Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
151
Korruption in Südafrika

Ist KPMG das nächste Opfer?

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat ein weitgespanntes Korruptionsnetz geknüpft. In seinen Maschen verfangen sich inzwischen auch große westliche Firmen.
Nun gerät auch die Wirtschaftsprüfungsagentur KPMG in die Mühlen des südafrikanischen Korruptionsskandals. Die PR-Agentur Bell-Pottinger ist durch die Verwicklung in den Korruptionsskandal um Südafrikas Präsidenten Jacob Zuma und die mit ihm verbandelten Gupta-Brüder („Zuptas“) bereits in die Pleite gestürzt. Im Fokus steht ein Bericht über „Unregelmäßigkeiten und Fehlverhalten“ in der Steuerverwaltung (SARS). Damit war die KPMG vom Chef der SARS und Zuma-Vertrauten Tom Moyane beauftragt worden. Der Report bestätigt die Existenz einer illegalen Fahndungsgruppe innerhalb der SARS. Unter anderem sollen die Steuerfahnder dieser „rogue unit“ unerlaubte verdeckte Ermittlungen etwa gegen die Nationale Anklagebehörde geführt haben. Nicht zuletzt mit diesem Report wurde Finanzminister Pravin Gordhan unter Druck gesetzt.  Gordhan war zur fraglichen Zeit (als Vorgänger von Moyane) als Chef der SARS für die Steuerfahnder verantwortlich. Hintergrund: Gordhan sperrte sich immer wieder gegen die fragwürdigen Geschäfte, die Zuma-Getreue an der Spitze von Staatsunternehmen – vor allem beim Versorger ESKOM – mit verschiedensten Gupta-Firmen machen. Er wurde schließlich vom Zuma entlassen. Zudem führte der Report dazu, dass die „High-Risk-Investigation-Unit“ der Steuerfahndung lahmgelegt wurde. Denn wichtige Mitarbeiter mussten gehen. Das dürfte wiederum dazu beigetragen haben, dass die längst überfälligen Ermittlungen gegen die Guptas versandeten. Dieser KPMG-Report galt aufgrund durchgesickerter Emails schon länger als reine Gefälligkeit für die „Zuptas“. Nun hat KPMG diesen Report nach interner Prüfung zurückgezogen und angeboten, das Honorar – laut Medienberichten rund 23 Mio. Rand – zurückzuzahlen. Zugleich wurde die Führung der Südafrika-Tochter praktisch komplett gefeuert. Zuma-Freund Tom Moyane kündigte in dieser Sache bereits ein Verfahren gegen KPMG an. Dabei dürfte deren Lizenz auf dem Spiel stehen. Zudem mehren sich die Verdachtsmomente, dass KPMG auch in andere ebenso fragwürdige wie lukrative Geschäften verwickelt ist. So hat KPMG Jahresabschlüsse von Gupta-Firmen bestätigt, die jetzt auffällig erscheinen. Dort sollen illegal vereinnahmte Subventionen als legale Einnahmen und in großem Stil privat verbrauchte Mittel als steuermindernde Betriebsausgabe verbucht worden sein.

Fazit: Das Thema wird noch weitere Kreise ziehen. Neben der jetzt bedrohten KPMG gibt es auch Hinweise auf Verwicklungen der deutsche SAP und der Beratungsfirma McKinsey. 

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Ausländische Finanzportale locken mit hohen Zinsen für Tagesgeld

Finanzportale bieten hohe Zinsen

Neuartige Finanzportale wie Weltsparen, Zinspilot und Savedo bieten hohe Zinsen auf Festgeld, indem sie deutsche Sparer an Banken im EU-Raum vermitteln. Anleger sollten darauf achten, ihre Risiken zu minimieren...
  • Produktcheck

Jyske Stable Strategy schafft, was der Name verspricht

Der Jyske Invest Stable Strategy ist ein klassischer Mischfonds. Er legt den Fokus auf besonders risikoarme, aber dennoch lukrative Anlagestrategien. Damit gelingt dem Fondsmanagement eine beachtliche Durchschnittsrendite.
Neueste Artikel
  • Keine Lösung für die britische Provinz in Sicht

London pokert um die Zukunft Nordirlands

Was passiert mit Nordirland beim Brexit?
Die Brexit-Verhandlungen sind auch Ausschlag gebend für das Schicksal Nordirlands. Wird die britische Provinz durch eine harte Grenze isoliert, droht wirtschaftlich der Absturz und innenpolitisch heiße Auseinandersetzungen und Gewalt. London pokert hoch.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Zum Seitenanfang