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Korruption in Südafrika

Ist KPMG das nächste Opfer?

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat ein weitgespanntes Korruptionsnetz geknüpft. In seinen Maschen verfangen sich inzwischen auch große westliche Firmen.
Nun gerät auch die Wirtschaftsprüfungsagentur KPMG in die Mühlen des südafrikanischen Korruptionsskandals. Die PR-Agentur Bell-Pottinger ist durch die Verwicklung in den Korruptionsskandal um Südafrikas Präsidenten Jacob Zuma und die mit ihm verbandelten Gupta-Brüder („Zuptas“) bereits in die Pleite gestürzt. Im Fokus steht ein Bericht über „Unregelmäßigkeiten und Fehlverhalten“ in der Steuerverwaltung (SARS). Damit war die KPMG vom Chef der SARS und Zuma-Vertrauten Tom Moyane beauftragt worden. Der Report bestätigt die Existenz einer illegalen Fahndungsgruppe innerhalb der SARS. Unter anderem sollen die Steuerfahnder dieser „rogue unit“ unerlaubte verdeckte Ermittlungen etwa gegen die Nationale Anklagebehörde geführt haben. Nicht zuletzt mit diesem Report wurde Finanzminister Pravin Gordhan unter Druck gesetzt.  Gordhan war zur fraglichen Zeit (als Vorgänger von Moyane) als Chef der SARS für die Steuerfahnder verantwortlich. Hintergrund: Gordhan sperrte sich immer wieder gegen die fragwürdigen Geschäfte, die Zuma-Getreue an der Spitze von Staatsunternehmen – vor allem beim Versorger ESKOM – mit verschiedensten Gupta-Firmen machen. Er wurde schließlich vom Zuma entlassen. Zudem führte der Report dazu, dass die „High-Risk-Investigation-Unit“ der Steuerfahndung lahmgelegt wurde. Denn wichtige Mitarbeiter mussten gehen. Das dürfte wiederum dazu beigetragen haben, dass die längst überfälligen Ermittlungen gegen die Guptas versandeten. Dieser KPMG-Report galt aufgrund durchgesickerter Emails schon länger als reine Gefälligkeit für die „Zuptas“. Nun hat KPMG diesen Report nach interner Prüfung zurückgezogen und angeboten, das Honorar – laut Medienberichten rund 23 Mio. Rand – zurückzuzahlen. Zugleich wurde die Führung der Südafrika-Tochter praktisch komplett gefeuert. Zuma-Freund Tom Moyane kündigte in dieser Sache bereits ein Verfahren gegen KPMG an. Dabei dürfte deren Lizenz auf dem Spiel stehen. Zudem mehren sich die Verdachtsmomente, dass KPMG auch in andere ebenso fragwürdige wie lukrative Geschäften verwickelt ist. So hat KPMG Jahresabschlüsse von Gupta-Firmen bestätigt, die jetzt auffällig erscheinen. Dort sollen illegal vereinnahmte Subventionen als legale Einnahmen und in großem Stil privat verbrauchte Mittel als steuermindernde Betriebsausgabe verbucht worden sein.

Fazit: Das Thema wird noch weitere Kreise ziehen. Neben der jetzt bedrohten KPMG gibt es auch Hinweise auf Verwicklungen der deutsche SAP und der Beratungsfirma McKinsey. 

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