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Inflation: Kurzfristig und vorübergehend? Von wegen!

Jetzt knicken auch die Research-Abteilungen ein

Mehrere Münzen, im Hintergrund ein 500 Euro Schein. Copyright: Pixabay
Die Inflation ist keine Eintagsfliege. Jetzt revidieren auch die Research-Abteilungen in den Banken ihre Erwartungen. Sie gingen bislang mehrheitlich von einer kurzfristig höheren, aber zügig wieder rückläufigen Inflation aus. Damit schwenken Deutsche Bank, EZB und Co. immer klarer auf den Kurs ein, den FUCHSBRIEFE schon lange erwartet haben.

Immer mehr Banken knicken bei ihrem Inflations-Szenario ein. Die Research-Abteilungen großer Finanzinstitute glauben vermehrt, dass die Inflation dauerhaft über 2% liegen wird. Das ist das klare FUCHSBRIEFE-Szenario seit Ende vergangenen Jahres (vgl. FB vom 17.12.2020). Der Schwenk der Banken ist eine Abkehr von der bisher vorherrschenden Meinung, die Inflation sei kurzfristig, vorübergehend und von Basiseffekten getragen.

Research-Abteilungen passen ihre Prognosen an

  • Deutsche Bank Research sieht die deutsche Inflationsrate für 2022 bei mittlerweile 2,5%. Im Sommer lag die Prognose noch bei unter 2%. Die BIP-Erwartungen für 2021 seien angesichts der anziehenden Inflationserwartungen mit immer mehr Unsicherheiten behaftet.
  • Die Bundesbank geht mittlerweile davon aus, dass sich die deutsche Inflation im Jahr 2021 zwischen 4 und 5% liegen wird. Für 2021 schätzt sie wie auch die Deutsche Bank 2,5%.
  • Die EZB rechnet für 2022 mit einer Inflation von 2,2% in der Eurozone. Im Juni schätzte sie den Wert noch auf 1,9%. Die deutsche Rate wird deutlich darüber liegen.
  • Die OECD – wenn auch keine Bank, so doch eine viel beachtete Institution – hob ihre Inflationsprognose an und erwartet für die G20 Länder 2022 eine Teuerungsrate von 3,9%.
  • Jerome Powell – Chef der US-Notenbank Federal Reserve – äußerte am Dienstag Zweifel, dass die US-Inflation wie bisher erwartet zurückgehen werde. Die preistreibenden Effekte seien „größer und dauerten länger“ als bisher erwartet. Das scheinen auch die Kapitalmärkte mittlerweile anzunehmen. Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen kletterte nach Powells Aussagen am Dienstag steil auf 1,56% - der höchste Stand seit Juni.

Lieferkettenprobleme belasten die Produktion

Größter Inflationstreiber sind nach Ansicht von Deutsche Bank Research weiterhin die vielfach gestörten Lieferketten. Wie FUCHSBRIEFE (vgl. FB vom 5.8.2021), geht auch die Deutsche Bank jetzt davon aus, dass sich das Chaos in den Häfen der Welt bis weit in das Jahr 2022 hineinziehen wird. Das führt zu einer Knappheit bei Vorprodukten, drückt die Produktion und treibt die Preise. Betroffen sind davon alle Branchen. In der Automobilindustrie liegt die Knappheit bei über 90%, bei Elektronik, Maschinenbau, Gummi und Kunstoffen sind es etwa 80%.

An der Supermarktkasse spüren die Verbraucher insbesondere die Lebensmittelinflation. Die Knappheit liegt bei 30%. Je nach Angebot müssen Verbraucher für Gemüse, Brot usw. 5% bis 8% tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Weitere Inflationstreiber werden der Fachkräftemangel, die anziehenden Löhne und auch die Demografie sein. Die Babyboomer gehen in Rente. Das verschärft den Fachkräftemangel zusätzlich. Und sie beginnen, ihr lange fürs Alter angesparte Kapital auszugeben. Außerdem wird die Verteuerung der fossilen Energie (Gas, Benzin) in den nächsten Monaten kräftig "reinhauen". Schon in drei Monaten wird die nächste Stufe beim CO2-Preis "gezündet".

Fazit: Die Inflation wird über Monate hinweg das Preisniveau teils kräftig erhöhen und strahlt in etliche Branchen aus. Kalkulieren Sie die Preise für das nächste Jahr entsprechend.

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