dem ersten Quartal 2021 um 19 % auf 20,2 Billionen USD erhöht. Auch die Kreditkartennutzung kleiner Unternehmen ist um über 20 % im Vergleich zu vor der Pandemie gestiegen. Die aktuelle Schuldnerquote liegt bei 2,74 %, das ist der höchste Stand seit fast 12 Jahren. Obwohl die Fed die Zinsen zuletzt gesenkt hat, sind die langfristigen Zinssätze, wie der 30-jährige Hypothekenzins, um 40 Basispunkte gestiegen.

Die Zeitschrift Economist hat gerade eine umfangreiche Titelgeschichte zur Stärke der US-Wirtschaft geschrieben, die andere „erwachsene“ Volkswirtschaften weit hinter sich lasse. Doch die Wachstumsstory hat eine Schattenseite: Die USA sind bis über die Ohren verschuldet. Das ist der wunde Punkt des Wachstums, der früher oder später zu Verwerfungen führt. Auch dies muss die Fed zinspolitisch im Auge behalten. Amerika ist enorm zinssensitiv.


 

Fazit: Allein der hohe Verschuldungsgrad der USA spricht dafür, dass die Fed über günstige Zinsen etwas mehr Inflation zulässt, sodass sich die Schulden schneller entwerten können. Doch dies ist ein Tanz auf dem Hochseil – ohne Netz.

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