Fed sendet Unabhängigkeits-Signal
Die US-Zentralbank Fed hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75% bis 4% angehoben. Damit handelt es sich um die erste Zinserhöhung seit Juli 2023. Mit dem Schritt stellt sich der neue US-Fed-Chef Kevin Warsh gegen den Willen des US-Präsidenten. Denn Donald Trump fordert seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren geradezu gebetsmühlenartig eine Senkung des US-Leitzinses. Aus diesem Grund kam es unter dem ausgeschiedenen Fed-Chef Jerome Powell zum offenen Streit.
Viele Beobachter haben die versuchte Einflussnahme auf die Geldpolitik der Fed als Gefährdung ihrer Unabhängigkeit betrachtet. Der Entscheid zur Zinsanhebung stellt somit auch ein gewisses Bekenntnis zur Unabhängigkeit dar. Kevin Warsh – wie schon sein Vorgänger Jerome Powell, waren übrigens von Trump selbst zu Fed-Präsidenten bestellt worden.
Euro unter 1,15 USD
Die Entscheidung hat zu einem Höhenflug des Dollar geführt. Der Euro kostete am Donnerstagnachmittag 1,1495 Dollar. Am Dienstag hatte die Gemeinschaftswährung noch bei 1,1544 Dollar notiert. Mitte August wurden für einen Euro kurzzeitig sogar mehr als 1,17 Dollar gezahlt.
Der Zinsschritt kommt nicht unerwartet, denn im August lag die US-Inflation bei 3,4% und damit deutlich oberhalb der Zielmarke von 2%. Seither hat der Ölpreis kräftig zugelegt. Während das Barrel der Nordseesorte Brent am 17. August lediglich 90,87 Dollar kostete, waren es gestern Nachmittag 102,75 Dollar – ein Plus von über 13%. Falls sich der Ölpreis oberhalb von der 100-Dollar-Marke stabilisieren sollte, verheißt dies nichts Gutes für die US-Inflation. Damit dürfte auch eine Senkung des Leitzinses in weite Ferne rücken.