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EZB reagiert auf schwache Konjunkturdaten

Zinssenkung: Beitrag zu neuen Investitionen gering

Die Europäische Zentralbank senkt die Zinsen am Donnerstag erneut um 25 Basispunkte. Trotz sinkender Inflation bleibt die Kreditvergabe an Unternehmen problematisch, da Banken vorsichtiger werden. In diesem Kontext ist eine nachhaltige Erholung der Investitionen fraglich.

Die EZB wird am Donnerstag die Zinsen erneut um 25 Basispunkte senken. Am 12. Dezember dürfte der vierte Zinsschritt seit der Lockerung der Geldpolitik im Juni folgen. Der Einlagezins dürfte somit bis Ende des Jahres auf 3 % sinken.

Die Entwicklungen in der Realwirtschaft und bei der Inflation scheinen eine Zinssenkung zu unterstützen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone fiel im September auf 49,6 und damit unter die Wachstumsschwelle von 50. Auch der wirtschaftliche Stimmungsindex der Europäischen Kommission sank im September.

Inflation und Kaufkraft

Dank sinkender Ölpreise ging die Inflation im September auf 1,8 % zurück. Die Kerninflation fiel allerdings nur leicht auf 2,7 %. Dass die Löhne zur Wiederherstellung der Kaufkraft nicht weiter ansteigen, ist eine optimistische Annahme. Dennoch wird die EZB in ihrer Zinspolitik reagieren.

Zukunftsausblick auf die Lohninflation

Berenberg glaubt, es könnte 2026 und 2027 zu einem Anstieg der Lohninflation kommen. Das könnte die EZB dazu zwingen, die Zinsen später wieder anzuheben. Die Märkte rechnen mit einem Zinssatz von 2,1 % Ende nächsten Jahres. Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding erwartet eine Stabilisierung bei 2,5 % und eine Rückkehr zu 3 % Anfang 2027.

Kreditvergabe und Unternehmensinvestitionen

An der Zurückhaltung der Unternehmen bei Investitionen wird die Zinssenkung wenig ändern. Unternehmen kommen laut Umfragen des ifo Instituts etwas schwerer an neue Kredite. 32,9 Prozent jener Unternehmen, die Verhandlungen führen, berichteten im September von zurückhaltenden Banken (Juni: 27,1 Prozent). Das ist der höchste Wert seit sieben Jahren. Besonders stark stieg die Kredithürde bei den Dienstleistern (von 27,0 auf 35,7 Prozent) und in der Industrie (von 26,2 auf 34,3 Prozent). Fehlende Aufträge in vielen Branchen ließen die Banken bei der Kreditprüfung genauer hinschauen. 

Auch die hohen und steigenden Insolvenzzahlen lassen die Banken vorsichtiger werden. Daran ändern niedrigere Zinsen nichts; im Gegenteil, sie verlocken zu wenig rentablen Investitionen. Im Bauhauptgewerbe (von 32,2 auf 20,7 Prozent), Großhandel (von 24,6 auf 23,2 Prozent) und im Einzelhandel (von 30,0 auf 27,0 Prozent) kamen die Unternehmen hingegen leichter an Kredite. 

Fazit: Die Zinssenkung der EZB wird vor dem Hintergrund einer schwächelnden Wirtschaft und sinkender Inflation unternommen, bietet jedoch keine Garantie für eine Erholung der Unternehmensinvestitionen. Unternehmen müssen strategisch abwägen, ob sie in diese unsicheren Zeiten investieren oder ihre Ressourcen schonen.
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