Lohn-Preis-Spirale dreht sich
In den USA hat gerade die Berichtssaison begonnen. Die ersten Zahlen sind gut, aber sie sind trügerisch. Denn die Aussichten für die US-Konjunktur verschlechtern sich. Die Fed wird die Wirtschaft zügig abbremsen, aber die Löhne schießen ordentlich in die Höhe.
In den USA kommt die Lohn-Preis-Spirale in Schwung. Das zeigen die jüngsten Arbeitsmarktdaten deutlich. Die Arbeitslosigkeit ist praktisch auf dem niedrigen Niveau vor der Pandemie zurück. Die Arbeitslosenquote sank im März auf 3,6%. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen liegt seit geraumer Zeit bei etwa 600.000 pro Monat. Damit nimmt die Beschäftigung deutlich stärker zu als vor der Pandemie.
Löhne steigen kräftig
Der Arbeitsmarkt ist dennoch eng, der Lohndruck hoch. Darum können Arbeitnehmer kräftige Aufschläge erzielen. Gegenüber dem Vorjahr ist der Stundenlohn im März um 5,6% gestiegen, so die Commerzbank. Im Februar lag das Lohnplus noch bei 5,2% im Jahresvergleich. Die Dynamik nimmt also noch weiter zu, was angesichts der Inflationsrate von 8% auch noch so bleiben dürfte. Vor der Pandemie lag der Lohnzuwachs im Jahresvergleich bei 3%.
Die US-Notenbank kann sich ein Zögern bei den Zinsen darum nicht mehr leisten. Sie wird die Zinsen bis Jahresende um gut 200 Basispunkte anheben. Das wird nicht ohne Bremsspuren bei der US-Konjunktur gehen. Das Wachstum der US-Wirtschaft dürfte 2022 bei 3,3% liegen. Mit Blick darüber hinaus verschlechtern sich die Rahmenbedingungen aber deutlich.
Fazit: Die absehbaren Zinssteigerungen in den USA werden das BIP-Wachstum spürbar bremsen. Wir erwarten, dass die US-Konjunktur 2023 stagniert. Noch ist die Dynamik der Wirtschaft sehr hoch, die getrieben von Nachhol-Effekten aus der Pandemie. Behalten Sie die Zinsstrukturkurve im Blick. Sie wird schon bald deutlich abflachen.