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Trump gegen die Fed: Der Kampf um die Unabhängigkeit der US-Notenbank

Wie Trump die Fed 2026 umgestalten kann

US-Präsident Trump strebt danach, die Unabhängigkeit der US-Notenbank zu untergraben. Darum nimmt er massiv Einfluss auf deren Personalpolitik. Trotz gescheiterter Versuche, unliebsame Gouverneure abzusetzen, könnte er ab 2026 die Fed-Führung nach seinen Vorstellungen umbauen. Die Finanzmärkte bleiben bisher unbeeindruckt, doch eine Politisierung der Fed könnte weitreichende Konsequenzen haben.

US-Präsident Donald Trump setzt alles daran, die US-Notenbank unter Kontrolle zu bekommen. Sein Ziel ist es, die Unabhängigkeit der Fed zu untergraben und die mächtigste Notenbank der Welt auf politischen Kurs zu bringen. Trump setzt dabei auf Personalpolitik. Mit Stephen Miran, einem engen Vertrauten aus dem Weißen Haus, hat er grade einen neuen Gouverneur ins Fed-Board gehievt. 

Trumps Versuch, die Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen, ist ein beispielloser Angriff auf die institutionelle Unabhängigkeit der Notenbank. Gerade der offene Versuch, unliebsame Gouverneure abzusetzen, ist neu und bedroht die Fed so stark wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Eine politisierte Notenbank riskiert dauerhaft zu hohe Inflation, den Missbrauch ihrer Bilanz zur Staatsfinanzierung und regulatorische Fehlentscheidungen.

Trump will Tauben in der Fed

Mit seinem Enlassungsvorstoß ist Trump zwar gescheitert. Aber spätestens 2026, wenn die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell endet, könnte er die Führung der Notenbank weiter nach seinen Vorstellungen umbauen. Bis Ende Februar muss das Board turnusmäßig die zwölf regionalen Fed-Präsidenten in ihrem Amt bestätigen, die auf rotierender Basis zusammen mit den Mitgliedern des Board im Offenmarktausschuss (FOMC) über die Leitzinsen entscheiden. Trump könnte versuchen, Einfluss auf die Personalauswahl zu nehmen.

Eine weitere Chance, seinen Einfluss auf Zinsentscheidungen auszubauen, bietet das Ende der Amtszeit von Jerome Powell als Fed-Chef im Mai 2026. Gewöhnlich tritt ein Vorsitzender nach Ende der Amtszeit auch von seinem Posten als Gouverneur zurück. "Die Regierung wird massiven Druck auf Powell ausüben, dieser Tradition zu folgen und den Gouverneursposten nicht bis zum regulären Ende seiner Amtszeit Anfang 2028 zu behalten", spekuliert die Commerzbank. Trump könnte dann einen weiteren Gouverneur nach seinem Gusto nominieren.

Finanzmärkte noch ruhig

Noch zeigen sich die Finanzmärkte weitgehend unbeeindruckt vom Versuch der Einflussnahme. Die Renditen steigen nur leicht, Inflationserwartungen bleiben stabil. Anleger scheinen noch nicht an einen dauerhaften Einfluss Trumps auf die Fed zu glauben. Diese Gelassenheit könnte trügerisch sein: Sollte sich der Eindruck verfestigen, dass die Fed zur politischen Spielwiese wird, drohen massive Anpassungen – mit steigenden Zinsen, fallenden Anleihekursen und einem schwächeren Dollar.
Fazit: Baut Trump seinen politischen Einfluss auf die Fed aus, wächst mittel- und langfristig das Risiko einer instabilen Geldordnung. Die zentrale Frage ist, ob die Unabhängigkeit der US-Notenbank gewahrt bleibt oder die Geldpolitik massiv politisiert wird. Wäre das der Fall, würden Sachwerte und alternative Währungen strukturell erheblich an Bedeutung gewinnen, der Dollar an Substanz verlieren.
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