Fed beendet Pandemie-Strategie
Die US-Notenbank Fed hat auf ihrer jährlichen Konferenz in Jackson Hole einen bedeutenden Kurswechsel vollzogen. Fed-Chef Jerome Powell kündigte an, dass die Zentralbank zur flexiblen Inflationssteuerung zurückkehrt und die sogenannte „Make-up“-Strategie aufgibt. Damit endet ein geldpolitisches Experiment, das seit der Pandemiezeit für Diskussionen sorgte.
Was bedeutet die „Make-up“-Strategie?
Die „Make-up“-Strategie sah vor, dass verpasste Inflationsziele – also Phasen mit zu niedriger Inflation – nachträglich durch höhere Inflation ausgeglichen werden sollten. Ziel war es, die durchschnittliche Inflation über einen längeren Zeitraum bei rund 2 % zu halten. Diese Strategie wurde eingeführt, als die Inflation jahrelang unter dem Zielwert lag und die Fed ihre Glaubwürdigkeit stärken wollte.
Warum die Abkehr?
Powell begründete die Abkehr damit, dass die Erfahrungen seit der Pandemie gezeigt hätten, dass deutlich höhere Inflationsraten möglich sind – und dass die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer weiterhin gut verankert seien. Ein Ausgleich durch spätere höhere Inflation sei daher nicht mehr notwendig.
Rückkehr zur klassischen Steuerung
Mit der Rückkehr zur flexiblen Inflationssteuerung kehrt die Fed zu einem bewährten geldpolitischen Rahmen zurück. Künftig wird sie nicht mehr versuchen, vergangene Zielverfehlungen auszugleichen, sondern sich auf die aktuelle und erwartete Inflationsentwicklung konzentrieren. Das bedeutet mehr Reaktionsfreiheit – aber auch mehr Verantwortung, um Preisstabilität und Vertrauen in die Geldpolitik zu sichern.
Bedeutung für Märkte und Politik
Für die Finanzmärkte ist dieser Strategiewechsel ein Signal der Normalisierung. Die Fed setzt wieder stärker auf klassische Instrumente und distanziert sich von experimentellen Ansätzen. Gleichzeitig wird deutlich: Die Glaubwürdigkeit der Zentralbank ist ein hohes Gut – und ihre Unabhängigkeit ein entscheidender Faktor für stabile Inflationserwartungen.
Fazit: Die Fed setzt wieder auf klare Inflationsziele. Für Anleger bedeutet das: Inflationsschutz bleibt wichtig, aber extreme Zinsschwankungen werden seltener.