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BIS fordert Kurswechsel: Schulden begrenzen, Risiken senken

Neue Finanzkrise? Warum die BIS Alarm schlägt

Rekordschulden, riskante Finanzstrukturen und steigende Zinsen: BIS-Chef Hernández de Cos warnt vor einer neuen Finanzkrise. Er fordert harte Maßnahmen gegen Leverage und klare Fiskalpolitik. FUCHSBRIEFE erläutern, warum Anleger jetzt umdenken müssen – und welche Strategien Sicherheit bringen.

Die Warnung ist deutlich. Pablo Hernández de Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), sieht die Finanzmärkte vor einer gefährlichen Mischung aus Rekordschulden und riskanten Finanzstrukturen. Seine Botschaft: Ohne entschlossene Gegenmaßnahmen droht eine neue, möglicherweise große Finanzkrise.

Warum diese Worte Gewicht haben

Die BIS gilt als technokratisch. Ihre Analysen sind nüchtern. Politische Forderungen werden üblicherweise in semantische Watte verpackt. Doch für einen BIS-Chef formuliert de Cos ungewöhnlich direkt – und sendet damit ein Weckruf an Märkte und Politik.

Schulden steigen auf historische Höchststände

Die Zahlen sind alarmierend. Laut IWF-Projektionen erreichen die Staatsschulden in den Industrieländern bis 2030 durchschnittlich 120% des BIP, in Schwellenländern 85%. Ohne Konsolidierung könnten sie bis 2050 auf 170% (Industrieländer) und 160% (Schwellenländer) steigen. Zusätzliche Ausgaben für Alterung, Verteidigung und Energiewende würden die Quote um weitere 40 Prozentpunkte erhöhen.

Zinslast und Markt-Stress nehmen zu

Die Zinskosten steigen bereits. Bleiben die Zinsen hoch, erhöht sich die Belastung des Schuldendienstes auf 3% des BIP, bei Inflationsschüben sogar auf 4% – das wäre ein Niveau wie in den 1980er Jahren. Damals hob die US-Notenbank den Leitzins zeitweise auf fast 20%, um die Inflation zu bekämpfen. Langfristige Staatsanleihen rentierten damals mit über 15%, die Hypothekenzinsen erreichten rund 16%. In Deutschland lagen zehnjährige Bundesanleihen im zweistelligen Bereich. Diese extremen Zinsen führten zu Rezessionen und machten Kredite und Investitionen sehr teuer – ein Szenario, das sich heute nur noch wenige vorstellen können.

NBFIs als Risikoquelle

Gleichzeitig warnt Hernández de Cos vor „Snapback-Risiken“. Das sind plötzlichen Renditesprünge, ausgelöst durch hoch gehebelte Hedgefonds und kurzfristige Dollar-Finanzierungen. Nichtbanken übernehmen das Geschäft mit Staatsanleihen. Hedgefonds kaufen und verkaufen Anleihen auf Kredit – oft ohne jede Sicherheitsreserve. Rund 70% der Dollar-Geschäfte und 50% der Euro-Geschäfte laufen ohne Abschlag. Das erlaubt extrem hohe Kredite. Pensionsfonds und Versicherer sichern Währungsrisiken über kurzfristige Tauschgeschäfte ab. Das Volumen dieser Geschäfte liegt bei 130 Billionen US-Dollar, drei Viertel davon laufen kürzer als ein Jahr. Das macht das System anfällig für plötzliche Engpässe.

Politik muss handeln

Die Mahnung ist klar: Die Risiken müssen begrenzt werden. Und zwar durch weniger riskante Kredite für Finanzakteure außerhalb der Banken, verpflichtende Sicherheitsabschläge bei Geschäften und mehr zentrale Abwicklungsstellen, um Stabilität zu schaffen. Außerdem sollen Datenlücken geschlossen werden. 

Fiskalisch fordert Hernández de Cos eine schrittweise Konsolidierung, die das Wachstum nicht abwürgt und von Strukturreformen begleitet wird. Hoffnungen auf KI-Wachstum oder eine Rückkehr zu extrem niedrigen Zinsen seien „zu riskant“. Für Anleger heißt das: mehr Schwankungen und höhere Renditeforderungen sind wahrscheinlich. Das dürfte die Aktienmärkte belasten.

Fazit: Staatsanleihen bleiben riskant. Setzen Sie auf kurze Laufzeiten, Liquidität und das Allheilmittel Streuung. Prüfen Sie ggf. Ihre Anlagen in Hedgefonds und anderen Nichtbanken.  
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