Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
864
Überraschende Erkenntnis bei Messung der Umwelt-Gesamtbilanz

Besser Plastik- als Papiertüten

Plastiktüten sind besser als ihr Ruf. Copyright: Pixabay
Plastiktüten sind des Teufels. Diese einfache Wahrheit hat sich festgesetzt. Doch eine Feldstudie in den USA zeigt: So einfach ist das nicht. Denn so ein Verbot kann schnell Wirkungen entfalten, die niemand vorhersehen konnte.

Das Plastiktütenverbot im Einzelhandel in Kalifornien hat überraschende Folgen. Seit 2014 sind dort Plastiktüten verboten. Auf Basis von Daten aus knapp 550 Geschäften wurden jetzt die Effekte untersucht.

Das Verbot hat den Plastikverbrauch nicht so stark reduziert wie angenommen. Dennoch wurden pro Jahr insgesamt etwa 20.000 Tonnen Plastik eingespart. Damit war die Einsparung um 25% geringer als ursprünglich erhofft.

Auf der anderen Seite erhöhte sich der Ausstoß von CO2 deutlich! Ausgelöst wurde das durch die Ausweichreaktion der Konsumenten. Diese griffen alternativ zu Papiertüten. Deren Nutzung stieg durch das Verbot kräftig an. Durchschnittlich nutzen die Konsumenten nun gut zehnmal mehr Papiertüten. So wurden seit 2014 schätzungsweise 652 Mio. zusätzliche Papiertüten verbraucht.

Papiertüten sind schlechter als ihr Ruf

Die CO2-Bilanz von Papiertüten ist schlechter als die von Plastiktragetaschen. Bei der Herstellung von Papiertüten entstehen 70% mehr luft- und 5.000% mehr wasserverschmutzende Stoffe als bei der Produktion von Kunststoff. Insgesamt wurden ca. 31.000 Tonnen plastiktütenbedingte CO2-Emissionen eingespart. Die Papiertüten erhöhten den Ausstoß jedoch wieder um gut 78.000 Tonnen CO2.

Da Papiertüten mehr wiegen als Plastiktüten, sind auch Transport und Entsorgung aufwendiger. Zudem ist der Energieaufwand für das Recycling eines Kilos Plastik um 98% geringer als jener für Papier. Außerdem gab es einen Zweitrundeneffekt, den kein Experte vorausgesehen hat. Viele der Einwegplastiktüten aus dem Einzelhandel wurden als Müllbeutel verwendet. Weil das nicht mehr möglich war, stieg der Verkauf konventioneller Plastikmüllbeutel spürbar an. Diese sind jedoch größer und schwerer als die Einwegbeutel.

Fazit: Die Gesamtökobilanz des Plastiktütenverbots in Kalifornien ist negativ. Zwar wird Plastik gespart, aber es gibt erhebliche Alternativ-Schäden.

Meist gelesene Artikel
  • Bankhaus Carl Spängler setzt die Maßstäbe

Erneuter Triumph für Österreich im Private Banking

Strahlende Sieger im Wettbewerb TOPS 2020, Robert Hager (l.) und Dr. Nils Kottke (r.) vom Bankhaus Carl Spängler mit Urkunde für Platz 1 in der Gesamtwertung und dem Private Banking Award für die Nr. 1 der Ewigen Bestenliste. Foto: Axel Schmidt, © Verlag Fuchsbriefe
And the winner is ... Bankhaus Carl Spängler. Österreich setzt derzeit im Private Banking die Maßstäbe. Mit fünf von sieben Adressen, die ein «Sehr gut» für ihre Leistung erhalten, dominieren die österreichischen Anbieter den Markt. Dabei kamen die meisten geprüften Adressen aus Deutschland. geprüft werden die Qualität des Beratungsgesprächs, die Vermögensstrategie und Portfolioqualität im schriftlichen Angebot sowie die Überprüfbarkeit wesentlicher Angaben zu Kunden, Produkten, Gebühren, der Transparenz.
  • Integrität von Menschen leicht angreifbar

Gefährliche Gesichtserkennungs-App

Gesichtserkennungssoftware wird nicht nur von Behörden und Geheimdiensten gerne benutzt. Sie hat auch privat einen hohen Spaßfaktor. Insbesondere, wenn sich den erkannten Personen anderen Gesichter überstülpen lassen. Doch dann hört der Spaß auch schnell auf. Eine Software aus China landete selbst in Peking beinahe auf dem Verbotsindex.
  • Asiatische Staaten schließen sich zum weltweit größten Binnenmarkt zusammen

Ein neuer Maßstab für den Freihandel entsteht

Europa steigt ab zu einer Regionalmacht. Copyright: Pixabay
RCEP – hinter dieser nichtssagenden Abkürzung steckt ein gewaltiges Vorhaben. In Asien entsteht unter diesem Kürzel der größte Binnenmarkt der Welt. Am Montag wollen die 16 beteiligten Staaten die Verhandlungen beenden. Das ist gut für den Welthandel. Aber auch für Europa und den Euro?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Werbung | Preisangabe

Pfand einrechnen

Pfand darf in der Presiauszeichnung nicht einfach "vergessen" werden. Dies verstößt gegen die Preisangabenverordnung.
  • Fuchs plus
  • Innovation aus dem Fraunhofer-Labor

Essbare Autositze

Das Fraunhofer ICT-Institut in Pfinztal hat ein hochfestes Bioplastik entwickelt, das eine Festigkeit wie Polyamid aufweist, aber günstiger ist. Der Verbundwerkstoff besteht aus einem Kunststoff und darin eingebettete Fasern, die beide aus PLA bestehen...
  • Ein wichtiges Signal aus München

Portale: Fake-Bewertungen unzulässig

Agenturen werben mit "echten Bewertungen" für Produkte und Dienstleistungen und verkaufen sie an Firmen. Aber was ist wenn sich herausstellt, dass die Angaben frei erfunden sind?
Zum Seitenanfang