Zölle kommen bei US-Verbrauchern an
Die Zolleinnahmen in den USA sprudeln. Aber auch die Preise beginnen wegen der Zölle zu steigen. Das wird sich zu einem Problem für die Fed auswachsen, die in einen sich verschärfenden Zielkonflikt kommt. Die Währungshüter werden eine Grundsatzentscheidung treffen.
Die US-Zolleinnahmen sprudeln, die Effekte kommen jetzt aber auch bei den US-Verbrauchern an. Darauf deuten die jüngsten Daten aus den USA hin. In den vergangenen Wochen sind die US-Zolleinnahmen deutlich gestiegen. Das hat das US-Finanzministerium mitgeteilt. Allein im August verbuchte es gut 30 Mrd. US-Dollar Zolleinnahmen. Damit könnten sich die Zolleinnahmen in diesem Jahr auf gut 400 Mrd. US-Dollar summieren.
Wachsender Zielkonflikt für die Fed
Die US-Verbraucher bekommen die Zölle inzwischen aber auch zu spüren. Denn die Preisentwicklung bei einigen Warengruppen, die typischerweise – vor allem aus China – importiert werden, zeigt teilweise deutliche Zolleffekte. So haben sich Haushaltsgeräte seit April gegenüber dem Vormonat im Durchschnitt um 0,6% verteuert, während sie sich in den zwölf Monaten davor monatlich um etwa 0,1% verbilligt hatten.
Die Zölle werden damit zu einem Preistreiber. Das wird sich - wie hier schon prognostiziert - absehbar in der Inflationsrate zeigen. Für die Fed wird das ein wachsendes Problem. Stockt die Konjunktur, bleibt der US-Arbeitsmarkt unter Druck, wären Zinssenkungen angezeigt. Die wurden ja auch bereits in Aussicht gestellt. Führen die Zölle aber zu einer steigenden Inflationsrate, kommt die Fed in einen wachsenden Zielkonflikt.
Fazit: Die Fed wird sich entscheiden müssen, welche Prioritäten sie in der Geldpolitik setzt. Derzeit deutet alles darauf hin, dass sie die Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten höher gewichtet. Das Risiko ist, dass sie die Inflation laufen lässt. Das sollten Dollar-Anleger im Blick behalten.