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Chartmuster an der Börse

Ist der Markt in die Bullenfalle getappt?

Der DAX hat ein neues Allzeithoch erreicht. Der Deutsche Aktienkurs hat in den Rückwärtsgang geschaltet. Charttechniker erkennen ein typischen Bild. Ist der Markt in eine Bullenfalle getappt?
Der DAX hat eine denkwürde Bewegung aufs Parkett gelegt. Vorige Woche hat er mit einem großen Sprung ein neues Allzeithoch markiert. So weit, so „normal“ für das vergangene Börsenhalbjahr. Denkwürdig ist  die Bewegung, weil der Deutsche Aktienindex praktisch sofort nach Erreichen des Hochs in den Rückwärtsgang geschaltet hat. Dabei ist er in die alte und sehr enge Handelsspanne zwischen 12.500 und 12.800 Punkten zurückgefallen. Weiteres Aufwärtspotenzial hat der DAX nur, wenn ein neuer Sprung über das Allzeithoch gelingt. Charttechniker erkennen ein typisches Bild und fragen sich: Ist der Markt in eine Bullenfalle getappt? Noch ist das Chartmuster zwar nicht abgeschlossen. Aber es besteht eine relativ große Wahrscheinlichkeit, dass der Markt dieses Trendumkehr-Muster vervollständigt. Auslöser für einen Trendwechsel nach unten gibt es reichlich. Heute (Donnerstag) haben die europäischen Geldhüter zu ihrer Politik Stellung genommen. Erwartungsgemäß hat die EZB an ihrer lockeren Geldpolitik festgehalten. Allerdings haben die Geldhüter auch ihren Rückzug und eine Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik an den Horizont gemalt. Draghi hat in seiner heutigen Rede die weiter sinkenden Zinsen nicht erwähnt. Der Sinn liegt aber darin, die Märkte sanft zu steuern und auf die Wende vorzubereiten. Daneben gibt es einige politische Einflussfaktoren. Ebenfalls heute findet in Großbritannien die vorgezogenen Parlamentswahl statt. Ab Freitag werden die Märkte die Ergebnisse einpreisen. Das kann mit Überraschungsmomenten verbunden sein – insbesondere dann, wenn Theresa May ein schlechtes Ergebnis erzielt. Die Entwicklungen in Nordkorea und in Katar  sollten Anleger ebenfalls auf dem Schirm behalten. Das kleine kommunistische Land setzt seine Politik der Nadelstiche mit weiteren Raketentests fort. Damit treibt es die Anspannungslevel in der Region weiter nach oben und gerade Japan vor sich her. Nippon hatte mit einer klaren Reaktion auf die Provokationen gedroht. Auch die USA sind in den schwelenden Konflikt involviert. Noch gravierender für die Börse könnte mittelfristig der Konflikt in Katar werden. Sollte das Land wirklich dauerhaft isoliert werden, könnte der Staatsfonds des Landes zu einem großen Verkäufer an der Börse werden, wenn sich das Land Geld beschaffen muss. Einige Aktien haben auf dieses Risiko schon etwas deutlicher reagiert (z. B. Deutsche Bank). Die Märkte ignorieren die Risiken bislang und tänzeln auf sehr hohem Niveau weiter. Dabei notieren die Aktien auf Rekordniveau, die Zinsen sind weiter niedrig. Allerdings sind die Veränderungen im Zinsumfeld absehbar. Steigende Zinsen werden die Aktienmärkte mittelfristig aber bremsen.

Fazit: Der DAX hat einen Ausbruch versucht, die Bullen sind aber im ersten Anlauf gestolpert. In den nächsten Wochen sind größere Ausschläge in beide Richtungen möglich – wohin ist aber völlig unvorhersehbar. Wir sehen die größeren Überraschungsmomente weiter auf der Unterseite, erhöhen darum unsere Absicherung nochmal.

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