Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1149
US-Notenbank

Zinsen: Die Exit-Strategie der Fed

Fed-Chefin Yellen: Zinsen ein bisschen rauf | © Getty
Die Fed kommt an einer Zinserhöhung nicht vorbei.
Die US-Notenbank setzt am Mittwoch den verzögerten Ausstieg aus der Politik des ultraleichten Geldes fort. Die Fed wird dazu die Zinsen um 25 BP auf 0,75% anheben. Darüber hinaus dürfte sie weitere Zinsschritte andeuten. Zinserhöhungen sind der beste Weg, um wieder zu einer normalen Geldpolitik zu gelangen. Die Fed hat keine Argumente mehr, die Zinserhöhung erneut zu verschieben. Die US-Wahlen sind vorbei und die Börse verteilt bereits Vorschusslorbeeren für Donald Trump. In Erwartung größerer Investitionen eilt der Dow von Rekord zu Rekord. Der befürchtete Börseneinbruch bei einem Trump-Sieg blieb somit aus. Die Fed muss auf dieses Risiko keine Rücksicht mehr nehmen. Auch andere Risiken sind geschwunden. Der Ölpreis hat sich deutlich erholt. Selbst wenn er nicht stark weiter steigt – eine akute Gefahr für Öl-Unternehmen geht von ihm nicht mehr aus. Damit ist auch das Ausfallrisiko im Bankensystem gesunken. Und die Konjunktur in China, die die Fed als Argument für ihr Zögern herangezogen hatte, läuft stabil. In den USA selbst sprechen die Zahlen deutlich für Zinserhöhungen. Die Arbeitslosenrate ist auf aktuell 4,6% gesunken. Die Inflationsrate steigt kontinuierlich an. Die Steigerung der Verbraucherpreise lag zuletzt bei 1,6%. Die Kerninflation (ohne Energiepreise) lag bei 2,1%. Der BIP-Zuwachs liegt mit +3,2% solide im Plus. Er wurde Ende November sogar nach oben revidiert. Die Aussicht auf steigende US-Leitzinsen dürfte einen kräftigen Investitionsschub auslösen. Denn das Zinsniveau ist insgesamt noch sehr gering, Investitionen sind also noch relativ preiswert. Daneben sind die US-Banken bereits wieder vielfach solide aufgestellt und können Kredite vergeben. Unternehmen, die investieren wollen, werden darum nicht mehr lange zögern, wenn sie steigende Zinsen erwarten müssen. Selbst vom Immobilienmarkt gibt es keine akuten Warnungen. Zwar ist die Verschuldung in diesem Segment wieder gestiegen. Aber die Preise klettern ebenfalls auf breiter Front. Eine Zinserhöhung wäre zudem ein wichtiges politisches Signal an die Finanzmärkte. Sie wäre eine Trump-Bremse. Der designierte 45. US-Präsident will hohe kreditfinanzierte Ausgabenprogramme (z. B. für Infrastruktur) fahren. Steigende Zinsen haben hier eine disziplinierende Wirkung.

Fazit: Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Fed kommt an einer Zinserhöhung nicht vorbei. Für die Notenbank geht es neben der Normalisierung ihrer Geldpolitik um ihre Glaubwürdigkeit als Institution.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Berliner Start-up schließt PE-Markt auf

Einfach in Private Equity investieren

Die Eintrittsbarrieren für Investments in Private Equity sind ziemlich hoch. Üblicherweise steht dieses Anlagesegment nur institutionellen Profi-Investoren offen. Ein Berliner Start-up hat nun aber die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt und senkt die Eintrittshürden stark ab. Das macht Private Equity-Investments auch vermögenden Privatanlegern zugänglich.
  • Die Eurozone liefert wirtschaftlich ein schwaches Bild

Der Euro ohne Rückenwind

Europas Wirtschaft kommt nicht aus dem Tal. Mühsam geht es ein paar Schrittchen vorwärts, dann wieder ein paar zurück. So fehlt dem Euro der Rückenwind, um sich im Währungsgefüge zu festigen. Unternehmer und Anleger sollten sich darauf einstellen.
  • Echtheitsprüfung von Geld

Den Euro besser machen

Gerade mit aufkommendem Online-Geldverkehr hat das Thema Fälschungssicherheit eine neue Dimension bekommen. Copyright: Picture Alliance
Gerade mit aufkommendem Online-Geldverkehr hat das Thema Fälschungssicherheit eine neue Dimension bekommen. Die herkömmlichen Zahlungsmittel und die herkömmlichen Zahlungswege sind fälschungsanfällig. Doch es kann Abhilfe geschaffen werden. Auch für den Euro.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Neue Exportmärkte für die deutsche Wirtschaft

Großer Bedarf an Wasserstoff in Deutschland

Die Nachfrage nach Wasserstoff wird steigen.
Der Bedarf an Wasserstoff in Deutschland wird in den nächsten Jahrzehnten stark ansteigen. 2050 werden etwa 300 TWh oder neun Mio. t Wasserstoff verwendet. Dabei wird der größte Teil aus Importen kommen. Jene Länder, die bei erneuerbaren Energien die niedrigsten Erzeugungskosten haben, sind dabei im Vorteil.
  • Fuchs plus
  • Blockchain zur Entschlackung von überbordender Bürokratie

Das sich selbst meldende Bankgeschäft

Blockchain auch im Meldewesen
Das europäische Bankenmeldewesen ist heterogen und zerstreut. Daraus resultieren Risiken für den Finanzsektor und hohe Bürokratiekosten. Sie werden auf die Bankkunden umgelegt. Doch mittels Blockchain können sie deutlich reduziert werden.
  • Fuchs plus
  • Vermögensverwaltungen im Wettbewerb mit ihrer Benchmark

Schräge Vergleiche

Der Gesetzgeber verlangt, dass Vermögensverwalter und Kapitalanlagegesellschaften ihre Leistungen vergleichbar machen müssen. Meist wird dem Anleger eine Grafik präsentiert, die den Verlauf des eigenen Depots oder Fonds mit einer „Benchmark“ zeigt. Doch hier gibt es Gestaltungspotenzial - zu Gunsten der Anbieter.
Zum Seitenanfang