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Auf und Ab bis weit ins nächste Jahr

Wirtschaft am Tropf

Es gehört zur Aufgabe von Regierungen, der Bevölkerung in Krisenzeiten Mut zu machen und Zuversicht einzuflößen. Da nimmt man es hin und wieder mit der Wahrheit nicht so ganz genau. Doch zur Wahrheit zählt: Nach dem Lockdown ist vor dem Lockdown. Wie lange können die Unternehmen das verkraften?
Die westlichen Wirtschaften müssen sich darauf einstellen, dass es noch eine Zeitlang dauern wird, bis sich eine konstante Erholung einstellt. Bis dahin ist mit einem beständigen Auf- und Ab von nachlassend kräftigen Erholungsphasen und staatlich verordneten Einschränkungen zu rechnen. Denn es wird immer unwahrscheinlicher, dass vor dem Herbst 2021 ein wirksamer Impfstoff gegen Covid-19 gefunden, geschweige denn verabreicht ist.

Sollte Joe Biden in den USA am 20. Januar ins Weiße Haus einziehen – wonach es derzeit aussieht – werden auch die USA den europäischen Kurs in der Pandemiebekämpfung umsetzen. Das bedeutet: Covid wird immer wieder erfolgreich Sand ins Getriebe der westlichen Ökonomien streuen. Je länger diese Phase andauert, desto größer die Gefahr, dass der Bevölkerung der Geduldsfaden reißt. Und den Regierungen und auch den Finanzministern die Puste ausgeht.

Im Unternehmenssektor wachsen die Risiken

Es wachsen aber auch die Risiken im Unternehmenssektor. Die Anzahl der Firmen mit hoher Verschuldung, geringer Rentabilität und niedrigen Eigenkapitalquoten wird ansteigen. Derzeit liegt die Quote in der EU bei 8 bis 10%, in UK wird sie auf 20% geschätzt.

Noch helfen Regierungen und Zentralbanken, die Liquidität der Unternehmen sicherzustellen. Aber das kann kein Dauerzustand bleiben. Und je stärker der Verschuldungsgrad der Staaten und Unternehmen ansteigt, desto steiler dürfte die Zinsstruktur werden.

Fazit: Bei Hochzinsanleihen von Unternehmen ist höchste Vorsicht geboten. Aber auch die Aktienmärkte stehen mit anhaltender Covid-Krise auf einem immer bröckligeren Fundament. Eine Wirtschaft am Tropf kann keine gesunden Gewinne hervorbringen.
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