Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
943
Amerikas Rechte gegen die Unabhängigkeit der US-Notenbank

Gesinnungswandel der Republikaner wird zum Unabhängigkeits-Risiko

Unter den US-Rechten und ländlichen Konservativen gilt die US-Notenbank gemeinhin als Verbündete der Wall Street. Das wirft die Frage auf, ob man nicht die Unabhängigkeit der Fed begrenzen sollte. In den USA ist das formal leicht zu ändern.

Die verbalen Ausfälle von US-Präsident Donald Trump gegen die Notenbank Fed haben die Aufmerksamkeit wieder einmal auf die Unabhängigkeit der Notenbanken gerichtet. Die wird gerade wieder von der amerikanischen Rechten infrage gestellt. Die Notenbank gilt dort vielen als Verbündete, (um nicht zu sagen: Komplizin) „der Wall Street", also als Agent der Finanzindustrie, der den Bankern Spekulationsgeschäfte zulasten der Steuerzahler erlaubt. Aus diesem Teil des Spektrums kamen daher in den vergangenen Jahren häufiger Forderungen, die Geldpolitik der Regierung zu unterstellen.

Die Unabhängigkeit der Notenbank in Fragen der Geldpolitik ist in den USA (wie auch seinerzeit für die Bundesbank) lediglich durch ein einfaches Gesetz gesichert. Sie hat keinen Verfassungsrang. Darum könnte sie technisch entsprechend leicht durch eine normale Gesetzesänderung aufgehoben werden. Die geltenden Regeln sehen ausdrücklich vor, dass das Parlament dem Fed-Board Vorgaben für seine Geschäftstätigkeit machen kann – was in der Praxis darauf hinausläuft, dass der Fed-Präsident zweimal jährlich dem Parlament Rede und Antwort steht und die Abgeordneten die Zielvorgaben der Geldpolitik formal absegnen.

Die Unabhängigkeit ist nur durch die entsprechende Mehrheiten abgesichert. Angesichts der Tatsache, dass sich die US-Republikaner als Mehrheitspartei mit dem Amtsantritt Trumps recht spontan und widerstandslos von traditionellen Verteidigern des Freihandels zu den Protagonisten des Protektionismus gewandelt haben, ist das Risiko größer als vielen vielleicht bewusst ist, dass die Fed in ihrer Unabhängigkeit eingeschränkt wird oder diese verliert. Auch in dieser Hinsicht wird Trump langfristig zu einer Belastung für den Dollar werden.

Fazit: Die drohenden Töne Richtung Fed begrenzen den Spieraum für den Greenback nach oben. Er bleibt aufgrund des Zinsvorteils vorerst aber klar ein interessantes Anlageziel, wobei der Zeithorizont auf allenfalls 2 Jahre begrenzt werden sollte.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Rothschild Bank AG: Wissenswertes TOPS 2020

Rothschild Bank AG: Die Königsmacher

Die Rothschild Bank in Zürich gibt es erst seit gut 50 Jahren, das Bankenimperium der Rothschilds dagegen schon seit Ende des 18. Jahrhunderts. Aus einfachen jüdischen Verhältnissen stammend arbeitet sich der Gründer Mayer Amschel Rotschild empor, seine Nachfolger bewahren und mehren den Reichtum der Familie – bis heute, in der mittlerweile 9. Generation.
  • Fuchs plus
  • Bank Gutmann AG: Wissenswertes TOPS 2020

Bank Gutmann AG: Tradition und Kontinuität

Die Bank Gutmann ist eine Wiener Privatbank mit Fokus auf den Heimatmarkt Österreich. Auch wenn schon seit vielen Jahren die Gründerfamilie Gutmann nicht mehr Eigentümer des auf Vermögensverwaltung spezialisierten Hauses ist, steht der Name doch nach wie vor für Solidität und ein auf Partnerschaft basierendes Management.
  • Fuchs plus
  • Proteste im EZB-Direktorium werden lauter

Selbst geschaffene Stabilitätsrisiken im Euroland

Kritisiert offen die Politik der EZB: François Villeroy de Gallhau Copyright: Picture Alliance
Immer deutlicher wird: Die EZB fährt in der Geldpolitik einen zunehmend riskanten Kurs. Die Geldstabilität ist gefährdet. Dafür sprechen Äußerungen aus dem „inner circle".
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Tiefer Fall des Ölpreises möglich

Ölpreis vor kritischer Marke

Die Aussichten für Öl sind mittelfristig schlecht.
Der Ölpreis hat sich ein letztes Mal aufgebäumt – jetzt ist die Richtung vorgegeben. Und der Richtungspfeil zeigt nach Süden. Dafür sind fundamentale wie technische Gründe Ausschlag gebend. Doch für Investoren ist eine solch eindeutig abwärts gerichtete Situation alles andere als beklagenswert.
  • Fuchs plus
  • Im Oktober steht ein erneuter Dreh bevor

Der schwache Real drückt den Kaffeepreis

Der Kaffeepreis leidet deutlich unter zwei Entwicklungen in Lateinamerika: Den idealen Wetterbedingungen für die Kaffeeernte im Hauptproduktionsland Brasilien. Und dem schwachen Brasilianischen Real (BRL). Doch der Oktober ist für Kaffee ein besonderer Monat.
  • Fuchs plus
  • An einem Kryptogeld führt im Zeitalter von Industrie 4.0 kein Weg vorbei

Europas Politik sollte Libra als Chance erkennen

Libra geht in eine kritische Phase über. Copyright: Pixabay
Ob Libra oder E-Euro: An einem Kryptogeld auf Blockchain-Basis führt im Zeitalter von Industrie 4.0 kein Weg vorbei. Denn mit Kryptogeld verbindet sich viel mehr als die reine Zahlfunktion. Europas Politik könnte erneut eine große Chance verpassen.
Zum Seitenanfang