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Fed bleibt unter Beschuss: Zinsen, Preise und Politik

Trump hat ein Inflations-Problem

Die Inflation bleibt Trumps Achillesferse: Trotz Rückgang auf 2,7% in städtischen Lagen, liegt sie über dem Fed-Ziel. Wohnen, Energie und Essen verteuern das Leben – besonders für seine Kernwähler aus der Arbeiter- und Mittelschicht. Das verschärft den politischen Druck auf Trump, der diesen an die Fed weitergibt. Aber er muss auch auf einem anderem Gebiet handeln.

Die Preissteigerungsraten in USA setzen Donald Trump und den Republikanern innenpolitisch zu. Die Inflationsrate liegt im städtischen Raum bei 2,7%. Das ist weiter deutlich über dem Ziel der Notenbank Fed von 2%. Kurz: Alles wird teurer, und betroffen sind zuvorderst die Wählerschichten von Donald Trump. Dazu tragen auch wesentlich die hohen Importkosten durch Trumps Zollpolitik bei. Die St. Louis‑Fed sieht 2025 auffällige Preisanstiege bei langlebigen Gütern (Fahrzeuge, Elektronik, Möbel) im Takt der Zollanhebungen.

Die aktuellen Daten vom Dezember des Bureau of Labour Statistics „All Urban Consumers“ bezieht sich zwar explizit auf die Bevölkerung, die in städtischen Gebieten lebt – das sind aber rund 90% der US-Bevölkerung. Diese Gruppe ist nicht deckungsgleich mit Trumps Kernwählerschaft. Dennoch: Viele Preissteigerungen (Wohnen, Energie) betreffen auch Vorstadt- und ländliche Haushalte – also indirekt seine Wählerbasis.

Teurer geworden sind

  • Essen: +3,1 % insgesamt; davon außer Haus +4,1 %, zu Hause +2,4 %. Spitzenreiter: Kaffee (+19,8 %), Rindfleisch (+16,4 %).
  • Wohnen: +3,2 % (Mieten und Eigentümermieten jeweils um rund +3 %).
  • Haushaltsausstattung: +4,0 %.
  • Persönliche Pflege: +3,7 %.
  • Energie-Dienstleistungen: Strom +6,7 %, Gas +10,8 %.

Geringe Anstiege gibt es bei

  • Bekleidung: +0,6 %.
  • Transport-Dienstleistungen: +1,5 %.
  • Neue Fahrzeuge: +0,3 %.

Günstiger geworden sind

  • Mobilität: Benzin −3,4 %, Motor Fuel −3,2 %, Flugtickets −3,4 %, Umzugskosten −17 %.
  • Technik & Kommunikation: Telefondienste −3,2 %, Wireless −4,1 %, IT-Hardware −4,1 %.
  • Haushaltsgeräte: −1,7 %.
  • Lebensmittel-Details: Milchprodukte −0,9 %, Eier −20,9 %.

Untere und mittlere Einkommen am stärksten belastet

Kurz gesagt: Mobilität wird günstiger, vor allem durch sinkende Spritpreise und Flugkosten. Essen wird teurer, besonders Restaurantbesuche (+4,1 %) und einzelne Produkte wie Kaffee (+19,8 %) und Rindfleisch (+16,4 %). Wohnen bleibt ein Preistreiber (+3,2 %), ebenso Energie-Dienstleistungen. Belastet werden dadurch untere und mittlere Einkommensschichten. Im Besonderen:

  • Mieter und Haushalte mit hohem Wohnkostenanteil. Denn Wohnen (+3,2 %) trifft vor allem Geringverdiener und junge Familien.
  • Haushalte mit hohem Energieverbrauch: Strom und Gas (+6,7 % bzw. +10,8 %) belasten vor allem Eigenheimbesitzer mit niedrigem Einkommen, die nicht leicht modernisieren können.
  • Restaurantkonsum: Essen außer Haus (+4,1 %) trifft Haushalte, die aus Zeitgründen oft auswärts essen (Singles, Berufstätige).

Profiteure: besonders mobile Schichten

Ebenfalls belastet: die obere Mittelschicht. Hier schlagen Lifestyle-Ausgaben wie persönliche Pflege (+3,7 %), Haushaltsausstattung (+4,0 %) – relevant für Haushalte mit höherem Konsumstandard – zu Buche. Ebenso Dienstleistungen wie Versicherungen (+8,2 %) und bestimmte Freizeitangebote.

Profiteure sind mobile und technikaffine Schichten. Insbesondere Pendler und Vielfahrer: Benzin −3,4 %, Flugtickets −3,4 %. Das entlastet Vielreisende und Berufspendler. Ebenso Techniknutzer: IT-Hardware (−4,1 %), Telefondienste (−3,2 %) – Vorteil für Haushalte mit hohem Digitalbedarf. Aber auch Haushalte mit starkem Basisverbrauch bei Grundnahrungsmitteln wie Eier (−20,9 %) und Milchprodukten (−0,9 %)haben Vorteile.

Trumps Wähler zahlen die Zeche

Folge: Geringverdiener leiden überproportional, weil Wohnen und Energie schwer vermeidbar sind. Die Mittelschicht spürt Druck bei Dienstleistungen und Konsumgütern. Die oberen Schichten profitieren teils von günstigeren Mobilitäts- und Technikpreisen, während Luxus- und Servicekosten steigen.

Trump gewann 2024 Stimmen besonders in Einkommensstufen unter 50.000 USD und in der Gruppe bis 99.999 USD. Fast 46% der Befragten mit weniger als 30.000 USD unterstützten ihn. Gering- und Mittelverdiener ohne Collegeabschluss stellen einen zentralen Teil seiner Basis. Die Gruppe „Working Class“ (also nicht akademisch Geprägte, oft mit manuellen Berufen) zeigte klare Verschiebungen hin zu Trump. Jüngere Männer (18–29 Jahre) zeigten eine starke Zustimmung zu Trump.

Fazit: Trumps Wählerbasis besteht aus niedrig- bis mittelschichtigen, nicht-akademisch geprägten Menschen. Sie leiden besonders unter steigenden Wohn- und Energiekosten. Dies stärkt sein politisches Narrativ, die Fed müsse eingreifen und die Zinsen drücken. Trump wird an seinem Feldzug gegen Noch-Fed-Chef Jerome Powell (bis Mai 2026 im Amt bis 2028 im Board der Fed) festhalten. Es setzt den Präsidenten aber auch unter Druck, bei Einfuhrgütern den Kostendruck durch Zölle zu verringern.

Empfehlung: Politische Eingriffe könnten die Erwartungshaltung verändern. Das führt zu Volatilität bei US-Staatsanleihen. Kurzläufer bevorzugen, Duration begrenzen, bis klar ist, ob die Fed einknickt. Anleger können auch inflationsgeschützte Anleihen (TIPS) als Hedge nutzen. Zugleich steigt der Druck auf den Dollar.

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